Xundheit: Eiskalte Dusche für Finanzdirektor Müller
Aktualisiert

Xundheit: Eiskalte Dusche für Finanzdirektor Müller

Der Verkauf der Xundheit ist vorerst geplatzt. Im Grossen Stadtrat hagelte es am Donnerstag Kritik an Finanzdirektor Müller

von
Daniela Gigor

Der städtische Finanzdirektor Franz Müller versuchte gestern im Grossen Stadtrat vergeblich, den Verkauf der Xundheit an die Concordia zu verteidigen. Nach langem Hin und Her wies das Par­lament das Geschäft mit 24 Nein- gegen 17 Ja-Stimmen an den Stadtrat zurück. Die offenen Fragen sollen nun mit der Geschäftsprüfungskommission besprochen werden. Das Parlament soll dann im September an einer aus­serordentlichen Sitzung erneut beraten.

Die gestrige Debatte wurde entgegen dem Antrag der Stadt, den Verkauf im Geheimen zu beraten, öffentlich abgehalten. Dabei musste Finanzdirektor Müller (CVP) einiges einstecken. Kritik hagelte es von allen Parteien; sogar die eigenen Reihen geizten nicht mit Vorwürfen. «Die Vorgehensweise des Stadtrats ist nicht gerade sympathisch. Es bleibt nichts anderes übrig, als den Antrag abzulehnen», wetterte Pius Suter (CVP). Für Yves Holenweger (SVP) ist das Vorgehen des Stadtrats «schlicht unakzeptabel», weil mit der Concordia und der CSS nur die «Platz­hirsche als Käufer angefragt wurden». Auch die FDP ist laut Grossstadträtin Rita Misteli mit dem Vorgehen des Stadtrats «definitiv nicht einverstanden».

Angebot gilt bis Ende Jahr

Das Kaufangebot der Concordia bleibt trotz des ges­trigen Entscheids im Stadtparlament bestehen. «Das Angebot ist aber zeitlich limitiert bis Ende September 2008», sagte Concordia-Marketingleiter Mark Glutz gegenüber 20 Minuten. «Ist bis dahin kein Entscheid gefallen, werden wir das Kaufangebot neu prüfen», so Glutz weiter. Wie er gestern zudem bestätigte, hat die Wettbewerbskommission die Übernahme der Xundheit bereits abgesegnet.

Deine Meinung