Yakin und der FCL: «Yakin wurde jeden Monat fristgerecht entlöhnt»
Aktualisiert

Yakin und der FCL«Yakin wurde jeden Monat fristgerecht entlöhnt»

Ex-Präsident Walter Stierli moniert im Vertragsstreit zwischen dem FCL und Murat Yakin den Stil des ehemaligen Trainers. Das juristische Hickhack geht weiter.

von
Eva Tedesco

Walter Stierli war letzten Sonntag nach eigenen Aussagen «aus der Not heraus» in die Bresche gesprungen, nachdem FCB-Präsident Bernhard Heusler seinen FCL-Kollegen Mike Hauser nicht persönlich erreicht hatte und er nicht wollte, dass der FCL aus den Medien von Yakins Wechsel erfahren musste. «So hat er eben mich angerufen. Ich habe das so zur Kenntnis genommen und gönne Yakin den Job», so der Ehrenpräsident, Aktionär und Präsident der Löwen und Sport Event AG, der «Hausbank» der Innerschweizer. Präsident Mike Hauser weilt derzeit im Ausland.

So oberflächlich informativ, wie Stierli sagt, soll das Telefongespräch nach Recherchen von 20 Minuten Online nicht geblieben sein. Zumal der FC Luzern und Murat Yakin sich in einem Rechtsstreit befinden, der den FCL viel Geld kosten könnte. Nach seiner Freistellung am 20. August als Trainer der ersten Mannschaft hat Yakin auf dem Rechtsweg finanzielle Ausstände beim FCL eingefordert. Ausstände, die neben dem Lohn bis 30. Juni 2013 auch diverse andere Forderungen - und zwar rückwirkend - beinhalten. Dabei soll es sich unter anderem um Spesen und Prämien handeln. Und nicht nur um einen Apfel und ein Ei.

Divergierende Ansichten

Er sei nicht mehr in der operativen Leitung tätig, sagt Stierli auf Anfrage und könne deshalb zu Details keine Auskunft geben. Der ehemalige Patriarch lässt aber durchblicken, dass der FCL nicht gewillt ist, im Fall Yakin draufzuzahlen. «Yakin kann nicht am Vortag seine fristlose Freistellung verlangen im Wissen, das er bereits einen neuen Job in Aussicht hat und gleichzeitig die Klage gegen den FCL aufrechterhalten. Das macht man nicht und das war es auch, was Investor Bernhard Alpstaeg kritisiert hatte. Yakin wurde jeden Monat fristgerecht entlöhnt und ich glaube nicht, dass da noch etwas offen ist. Das stimmt nicht». Das Zugeständnis, das Stierli dem FCB-Präsidenten Heusler dennoch abgerungen haben soll - ein finanzielles Entgegenkommen bei einem möglichen Deal von Basel-Leihgabe Stephan Andrist - wäre so gesehen, als Goodwill seitens des FCB zu taxieren.

Denn, entgegen Stierlis Glauben, steht dem FC Luzern kein Geld und keine Ablöse zu. In der schriftlichen Freistellung, die der geschasste FCL-Trainer nach dem 0:2 gegen GC erhielt, steht, dass Yakin in der Pflicht sei, sich so schnell wie möglich um eine neue Anstellung zu bemühen – was er ja getan hat. Stierli bestätigt den Passus: «Das ist immer so bei einer Freistellung, entbindet aber niemanden, korrekt vorzugehen».

Gespräch zwischen den Präsidenten terminiert

Aber Yakin, respektive der von ihm beauftragte Anwalt, ging korrekt vor, indem er Yakins Vertrag fristlos und rechtens gekündigt hat, ehe Yakin am Dienstag einen neuen Kontrakt beim FCB unterzeichnete. Yakin wird wohl trotz neuem Vertrag in Basel nicht auf seine Ausstände verzichten. Und kann er seine Forderungen belegen, wird der FCL wohl in den sehr sauren Apfel beissen müssen.

Die Unklarheiten zwischen den Vereinen sollen indes bald beendet werden. «Im Sinn unter Sportskollegen», verrät Stierli, «wird es am Sonntag zu einem Treffen zwischen Mike Hauser und Bernhard Heusler kommen. Die beiden Präsidenten werden sicher im Sinn des Sportes ihr Gespräch in die richtigen Bahnen lenken und die ganze Sache erledigen». Mike Hauser will zudem mit Murat Yakin schnellstmöglich eine saubere Abgangsvereinbarung erreichen und stand diese Woche deswegen in täglichem Kontakt mit den FCL-Anwälten.

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