Aktualisiert 31.03.2015 18:28

«Zrügg zum Glück»YB-Gründerverein nennt Stadion offiziell Wankdorf

Ein Zeichen für die Tradition: Die Mitglieder des Vereins BSC Young Boys haben den ursprünglichen Namen Stadion Wankdorf fest in den Statuten verankert.

von
meo
Wankdorf forever: YB-Fans sehnen sich nach dem Namen des alten Stadions.

Wankdorf forever: YB-Fans sehnen sich nach dem Namen des alten Stadions.

Das Verdikt an der Hauptversammlung war deutlich: Mit 210 zu 10 Stimmen beschlossen die Vereinsmitglieder am Montag, dass der Name Stadion Wankdorf als YB-Heimstätte fest in den Vereinsstatuten verankert wird. Nur die anwesenden Mitglieder des Club-Vorstands lehnten den Antrag im Namen des Stadionbetreibers ab. «Die Vereinsmitglieder haben damit ein klares Zeichen gesetzt und dem Anliegen unserer Petition nochmal deutlich Nachdruck verliehen», sagt YB-Mitglied Clemens Friedli, der auch die YB-Fan-Dachverbände vertritt.

Über 10'000 Personen hatten die Petition «Zrügg zum Glück – zrügg zum Stadion Wankdorf» unterschrieben. «Mitte Februar haben wir diese mit der Bitte um ein Gespräch mit dem Verwaltungsrat der Stadion AG überreicht», sagt Friedli. Leider hätten die Stadionverantwortlichen bis jetzt nicht darauf reagiert. «Wir haben einige Ideen, wie man den Namen Wankdorf vermarkten kann und möchten diese präsentieren», so Friedli.

Alle Optionen offen halten

«Es wird ein Treffen geben», verspricht Albert Staudenmann, Sprecher der Stade de Suisse und der YB-Betriebs-AG. Man suche zur Zeit mögliche Termine für eine Zusammenkunft.

Im Hintergrund sind die Stadionverantwortlichen noch immer auf der Suche nach einer Nachfolge für die Stadionpartnerin BKW. «Wir sind an vielen Fronten tätig, es ist jedoch noch nichts spruchreif», so Staudenmann. Wenn ein Investor das Stadion jedoch «zum marktüblichen Preis» in Wankdorf umbenennen und den Fans zurückgeben wolle, seien sie sofort dabei. «Bis es soweit ist, möchten wir uns aber alle Optionen offen halten», sagt Staudenmann und betont die Schwierigkeit zwischen finanziellem Gleichgewicht und sportlichem Erfolg.

Vom Potential überzeugt

Die YB-Vereinsmitglieder sind indes vom grossen und auch finanziellen Potenzial der Marke Wankdorf überzeugt. «Aus wirtschaftlicher Sicht ist die Vermarktung nachhaltiger als ein kuzfristiger Verkauf der Namensrechte», ist Clemens Friedli überzeugt.

Rückendeckung erhalten die «Zrügg zum Glück»-Petitionäre von PR-Berater Stefan Herrmann, Mitinhaber einer Kommunikationsagentur: «Wankdorf als Stadionname vermittelt in der gesamten Deutschschweiz ein Stück Identität und Tradition. Er ist mit soviel positiver Emotionalität verbunden dass gerade ein regionaler Partner schlecht beraten wäre, ihn nicht zu nutzen», sagt Herrmann.

Renitenter Lichtmast

Das 1923 erbaute Berner Wankdorfstadion wurde im Jahr 2001 mit 23 Kilogramm Sprengstoff in die Luft gejagt. Innert Sekunden verwandelte sich die altehrwürdigen Fussballarena in ein Trümmerfeld. Einer der Masten hielt der Explosion jedoch stand – als wolle er sagen, dass das Wankdorfstadion für immer bleibt.

Die Bagger und der neue Stadionbetreiber hatten aber etwas dagegen. Erstere gaben dem alten Lichtmast, zweitere dem Namen Wankdorf den Gnadenstoss. Denn der Neubau erhielt im Sommer 2005 den bei YB-Fans unbeliebten Namen Stade de Suisse.

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