Yahoo-Konkurrent Google attackiert Microsoft

Aktualisiert

Yahoo-Konkurrent Google attackiert Microsoft

Software-Riese Microsoft stösst mit seiner milliardenschweren Offerte für den Internet-Konzern Yahoo auf erbitterten Widerstand. Erzrivale Google hat Yahoo nun «jede erdenkliche Hilfe» zur Abwehr der Übernahme angeboten.

Google-Chef Eric Schmidt offerierte Yahoo-Mitgründer Jerry Yang am Telefon seine Unterstützung, wie es am Montag hiess. Das Yahoo- Management habe seit Monaten ruhende Gespräche mit Google wieder aufgenommen. Yahoo und Google wollten sich zu einem entsprechenden Bericht im «Wall Street Journal» aber nicht äussern.

Kooperiert Yahoo mit Google?

Über eine Kooperation von Yahoo und Google wird nun heftig spekuliert. Yahoo könnte seine eigene Internet-Suche kostengünstig auslagern und über die Google-Suche laufen lassen. Dagegen gilt ein eigenes Übernahmeangebot von Google aus wettbewerbsrechtlichen Gründen als unwahrscheinlich.

Weitere Interessenten

Experten halten aber Gegengebote anderer Interessenten für möglich. Denkbar seien private Investoren oder Medienkonzerne wie die News Corp des Multimilliardärs Rupert Murdoch. Es gebe erste Kontakte mit Medien-, Technologie- und Telekom-Unternehmen sowie Finanzinvestoren, hiess es.

Allerdings wäre ein solches Gegenangebot derzeit wegen der Kreditkrise schwer finanzierbar. Ohnehin gibt es nur wenige Konzerne auf der Welt, welche die von Microsoft offerierten 45 Mrd. Dollar überbieten könnten.

Der Verwaltungsrat von Yahoo habe noch keine Entscheidung zum Angebot von Microsoft getroffen, hiess es in einem Schreiben an die Mitarbeiter. Yahoo hatte zuvor durchblicken lassen, dass dies einige Zeit dauern könnte.

Gegen Google-Dominanz

Mit der Übernahme von Yahoo will Microsoft die Dominanz von Google bei der Online-Suche und der Internet-Werbung brechen. Die Offerte erfolgte nicht einvernehmlich mit Yahoo. Entsprechende Avancen hatte Yahoo zuvor abgelehnt.

Google warnte, die angestrebte Fusion werfe «beunruhigende Fragen» etwa zur Offenheit des Internets und zu möglicherweise unrechtmässigem Einfluss im Web auf. Microsoft wolle womöglich seine Dominanz beim PC auf das Internet ausdehnen.

Yahoo und Microsoft hätten gemeinsam einen überwältigenden Anteil bei webbasierter E-Mail sowie Online-Sofortnachrichten (»instant messaging»). Sie betrieben auch die am meisten besuchten Web-Portale, sagte Googles Chefjurist David Drummond.

Ein Zusammenschluss mit Yahoo würde laut dem Google-Juristen jeden Wettbewerb im Internet zunichte machen. Drummond rief die Politik auf, einzugreifen und die Fusion zu torpedieren.

Microsofts Sicht

Microsoft wies dies zurück: Ein Zusammenschluss mit Yahoo werde bei Internet-Suche und Online-Werbung für mehr Konkurrenz sorgen. Microsoft hatte unter Berufung auf Marktforscherdaten mitgeteilt, dass Google drei Viertel des weltweiten Such-Umsatzes kontrolliere, während Microsoft und Yahoo zusammen auf 20 Prozent kämen.

(sda)

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