Djourou ist von Yakin überzeugt - «Yakin wird auch von der Arbeit von Petkovic profitieren»
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Djourou ist von Yakin überzeugt«Yakin wird auch von der Arbeit von Petkovic profitieren»

Die Wahl von Murat Yakin als Petkovic-Nachfolger überrascht viele. Die beiden Ex-Nati-Stars Johan Djourou und Marco Streller sehen dem neuen Nati-Coach positiv entgegen.

von
Florian Gnägi
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Ex-Nati-Verteidiger Johan Djourou sagt, Murat Yakin als neuer Nati-Trainer sei «eine gute Idee».

Ex-Nati-Verteidiger Johan Djourou sagt, Murat Yakin als neuer Nati-Trainer sei «eine gute Idee».

Toto Marti/Blick/freshfocus
Marco Streller meint, Yakin habe sich diese Chance als Nati-Trainer verdient.

Marco Streller meint, Yakin habe sich diese Chance als Nati-Trainer verdient.

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 Murat Yakin stand am Sonntag noch als Trainer des FC Schaffhausen im Einsatz.

Murat Yakin stand am Sonntag noch als Trainer des FC Schaffhausen im Einsatz.

Andy Mueller/freshfocus

Darum gehts

  • Murat Yakin soll neuer Nati-Trainer werden.

  • Der frühere Nati-Star Johan Djourou meint, man müsse Yakin eine Chance geben.

  • Marco Streller hatte sich bereits am Samstag positiv zum Thema Yakin bei blue geäussert.

Die Wahl von Murat Yakin zum neuen Nati-Coach sorgte am Samstagabend für ein Erdbeben. Zwar wollte der Schweizerische Fussballverband die Meldung noch nicht bestätigen, doch gemäss diversen Medienportalen wird der 46-Jährige am Montag den Vertrag unterzeichnen.

20 Minuten konnte am Sonntag mit Johan Djourou über die Wahl des SFV sprechen. Der 34-Jährige gab im Juli dieses Jahres sein Karriereende als Profifussballer bekannt und absolvierte in seiner Laufbahn 76 Länderspiele für die Schweiz.

«Ich kenne ihn nicht so gut als Trainer, da ich nie unter ihm spielte. Er war selber Nationalspieler und hat auch als Trainer viel Erfahrung in der Schweiz», lautet die erste Reaktion von Djourou, der danach anfügt: «Ich denke, man muss ihm eine Chance geben, wie man damals Petkovic eine Chance gegeben hat. Ich denke, Murat als Nati-Trainer ist eine gute Idee.»

Djourou spielte in seiner Karriere nie mit Murat Yakin zusammen, verfolgt den Schweizer Fussball aber genau und stand etwa bei der WM 2006 mit Murats jüngerem Bruder Hakan auf dem Platz. Dass der frühere Nati-Spielmacher nun womöglich als Co-Trainer zum SFV wechselt, hält Djourou grundsätzlich für eine gute Idee: «Hakan und Murat kennen den Schweizer Fussball gut. Man muss dem neuen Trainerstab auch etwas Zeit geben, aber es sind beide gute Typen und haben genug Erfahrung. Es ist eine neue Ära, eine neue Chance mit Murat, aber ich bin sehr positiv.»

Djourou freut sich auf Yakin. Das sagt er gegenüber 20 Minuten. 

Djourou freut sich auf Yakin. Das sagt er gegenüber 20 Minuten.

imago images/Gonzales Photo

«Wenn du keinen Erfolg hast, bist du so oder so weg»

Dem früheren Arsenal-Star ist es aber auch ein Anliegen beim Gespräch über die Zukunft der Nati auch die Erfolge der Vergangenheit nochmals zu würdigen: «Ich denke, dass diese Mannschaft sehr stark ist. Petkovic und vorher Hitzfeld haben sehr gute Arbeit geleistet, davon wird auch Yakin profitieren. Das dürfen wir nicht vergessen. Ich denke, man muss jetzt nicht so viele Wechsel machen, sondern den Schwung von der EM mitnehmen».

Angesprochen auf die Frage, ob es ein Vorteil sei, dass Yakin früher selbst ein erfolgreicher Fussballer war und dabei auch 49 Mal für die Nati auflief, meint Djourou: «Es ist schwierig zu sagen. Ich denke nicht, dass seine Spielerkarriere eine Rolle spielt. Klar, er hat Respekt vor den Spielern. Aber im Fussball ist es egal, was du früher warst. Wenn du keinen Erfolg hast, bist du so oder so weg». Der 34-Jährige weiter: «Klar, Real Madrid hatte mit Zidane auch viel Erfolg, aber wir dürfen nicht den Fehler machen und sagen, wer ein guter Spieler war, ist auch automatisch ein guter Trainer. Das sind für mich zwei verschiedene Sachen.»

Ob der Migrationshintergrund von Murat Yakin womöglich ein Vorteil sein könnte, weil auch im aktuellen Nati-Kader viele Spieler mit ausländischer Herkunft fungieren, kann Djourou nicht bestätigen: «Das ist für mich ein Medien-Thema. Als ich in der Nati spielte, hatten wir in der Mannschaft einfach Spass. Beim letzten Turnier haben wir auch gesehen, was für eine Stimmung dort im Team war. Da hat auch Petkovic viel dazu beigetragen. Das ist die Schweiz. Eine Mischung. Wir hatten viel Erfolg damit in den letzten Jahren. Das ist eine Qualität unseres Landes.»

Der Schweizer mit ivorischen Wurzeln denkt aber, dass es schon ein Vorteil sei, dass der neue Nati-Trainer den hiesigen Fussball gut kenne und meint: «Ich denke, der Verband wollte einen Schweizer Trainer. Murat hat sowohl die Schweizer als auch die türkische Mentalität, das ist doch super. Ich wünsche ihm einfach viel Erfolg.»

Streller freut sich für Yakin

Am Samstag hatte sich mit Marco Streller im blue-Studio bereits ein anderer Ex-Nati-Star zu der Personalie Yakin geäussert und meinte: «Ich freue mich sehr für Muri, er hat das verdient. Er kennt die Spieler, er hat den Migrationshintergrund. Er weiss, wie es ist, wenn zwei Herzen in der Brust schlagen.»

Weiter meinte der 40-Jährige, der einst beim FC Basel Teamkollege von Yakin war: «Er versteht sehr viel vom Fussball. Er war immer ein intuitiver Spieler. Er wird den Draht zu den Spielern haben. Das ist jetzt fast das Wichtigste, weil die Mannschaft eingespielt ist, gross Änderungen wird es nicht geben. Wichtig ist, dass er sie auch auf der emotionalen Ebene abholt. Und das kann er, weil er selber ein Genie als Spieler war. Er kann auch mit schwierigen Spielern umgehen und auch harte Entscheidungen treffen.»

Die 20 Minuten-Community gab ebenfalls ihre Meinung zum neuen Nati-Coach ab und zeigte sich dabei sehr gespalten; ist in der Tendenz aber eher negativ gegenüber Yakin eingestellt. In einer nicht repräsentativen Umfrage, bei der rund 40’000 Menschen (Stand Sonntag, 15.00 Uhr) mitmachten, gaben 51 Prozent an, dass sie mit der Wahl Yakins nicht zufrieden seien. Nur 26 Prozent waren happy. 23 Prozent machten ihr Kreuz bei «Ist mir egal».

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