«Unhaltbare Zustände»: YB, FCB und FCL hoffen auf Zürcher Stadion-Ja
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«Unhaltbare Zustände»YB, FCB und FCL hoffen auf Zürcher Stadion-Ja

Trotz aller Rivalität: Die Chefs von YB, Basel und Luzern wünschen sich einen Fussballtempel für Zürich.

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wed
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Am 25. November 2018 wird über das Fussballstadion abgestimmt. Auch die Konkurrenz in der Super League beobachten genau, was sich in Zürich in Sachen Stadion tut.

Am 25. November 2018 wird über das Fussballstadion abgestimmt. Auch die Konkurrenz in der Super League beobachten genau, was sich in Zürich in Sachen Stadion tut.

So hofft man beispielsweise beim amtierenden Meister aus Bern, dass die Stadtzürcher am 25. November Ja sagen zum Stadion.

So hofft man beispielsweise beim amtierenden Meister aus Bern, dass die Stadtzürcher am 25. November Ja sagen zum Stadion.

Keystone/Peter Klaunzer
«Es ist nicht nur für die beiden Vereine sehr wichtig, auch für den Schweizer Fussball wäre ein richtiges Zürcher Fussballstadion viel Wert», sagt Young-Boys-CEO Wanja Greuel.

«Es ist nicht nur für die beiden Vereine sehr wichtig, auch für den Schweizer Fussball wäre ein richtiges Zürcher Fussballstadion viel Wert», sagt Young-Boys-CEO Wanja Greuel.

Keystone/Patrick Huerlimann

Der Abstimmungskampf um ein neues Stadion in der Stadt Zürich schlägt momentan in der ganzen Fussballschweiz hohe Wellen. Auch die Konkurrenz in der Super League beobachtet genau, was sich in Zürich in Sachen Stadion tut.

So hofft man etwa beim amtierenden Meister aus Bern, dass die Stadtzürcher am 25. November Ja sagen zum Stadion: «Es ist nicht nur für die beiden Vereine sehr wichtig, auch für den Schweizer Fussball wäre ein richtiges Zürcher Fussballstadion viel Wert», sagt Young-Boys-CEO Wanja Greuel. Die Zustände im Letzigrund seien aktuell unhaltbar. «Die Stimmung ist schlecht, es hat wenig Zuschauer – für Fussballfans, zu denen auch wir uns zählen, macht es so keinen Spass», sagt Greuel.

Grosse Auswirkungen auf wirtschaftliche Möglichkeiten

In Bern hat man mit dem Stade de Suisse seit 2005 ein neues Stadion. «Neben den positiven Faktoren für die Fans hat es natürlich auch grosse und wichtige Auswirkungen auf die wirtschaftlichen Möglichkeiten eines Vereins», sagt Greuel. Dass die Konkurrenz aus Zürich dadurch wieder stärker werden könnte, macht Greuel nichts aus: «Ich würde es beiden Vereinen gönnen, wenn es mit dem Stadion endlich klappt.»

Gleicher Meinung ist man beim FC Basel, dem fussballerischen Erzfeind beider Zürcher Clubs: «Neben der Rivalität auf dem Platz sind wir natürlich ohne jede Einschränkung mit unseren Kollegen in Zürich verbunden und für ein Fussballstadion. Wir hoffen, dass das Projekt bei der Abstimmung durchkommt», sagt COO und FCB-Vereinsvorstandsmitglied Roland Heri.

FCB-Vorstand: «Fussballerherz leidet im Leichtathletikstadion»

Als grösste und wohl bekannteste Stadt der Schweiz sei es ein schlechtes Zeichen für den nationalen und europäischen Fussball, wenn in Zürich kein Fussballtempel stehe. «Das Fussballerherz leidet, wenn man den Spielen in einem Leichtathletikstadion zuschaut», so Heri.

Neben einer attraktiveren Ausstrahlung für wirtschaftliche Partner, glaubt der FCB-COO auch, dass das Projekt bei den Fans viel bewirken könnte: «Es erfüllt einen mit Stolz, wenn man sein Team in einem neuen Stadion erlebt – ich kann mir vorstellen, dass das in Zürich eine grosse Euphorie auslösen kann.»

FC-Luzern-Präsident: «Aller guten Dinge sind drei»

Dennoch würde man sich auch in Basel nicht vor einer allenfalls wiedererstarkten Zürcher Konkurrenz fürchten. «Eine starke Liga mit einer spannenden Meisterschaft hilft allen Vereinen», sagt Heri.

«Konkurrenz belebt», stimmt Philipp Studhalter, Präsident des FC Luzern, zu. Auch er wünscht sich, dass dieser Abstimmungskampf zugunsten des Stadions ausfällt: «Aller guten Dinge sind drei.» Mit der Swissporarena hat der FCL seit 2011 ein neues Zuhause mit Platz für 16'800 Zuschauer und zwei Wohntürmen – also ähnlich wie in Zürich. «Wir haben ein attraktives Stadion und damit haben sich die Vermarktungschancen erhöht», so Studhalter. Natürlich habe aber auch die finanzielle Verantwortung zugenommen.

GC-CEO freut sich über die Unterstützung

Die positiven Äusserungen der Rivalen freuen GC-CEO Manuel Huber: «Es ist natürlich schön, zu hören, wenn die Ligakonkurrenz sich so positiv über unser Projekt äussert und sich ebenfalls ein Fussballstadion wünscht.» Das sei auch ein gutes Beispiel dafür, dass man zwischen den Vereinen stets einen respektvollen und professionellen Umgang pflege – «trotz der grossen sportlichen Rivalität».

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