Super League: YB festigt den 2. Platz – Aarau siegt bei Vaduz

Aktualisiert

Super LeagueYB festigt den 2. Platz – Aarau siegt bei Vaduz

Die Young Boys zeigen Thun, wer die Nummer 1 in Bern ist und gewinnen 4:0 gegen den Kantonsrivalen. Aarau holt unter Ponte den ersten Sieg und damit wichtige Punkte im Abstiegskampf.

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Sonntag, 19. April 2015
Sonntag, 19. April 2015

Mit einem schönen Schlenzer trifft Senger für Aarau zum 1:0 gegen Vaduz. Leider verletzt er sich bei dieser Aktion und muss verletzt raus.

Michael Zanghellini/freshfocus
Muntwiler versuchts akrobatisch.

Muntwiler versuchts akrobatisch.

Michael Zanghellini/freshfocus
Raimondo Ponte (z.v.l.) kann sich nach Abpfiff über einen 2:0-Erfolg im Ländle freuen.

Raimondo Ponte (z.v.l.) kann sich nach Abpfiff über einen 2:0-Erfolg im Ländle freuen.

Keystone/Gian Ehrenzeller

Die Young Boys feiern im Spitzenspiel der 28. Super-League-Runde gegen Thun den höchsten Derby-Heimsieg seit März 2012. Der Zweite bezwingt den Dritten 4:0.

Die Reaktion der Young Boys auf die Niederlage vom letzten Wochenende in St. Gallen, die das Ende der zwölf Spiele währenden Erfolgsserie war, fiel auf überzeugende Weise aus. Sie traten bestimmend auf, kreierten Chancen und nutzten gegnerische Fehler aus. Weil YB die ersten beiden Treffer innerhalb von gut 150 Sekunden erzielte, schienen die Kräfteverhältnisse nach 33 Minuten auch auf der Anzeigetafel auf. Ein Freistoss von Leonardo Bertone wurde von der Thuner Mauer unhaltbar abgefälscht. Wenig später profitierte Renato Steffen davon, dass Fulvio Sulmoni einen langen Ball - je nach Sichtweise - unterlief oder per Kopf zum eigenen Goalie zurückspielen wollte.

Senger Matchwinner bei Aarau-Sieg

Steffen durfte sich bei seiner Auswechslung von der Rekordkulisse (fast 23'900 Zuschauer) als Doppeltorschütze feiern lassen. Denn in der 52. Minute hatte eine sehenswerte Direktkombination über drei Stationen zum achten Saisontreffer des Aargauers geführt. Für die Young Boys setzte sich im fünften Heimspiel der Rückrunde zwei Serien fort: Wie gegen GC (4:2), Basel (4:2), Sion (3:2) und Zürich (3:0) betrieb die Mannschaft von Uli Forte mit ihrer offensiven und vor allem erfolgreichen Spielweise beste Eigenwerbung, und wie immer traf beim 4:0 auch Guillaume Hoarau. Die Differenz zu Thun beträgt nun bereits zwölf Punkte, YB kann endgültig für die Champions-League-Qualifikationsphase planen.

Das Beste am Thuner Auftritt im Stade de Suisse waren die Anfangsphase mit der guten Chance von Berat Sadik (6.) und die Laufbereitschaft. Die Mannschaft von Urs Fischer, im kantonalen Kräftemessen nun seit sechs Partien sieglos, versuchte in Abwesenheit des gesperrten Captains Dennis Hediger teils überaus erfolgreich, mit YB mitzuhalten. Der Doppelschlag in der ersten Halbzeit hatte für die Thuner Bemühungen aber lähmende Wirkung. Erst als das Heimteam nach einer guten Stunde einen Gang zurückschaltete, kamen die Oberländer zu mehr Spielanteilen.

Aarauer Lebenszeichen nach 16 sieglosen Spielen

Mit dem 2:0 in Vaduz kommt das Team von Raimondo Ponte zum ersten Sieg seit Anfang Oktober des letzten Jahres.

