FCB in Tel Aviv: Yakin kennt Mittel gegen die hitzige Stimmung
Aktualisiert

FCB in Tel AvivYakin kennt Mittel gegen die hitzige Stimmung

Den FC Basel erwartet im CL-Quali-Rückspiel in Tel Aviv ein heisser Tanz. Durch die Polemik um den Ägypter Mohamed Salah wurde die Atmosphäre zusätzlich aufgeheizt.

von
Eva Tedesco
Tel Aviv

Um acht Uhr in der Früh hob der Travel Service Flug QS 4730 am EuroAirport Basel/Mulhouse in Richtung Israel ab. Kaum auf ihren Sitzen im hinteren Teil der Maschine angekommen, schlafen die Basler Eurofighter schon. Nach knapp vier Stunden in der Luft landete der FCB-Tross um 13 Uhr Ortszeit am Flughafen Gurion Airport in Tel Aviv.

In der nach Jerusalem zweitgrössten Stadt Israels erwartete die Bebbi brütende Hitze, aber auch eine pulsierende Stadt mit mehr als 400'000 Einwohnern, die voller Kontraste und Überraschungen steckt. Neben modernen Hochhäuserfronten im Norden liegt als Gegensatz dazu der antike Stadtteil Jaffa mit romantischen kleinen Gässchen und alten Steinmauern. Tel Aviv ist modern, wild und bunt, mit einem brummenden Nachtleben, einem tollen Strand und atemberaubenden Boutiquen.

Kein Grund für Panik

An den Sehenswürdigkeiten werden sich aber lediglich die mitgereisten VIPs - und Fans erfreuen können, denn auf den FCB wartet harte Arbeit, nachdem er es im Hinspiel verpasst hat, eine deutlich bessere Ausgangslage zu schaffen. Die zweiten 45 Minuten nach der Pause bezeichnete Marco Streller dann auch nur noch als «katastrophal». Der FCB-Captain: «Wenn wir im Rückspiel so spielen wie in der ersten Hälfte, kommen wir weiter. Spielen wir so wie in der zweiten Halbzeit, scheiden wir aus.»

Das würde dann bedeuten, dass der FCB als Landesmeister eine einmalige Zahlung von 250'000 Franken aus einem Solidaritätssystem statt der 13,2 Millionen kassieren würde, die die Uefa für das Erreichen der Gruppenphase in der Königsklasse ausbezahlt. Sportlich müsste Rotblau den Gang in die Playoffs für die weitaus weniger attraktive Europa League hinnehmen und würde das erste grosse Ziel verpassen, noch ehe die Saison 2013/14 einen Monat alt ist. Das sei den Spielern bewusst, sagt Fabian Schär und weiter: «Es gibt keinen Grund für Panik.»

Gesucht: ein Auswärtstor

«Wir dürfen uns nur nicht zu fest zurückziehen und den 1:0-Vorsprung aus dem Hinspiel verwalten. Wir müssen auch auswärts versuchen, ein Tor zu erzielen. Das wäre sehr wichtig und deshalb müssen wir von Anfang an versuchen, unser Spiel aufzuziehen. Wir haben in dieser Saison noch kein Spiel verloren und unsere Tore gemacht. Defensiv stehen wir mehr oder weniger gut», so Schär.

«Wir wollen jedes Spiel gewinnen und ich bin optimistisch.» Das Polster aus dem Hinspiel ist dünn zwar, aber positiv ist, dass der FCB im Joggeli ohne Gegentor geblieben ist. Deshalb soll eine stabile Defensive um Abwehrchef Schär, inklusive Yann Sommer, auf den sich der FCB verlassen kann, Garant für ein Weiterkommen sein.

Fall Salah hat Israeli aufgeheizt

Das Rückspiel wird aber nicht allein der hohen Temperaturen wegen ein heisser Tanz werden. Der verweigerte Handschlag des FCB-Ägypters Mohamed Salah vor dem Spiel in Basel wurde bei den Israeli nicht gut aufgenommen. Im Stolz verletzt wird die Stimmung neben der Brisanz der Partie zusätzlich aufgeheizt sein.

«Die heissblütigen Fans werden im ganzen Stadion für hitzige Stimmung sorgen, aber darauf müssen wir uns einstellen. Zudem können wir solche Dinge während des Spiels gut ausschalten», sagt Schär. «Ich hoffe, dass wir die gegnerischen Fans im Bloomfield Stadion in Tel Aviv zum Verstummen bringen, indem wir das Spiel eher weiter weg vom Strafraum halten können», kennt FCB-Trainer Murat Yakin das beste Mittel gegen solche «Hitze».

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