Aktualisiert 03.12.2015 14:26

Erfolglosigkeit

Yahoo will sein Internet-Business verkaufen

Die Beteiligungen des Yahoo-Konzerns sind mittlerweile mehr wert als dessen Internet-Kerngeschäft. Grossaktionäre fordern deshalb den Verkauf.

von
cls
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Alle Anstrengungen haben nichts genützt: Yahoo's Kerngeschäft mit Werbeanzeigen stagniert.

Alle Anstrengungen haben nichts genützt: Yahoo's Kerngeschäft mit Werbeanzeigen stagniert.

Keystone/AP/Marcio Jose Sanchez
Der Börsengang von Alibaba vom Freitag, 19. September bringt Yahoo zusätzlich unter Druck.

Der Börsengang von Alibaba vom Freitag, 19. September bringt Yahoo zusätzlich unter Druck.

Keystone/ben Hider/nyse/handout
Konzernchefin Marissa Mayer kann sich künftig nicht mehr auf den positiven Effekt der Alibaba-Beteiligung verlassen.

Konzernchefin Marissa Mayer kann sich künftig nicht mehr auf den positiven Effekt der Alibaba-Beteiligung verlassen.

Keystone/AP/Frank Franklin

Offenbar prüft Yahoo-CEO Marissa Mayer radikale Alternativen, um das Internetportal wieder auf Kurs zu bringen. Nach Informationen verschiedener US-Medienberichten soll sie den Verkauf des Internet-Kerngeschäfts mit zentralen Diensten wie Mail und Suche erwägen.

Erste Interessenten sollen laut «Financial Times» bereits vor der Tür stehen. Auch der Telekom-Riese Verizon und die Internet-Firma IAX sollen eine Übernahme ausloten. Und der Finanzinvestor TPG habe sich bereits die Medien-Sparte von Yahoo angesehen.

Radikale Wende

Es wäre in der Tat eine strategische Wende, schreibt das «Wall Street Journal». Der Verwaltungsrat des Online-Pioniers wolle bis am Freitag in mehreren Runden den Verkauf seines Internet-Kerngeschäfts prüfen. Nach der Veröffentlichung des Berichts legte die Yahoo-Aktie zunächst um etwa 7 Prozent zu.

Zuvor gelangten Gerüchte an die Öffentlichkeit, wonach Yahoo den Anteil dann der chinesischen Handelsplattform Alibaba verkaufen und den Erlös an seine Aktionäre ausschütten wolle. Rein rechnerisch sind die Beteiligungen an Alibaba und Yahoo Japan an der Börse sogar mehr wert als ganz Yahoo mit derzeit gut 30 Milliarden Dollar, so der «Spiegel».

Doch kurz vor dem geplanten Abschluss der Transaktion Anfang kommenden Jahres bleibt allerdings unklar, ob sie steuerfrei umgesetzt werden. Die US-Steuerbehörde wollte dies nicht garantieren. Mit der Folge, dass die geplante Ausgliederung des Alibaba-Anteils Gerüchten zufolge wieder neu diskutiert wird.

Grosse Aufgabe

Firmenchefin Marissa Mayer versucht seit langem, dem Onlinegiganten wieder mehr Schwung zu verleihen. Mayers Strategie war es, den Konzern mit Apps auf Vordermann zu bringen. Sie erneuerte dazu Mobil-Websites wie Mail, Finanzen und Sport, kaufte reihenweise kleine App-Entwickler und auch das grosse Blog-Netzwerk Tumblr. Um Yahoo zu einem Premium-Medienunternehmen zu machen, wurden zudem bekannte US-Moderatoren wie Katie Couric geholt.

Dennoch reicht Yahoo heute als Portal für Suche und E-Mail nicht an Google sowie als Unterhaltungsanbieter nicht an Amazon und Netflix heran. Zudem sind viele Messaging-Nutzer zu Facebook oder noch jüngeren Wettbewerbern wie Snapchat abgewandert. In den USA zählt Yahoo dennoch weiter zu den drei meistbesuchten Website-Verbänden, hinter Google und Facebook. Der US-Messdienstleister Comscore verzeichnete im Oktober 2015 210 Millionen Besucher.

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