20.09.2019 12:03

Ungerechte Verteilung

YB-CEO setzt sich für gerechteren Fussball ein

Während die grossen Clubs im Fussball immer reicher werden, kämpfen die kleinen Vereine immer mehr ums Überleben. Dagegen wehrt sich YB-CEO Wanja Greuel.

von
rc
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In der WDR-Sendung «Sport Inside» wurde am Donnerstag ein Beitrag über die Young Boys und den YB-CEO Wanja Greuel ausgestrahlt.

In der WDR-Sendung «Sport Inside» wurde am Donnerstag ein Beitrag über die Young Boys und den YB-CEO Wanja Greuel ausgestrahlt.

Scrrenshot/Sportschau
Greuel kritisiert darin die ungerechte Verteilung der Uefa-Gelder.

Greuel kritisiert darin die ungerechte Verteilung der Uefa-Gelder.

«Die Abstände zwischen den Clubs werden sich vergrössern, während sich die Einkünfte auf einige grosse Clubs konzentrieren werden», sagt auch Javier Gomez, Generaldirektor der spanischen La Liga.

«Die Abstände zwischen den Clubs werden sich vergrössern, während sich die Einkünfte auf einige grosse Clubs konzentrieren werden», sagt auch Javier Gomez, Generaldirektor der spanischen La Liga.

Scrrenshot/Sportschau

Die Young Boys sorgten am Donnerstag nicht nur in der Schweiz für Gesprächsstoff, auch in Deutschland wurde über den Schweizer Meister diskutiert. In der Sendung «Sport Inside» des Senders WDR wurde am Donnerstag ein Beitrag über die Young Boys und den YB-CEO Wanja Greuel ausgestrahlt. Greuel kritisiert darin die ungerechte Verteilung der Uefa-Gelder.

Diese Honigtöpfe würden den Wettbewerb nachhaltig beeinflussen: «Gerade in kleineren Ligen beeinflussen die Grosseinnahmen durch europäische Wettbewerbe den nationalen Wettbewerb», kritisiert Greuel. Für die kleineren Clubs sei es sehr schwierig, an dieses Geld heranzukommen. So gehe die Schere zwischen den Clubs in zahlreichen Ländern immer weiter auseinander. Die grossen Vereine werden immer grösser, während die kleinen immer mehr ums Überleben kämpfen müssen.

Mehr Geld für die grossen Clubs

Dieses Phänomen wird von Uefa-Kritikern schon länger beobachtet: In vielen europäischen Ländern werden immer wieder die gleichen Clubs Landesmeister. In Deutschland sind es die Bayern, in Italien Juventus und in Frankreich PSG. «Ich finde das persönlich sehr schade. Meiner Meinung nach geht dadurch der Wettbewerb verloren», sagt Greuel.

Gemäss Greuel muss die Uefa einschreiten: «In den Statuten der Uefa steht, dass der sportliche Wert immer über dem kommerziellen Wert stehen sollte. Ich persönlich sehe das zurzeit nicht.» Währenddessen schmiedet die Uefa Pläne für eine Champions-League-Reform, bei der die grossen Clubs gesetzt sind. Für kleinere Clubs würde es so noch schwerer werden, in der Königsklasse mitspielen zu können.

Nicht nur Greuel beobachtet die Zukunftspläne der Uefa mit kritischen Augen: «Die Abstände zwischen den Clubs werden sich vergrössern, während sich die Einkünfte auf einige grosse Clubs konzentrieren werden», sagt Javier Gomez, Generaldirektor der spanischen La Liga. Er kritisiert, dass diese Entwicklung ausgerechnet von den grossen Clubs vorangetrieben wird.

Gegen das System

Wanja Greuel will sich nun aktiv gegen diese finanzielle Ungerechtigkeit im Fussball wehren: Kürzlich wurde der Geschäftsführer der Young Boys in den Vorstand der European Club Association (ECA) gewählt, einer Vereinigung der europäischen Fussballclubs, in der unter anderem über die künftigen Formate der europäischen Klubwettbewerbe diskutiert wird.

«Das System gefällt mir nicht», sagt Greuel. Der YB-CEO findet die Verteilung der Gelder auch ausserhalb des Fussballs bedenkenswert: «Auch in anderen Bereichen werden die Reichen immer reicher und die Armen immer Ärmer. Der Fussball geht leider einen ähnlichen Weg.»

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