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YB gegen BaselYB forever oder zäme wieder stark?

Die Young Boys erinnern mit der souveränen Titelverteidigung an den alten FCB. In welchen Bereichen arbeitet der FCB besser? Und wo hat YB die Basler überholt?

von
E. Tedesco
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Am ersten Spieltag knüpft der Meister an die Leistungen der letzten Saison an und schickt die Grasshoppers dank der Treffer von Sulejmani und Ngamaleu mit 2:0 zurück nach Zürich.

Am ersten Spieltag knüpft der Meister an die Leistungen der letzten Saison an und schickt die Grasshoppers dank der Treffer von Sulejmani und Ngamaleu mit 2:0 zurück nach Zürich.

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Mit dem gleichen Resultat gewinnt YB auch das erste Auswärtsspiel der Saison in Lugano, Fassnacht und Hoarau heissen die Torschützen.

Mit dem gleichen Resultat gewinnt YB auch das erste Auswärtsspiel der Saison in Lugano, Fassnacht und Hoarau heissen die Torschützen.

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Am dritten Spieltag nehmen die Berner Revanche für die Niederlage im Cupfinal: Sulejmani, Fassnacht, Hoarau und Nsame schiessen den FCZ mit 4:0 ab.

Am dritten Spieltag nehmen die Berner Revanche für die Niederlage im Cupfinal: Sulejmani, Fassnacht, Hoarau und Nsame schiessen den FCZ mit 4:0 ab.

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Hat im Schweizer Fussball eine Wachablösung begonnen? Im letzten Sommer hielt der FC Basel daran fest, nichts an seinem Selbstverständnis eingebüsst zu haben. Aber es wurde rasch klar, das Verpassen des Titels war kein einmaliger Ausrutscher. Der FCB fand sich seither nicht wieder. YB machte indes alles richtig. Die Berner liessen den Branchenprimus nicht nur in der Tabelle weit hinter sich (25 Punkte). Sie haben Dank der Erfolge auf dem Rasen auch in anderen Bereichen den Anschluss zum FCB gepackt oder stehen inzwischen gar besser da.

Sportliche Führung

Das Sagen beim Meister hat Sportchef Christoph Spycher. Er ist die prägende Figur gegen innen und aussen. Besitzer Hansueli Rihs hält sich ganz im Hintergrund. Auffallend ist: Bei YB sind die Kompetenzen klar verteilt. Zwar gibt es mit FCB-Sportchef Marco Streller auch dieses «Gesicht», das Basel gegen aussen repräsentiert, und auch einen Besitzer (Bernhard Burgener), aber die Bebbi vermitteln längst nicht den Eindruck einer Einheit.

Finanzielle Situation

Der FCB schrieb im Geschäftsjahr 2018 einen Gewinn von ca. 1,7 Millionen Franken, wie auf Fcb.ch zu lesen war. 17 Millionen (bei einem Umsatz von 80 Millionen) waren es bei YB. Ein weiteres Jahr ohne Europa – der FCB rutscht in die roten Zahlen, zumal auch die Sicherheiten der Holding (circa 20 Millionen) nicht ewig reichen werden. Erreicht YB 2019 wieder die Champions League (Einnahmen 2018: 30 Millionen), muss man kein Mathematikgenie sein, um sich auszurechnen, wie schnell sich die Berner dem FCB finanziell annähern.

Marktwert

Der Meistertitel und die Aussicht auf die Königsklasse wirken auf die Marktwerte wie Brandbeschleuniger auf offenes Feuer. Mbabu, Sow, Lauper, Aebischer, Lotomba – das YB-Kader ist gespickt mit Talenten, die Millionen einbringen werden. Und beim FCB? Da fallen einem höchstens Albian Ajeti und Noah Okafor ein, die auf dem Markt interessieren könnten. Der aktuelle Marktwert der Berner: 78 Millionen. Das Basler Kader: 54 Millionen. Hier hat die Wachablösung längst stattgefunden.

Infrastruktur

Die Trainingsfelder sind rar, die Möglichkeiten auf der Allmend gegenüber dem Stadion (gehört der Stadt Bern) sind schlecht. YB hätte gern vier Plätze fix, zudem ein Gebäude für Garderoben, damit man das Stadion mit dem Kunstrasen nicht als Trainingsfläche nutzen muss. Kriegt es nicht. In Sachen Infrastruktur ist der FCB national absolute Spitze – und an der wird so bald auch keiner rütteln.

Zuschauerzahlen

Die Nummer eins im Zuschauer-Ranking ist auch ein Hinweis darauf, dass eine Wachablösung im Gang ist: YB sahen laut der SFL-Statistik in bisher 14 Heimspielen im Schnitt 25'135 Fans. Den FCB in 15 Partien 24'777 Fans. Die Zahl der Jahreskarten sank bei Basel im Vergleich zum Vorjahr um knapp 9 Prozent auf rund 20'000. In Bern setzte man den Rekordwert von 18'000 Saisonabos ab – aber auch dank der Champions League.

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