Aktualisiert 03.12.2014 18:11

Online-PetitionYB-Fans fordern ihr Wankdorf zurück

«Zrügg zum Glück»: Eingefleischte YB-Fans fordern die Umbenennung des Stade de Suisse – es soll wieder den ursprünglichen Namen Wankdorf erhalten.

von
Nora Camenisch/Mira Weingartner
Ab Sommer 2015 soll die YB-Heimstätte wieder Stadion Wankdorf heissen.

Ab Sommer 2015 soll die YB-Heimstätte wieder Stadion Wankdorf heissen.

Die Heimstätte der BSC Young Boys, das Stade de Suisse, soll künftig wieder Stadion Wankdorf heissen. Dies fordern YB-Fans auf der Website www.stadionwankdorf.ch, die am Dienstag extra aufgeschaltet wurde.

Unter dem Motto «Zrügg zum Glück» starteten die beiden Fanvereine Ostkurve Bern und Gäubschwarzsüchtig eine Online-Petition für den Namenswechsel. Bereits am ersten Tag haben rund 4000 Personen die Forderung der Fangemeinden unterstützt. Mit ihrer Teilnahme rufen sie den Verwaltungsrat der Stadion AG auf, die Arena ab Sommer 2015 umzubenennen.

Zurück zu den Wurzeln

«Die vielen Unterschriften zeigen, dass wir mit unserer Idee bei den Fans offene Türen einrennen», sagt Clemens Friedli von Gäubschwarzsüchtig. Die Umbenennung sei auch nötig, weil das Wankdorf-Stadion viel mit der Erfolgsgeschichte und der Identifikation der Fans mit dem Verein zu tun habe. «Fans und Verein haben sich in den letzten Jahren teilweise voneinander entfernt. Mit dem Namen wollen wir zu den Wurzeln und zum Erfolg von früher zurückkehren.»

Der Zeitpunkt für die Petition ist nicht zufällig gewählt. Ende Juli 2015 läuft der Sponsoring-Vertrag mit der BKW, die vor zehn Jahren das Stadion getauft hat, aus. So wird ab kommendem Sommer die Fussballstätte wieder frei für neue – oder eben alte – Namen. «Wir versuchen, mit der Petition einem neuen Sponsor zuvorzukommen und den neuen Namen verbindlich zu machen», so Friedli. Die Online-Petition läuft maximal 30 Tage und soll danach den Stadionbetreibern übergeben werden.

Beim Stade de Suisse weiss man um die Idee, hält sich aber noch bedeckt. «Wir nehmen die Anliegen der Fans ernst. Aber wir wollen uns alle Optionen offen halten», sagt Sprecher Albert Staudenmann. Derzeit sei man in Gesprächen mit potenziellen Sponsoren. «Wir schätzen unsere Tradition, gleichzeitig müssen wir auch neue Ertragsfelder erschliessen», so Staudenmann weiter.

Nicht nur zahlreiche YB-Anhänger freut die Petition. «Das Wankdorf ist der Glanz von YB, es erinnert an die tollen und erfolgreichen Zeiten», sagt YB-Fan Alexander Tschäppät. Aber: «Als Stadtpräsident muss ich fairerweise sagen, dass es private Investoren gibt, die für den Klub viel Geld in die Hand nehmen. Da steht es mir nicht zu, dort reinzureden.»

Name sorgte 2003 für Empörung

Die Umbenennung vom Wankdorf Stadion in «Stade de Suisse» sorgte im April 2003 für rote Köpfe in der Bundesstadt. Die Wankdorf Nationalstadion AG begründete den Entscheid damals damit, dass sich die neue Fussball-Arena mit dem Namen national und international ausgezeichnet vermarkten lasse. Ausserdem unterstreiche er die zentrale Lage Berns sowie die Nähe zur Romandie. Bei YB-Fans und Politikern stiess der Vorschlag allerdings auf Unverständnis. Während Fans ihrem Ärger in Foren Luft machten, reichten zwei SP-Politiker gar auf nationaler und kantonaler Ebene Vorstösse ein und forderten den alten Namen zurück – ohne Erfolg.

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