Fünf Remis und elf Niederlagen standen seit dem 3:2 gegen YB, dem über ein halbes Jahr zurückliegenden letzten Erfolg, in der Aarauer Statistik. Eine weitere Nullnummer hätte das Unterfangen Ligaerhalt weiter erschwert. Nach den Niederlagen in Basel (0:6) und gegen Sion (0:1) unter Ponte kam der FCA aber just im kapitalen Duell mit dem Aufsteiger zu den ersten Toren und Punkten, und dies trotz defensiverer Ausrichtung als zuletzt.

In die Karten spielte den Aarauern gewiss das wunderbare 1:0 durch Dante Adrian Senger. Der Argentinier traf nach 32 Minuten volley aus der Drehung, der dritte Saisontreffer dürfte für im einen oder anderen Jahresrückblick Berücksichtigung finden. Senger, der den einzigen Abschluss seines Teams vor der Pause verzeichnete, verletzte sich aber bei seinem Traumtor und musste ausgewechselt werden. Nach der Pause erhöhte Vaduz den Druck und stand dem Ausgleich durch einen Kopfball von Philipp Muntwiler (59.), einem Pfostenschuss von Naser Aliji (66.) und einem beinahe ins eigene Tor abgefälschten Ball von Igor Nganga (83.) drei Mal nahe.

Aber nicht das 1:1 fiel, sondern das 2:0 für Aarau. Moreno Costanzo schloss im Anschluss an einen Konter eine Hereingabe erfolgreich ab, der erste Aarauer Auswärtssieg seit einem 1:0 in Lausanne am 1. März 2014 war Tatsache. Vaduz liegt nach der siebten Niederlage im 14. Heimspiel der Saison nur noch fünf Punkte vor dem Schlusslicht der Super League.

Young Boys - Thun 4:0 (2:0)

23'868 Zuschauer (Saisonrekord). SR Erlachner.

Tore: 31. Bertone (Freistoss) 1:0. 33. Steffen (Lecjaks) 2:0. 52. Steffen (Hoarau) 3:0. 84. Hoarau (Lecjaks) 4:0.

Young Boys: Mvogo; Scott Sutter, Vilotic, von Bergen, Lecjaks; Gajic (84. Sanogo), Bertone; Steffen (68. Zarate), Gerndt (77. Kubo), Nuzzolo; Hoarau.

Thun: Faivre; Glarner, Reinmann, Sulmoni, Wittwer (71. Bigler); Gonzalez, Siegfried, Nicola Sutter (55. Rojas), Ferreira (62. Karlen); Munsy, Sadik.

Bemerkungen: Young Boys ohne Seferi (verletzt), Afum und Vitkieviez (U21), Thun ohne Causi, Schindelholz, Schirinzi, Zino (alle verletzt), Frontino und Hediger (beide gesperrt). Verwarnung: 28. Sadik (Foul).

Vaduz - Aarau 0:2 (0:1)

3835 Zuschauer. - SR Klossner.

Tore: 32. Senger 0:1. 90. Costanzo (Andrist) 0:2.

Vaduz: Jehle; von Niederhäusern (55. Untersee), Kaufmann, Stahel, Aliji; Kryeziu, Muntwiler, Ciccone; Neumayr, Burgmeier (70. Pak), Lang (46. Schürpf).

Aarau: Mall; Nganga, Thaler, Garat, Jaggy; Burki; Andrist, Lüscher (77. Costanzo), Radice, Djuric (59. Jäckle); Senger (35. Sliskovic).

Bemerkungen: Vaduz ohne Cecchini, Flatz, Grippo, Pergl (alle verletzt), Hasler (rekonvaleszent) und Kuzmanovic (krank), Aarau ohne Gauracs, Gygax (beide verletzt) und Mickels (gesperrt). 35. Senger verletzt out (rechter Fuss). 66. Pfostenschuss von Aliji. Verwarnungen: 64. Jaggy (Foul). 65. Nganga (Foul). (si)

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