Aktualisiert 28.05.2018 05:50

Michael Frey

«YB hat nicht so fest an mich geglaubt»

Der FCZ ist Cupsieger, mitentscheidend war Michael Freys 1:0. Dieser sorgte mit seinem Jubel vor Hütter für Fragezeichen. Nun kommt seine Begründung.

von
sr/nry

Nicht einmal zehn Minuten sind im Cupfinal gespielt, da zieht Michael Frey von der Strafraumlinie ab und trifft flach in die Ecke. 1:0 für Zürich. Es ist eine wichtige Szene im Spiel und ein grosser Moment für den 23-Jährigen. «Ich weiss nicht, was ich sagen soll. Eben vor der Kurve habe ich noch geweint, aber jetzt bin ich schon wieder einigermassen gefasst», sagt er nach der Partie.

Der Seitenhieb gegen den Ex-Verein

«Es war ein richtiger Cupfinal, in welchem wir einfach kaltblütiger waren.» Vor allem sei es besonders, gegen die Young Boys – Freys Ex-Verein – zu gewinnen. «Als kleiner sechsjähriger Junge habe ich schon immer geträumt, in diesem Stadion einen Titel zu gewinnen. Jetzt habe ich ihn – einfach in anderen Farben.»

YB gönne er zwar den Meistertitel und sei stolz auf seinen Ex-Verein. Doch er fügt hinzu: «Als ich in Bern war, hat man nicht so richtig an mich geglaubt.» Dies ist auch der Grund für die skurrile Szene kurz nach dem Treffer. Denn anstatt zur Fankurve zu rennen, macht Frey eine Kehrtwende und stürmt in Richtung Spielerbank. Dabei sprintet er jubelnd und mit Blickkontakt sehr nahe an YB-Trainer Adi Hütter vorbei. Die Begründung folgt im SRF-Interview. «Mein Jubel vor Hütter? Ich wollte zeigen: Vielleicht hätte YB das Double geholt, wenn ich noch bei ihnen wäre.»

Zuerst das Tor, dann die Geste in Richtung Hütter.

«Diesen Titel teile ich mit Uli Forte»

Grund zum Jubeln hat auch FCZ-Trainer Ludovic Magnin. Der Lausanner weiss, weshalb sein Team gewonnen hat: «Die Mentalität ist eine Qualität dieser Mannschaft. Sie hat seit drei Monaten hart gearbeitet und wir haben gesehen, dass man in einem Spiel viel erreichen kann.» Magnin dankt dabei nicht nur dem Präsidenten Ancillo Canepa und seiner Frau, sondern auch seinem Vorgänger: «Diesen Titel teile ich mit meinem Vorgänger Uli Forte, denn er hat diese Mannschaft in die Halbfinals gebracht.» (sr/nry/sda)

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