Xtina live: Wie ein echter Superstar
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Xtina live: Wie ein echter Superstar

Christina Aguilera gilt als Mariah Carey für Arme. Die als Retorten-Popstar verrufene Xtina hatte ihren Superstar-Status in Zürich also erst noch zu beweisen. Sie blieb (fast) nichts schuldig.

Dabei ist das Problem von Christina Aguilera nicht etwa die Offensichtlichkeit, mit der sie gesteuert wird. Schwerer ins Gewicht fällt, dass die Macher hinter der einstigen «Mickey Mouse Club»-Moderatorin offenbar weder übermässig schnell, noch besonders originell sind: Britney Spears macht auf Lolita? Christina singt «Rub Me the Right Way». Britney gibt sich wild und sexy? Christina kommt mit «Dirrrty» und «Stripped». Spears rockt? Aguilera kanns auch.

So überraschte es wenig, dass auch die mit halbstündiger Verspätung beginnende Aguilera-Show im Zürcher Hallenstadion zuerst einmal Erinnerungen wachrief: Das Bühnenset und die latente Strip-Thematik erinnerte an Madonna zu «Erotica»-Zeiten, die Choreografie an J. Lo – und die Inszenierung an Mariah Carey.

Also doch der Auftritt eines Retortenstars ohne eigene Identität? Mitnichten. Denn was die Sängerin den 12500 Zuschauern an Gesangskunst und Spielfreude bot, war stellenweise überragend: Selbst bei den schweisstreibendsten Tanznummern traf sie jeden Ton, und der Enthusiamus ihrer Performance sprang nach und nach auch auf das begeisterte Publikum über. So gelang es ihr, auf Konserven eher

leblosen Hits wie «Dirrrty», «Genie in a Bottle» oder «Fighter» live echte Leidenschaft einzuhauchen – und sich selbst den Status eines Superstars zu verleihen.

Lukas Rüttimann

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