Yahoo unter Druck – Stellenabbau geplant
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Yahoo unter Druck – Stellenabbau geplant

Einst war Yahoo die heisseste Marke im Internet. Inzwischen ist die Begeisterung abgekühlt, die Konkurrenz bedrängt den früheren Branchen-Primus. Nun will die Konzernleitung den Turnaround schaffen.

Noch ist Yahoo kein Sanierungsfall, das Portal zählt nach wie vor auf eine treue Klientel. Rund 500 Millionen Visits pro Monat werden auf den Sites weltweit gezählt. Doch der Lack blättert. Als Suchmaschine wurde Yahoo von Google deklassiert, auch Social-Networking-Plattformen wie MySpace und Facebook bedrängen den einstigen Internet-Leader. Negative Schlagzeilen im Zusammenhang mit der Verhaftung von chinesischen Dissidenten setzten dem Ruf der Firma ebenfalls zu.

Mit mehreren Gewinnwarnungen hat der Konzern aus Sunnyvale (Kalifornien) in letzter Zeit die Investoren vergrault. Der Aktienkurs hat sich in den letzten zwei Jahren halbiert und schloss am Freitag bei 20.78 Dollar. Eine Folge der unbefriedigenden Lage war die Rückkehr von Yahoo-Mitbegründer Jerry Yang als Konzernchef im letzten Sommer.

Yahoo als «Einstiegsort»

Im Oktober kündigte Yang an, die Firma werde sich künftig auf drei Bereiche fokussieren. Das ehrgeizigste Ziel: Yahoo will sich als «Einstiegsort» für die meisten Konsumenten im Internet etablieren. Gemäss einem Bericht der «New York Times» wollen die Kalifornier zu diesem Zweck kräftig investieren in Bereiche wie Internet-Suche, E-Mail, die Yahoo-Frontseite und MyYahoo, den Anbieter von personalisierten Homepages. Auch die Angebote in den Bereichen News, Finanzen und Sport sollen gepusht werden.

Weiter will Yahoo die Werbeaktivitäten im Web verstärken und seine technologische Infrastruktur für externe Entwickler und Anbieter öffnen. Dafür werden andere Bereiche zurückgefahren wie Premium-Musikangebote, Online-Auktionen oder Yahoo 360, der weitgehend erfolglose Versuch, im Social Networking Fuss zu fassen.

Hunderte Stellen weg

Ausserdem ist ein grösserer Stellenabbau zu erwarten. Über das letzte Wochenende spekulierten Blogger, dass Yahoo 10 bis 20 Prozent seiner 14 000 Angestellten entlassen könnte. Yahoo-Insider liessen gegenüber der «New York Times» durchblicken, dass vermutlich «nur» einige hundert Jobs betroffen sind. Konkrete Angaben dürften am 29. Januar folgen. Dann wird Yahoo die Ergebnisse des vierten Quartals 2007 veröffentlichen.

Jerry Yang und andere Yahoo-Bosse haben bereits betont, dass bessere Zahlen wohl noch einige Zeit auf sich warten lassen. Gleichzeitig wiesen sie die immer öfter auftauchenden Spekulationen zurück, Yahoo könnte Ziel einer Übernahme werden. Man wolle unabhängig bleiben, hiess es gemäss «New York Times».

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