Keine Traumlose: YB in die Türkei, Basel nach Osteuropa
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Keine TraumloseYB in die Türkei, Basel nach Osteuropa

In der 3. Qualifikationsrunde der Champions Leauge spielt Basel entweder gegen Levadia Tallinn oder Debrecen und YB gegen Fenerbahçe Istanbul. In der Europa-League-Qualifikation trifft der FC Luzern voraussichtlich auf den FC Utrecht.

Die Berner haben gegen den türkischen Traditions-Klub Fenerbahce Istanbul anzutreten. Die Hinspiele finden am 27. oder 28. Juli statt, die Rückspiele eine Woche später. Während YB zunächst Heimrecht geniesst, muss Basel für seine erste Partie in den Osten reisen. Ob es die «Bebbi» mit Levadia Tallinn oder mit Debrecen zu tun bekommen, weist sich am kommenden Mittwoch, wenn die beiden Teams in der 2. Runde der Champions-League-Qualifikation im Rückspiel aufeinandertreffen. Nach dem 1:1 vom vergangenen Dienstag reicht den Ungarn zuhause ein Sieg oder ein torloses Remis, um das Weiterkommen in der regulären Spielzeit zu sichern.

Debrecen mit zweispältiger Champions-League-Erfahrung

Der VSC Debrecen wäre kein unbekannter Gegner in der Schweiz. Vor knapp zwei Jahren waren die Young Boys in der UEFA-Cup-Qualifikation auf den «Eisenbahner»-Verein getroffen. Die Berner setzten sich in den Anfängen der Ära Vladimir Petkovic sicher mit zwei Siegen und dem Gesamtskore von 7:3 durch. Von diesem Rückschlag konnte sich Debrecen erholen. Das Team von Trainer Andras Herczeg holte anschliessend auf nationaler Ebene den Meistertitel, um dann erstmals in die Champions League einzuziehen. Die Premiere in der «Königsklasse» fiel eher ernüchternd aus. Debrecen, das die Spiele in Budapest ausrichtete, blieb in der Gruppe mit Fiorentina, Lyon und dem FC Liverpool ohne Punkt. Das Torverhältnis lautete 5:19. Zu allem Übel geriet Debrecen ins Visier von UEFA-Ermittlern, die wegen des Verdachts des Wettbetrugs tätig wurden. Der montenegrinische Goalie Vukasin Poleksic und der ungarische Verteidiger Norbert Meszaros sind inzwischen gesperrt worden. Bei Debrecen ist der ehemalige Sion-Verteidiger Mirsad Mijadinoski engagiert.

Estlands Rekordmeister Levadia Tallinn ist auf höchstem europäischen Level ein unbeschriebenes Blatt. Von Auftritten in der Champions League durften estnische Teams bislang nur träumen. Der Verein, der früher nicht in der Hauptstadt, sondern im benachbarten Maardu ansässig war, steht derzeit mitten in der Meisterschaft. Die Equipe von Coach Igor Prins führt die Liga mit sechs Punkten Vorsprung an. Einen Europacup-Vergleich zwischen Estland und der Schweiz gab es bis dato erst einmal: Im August 1996 schaltete der FC Aarau in der UEFA-Cup-Qualifikation nach einem 4:0-Heimsieg und einer 0:2-Auswärtsniederlage Lantana Tallinn aus.

FCB-Chefscout Ruedi Zbinden gab auf der Homepage eine Einschätzung zu den potenziellen Gegnern ab: «Der ungarische Fussball hat stark unter der Finanzkrise gelitten. Debrecen im Speziellen aber war erfolgreich. Im Moment sollen sie auf Stürmersuche sein, weil ihnen die offensive Durchschlagskraft etwas fehlt.» Von Levadia glaubt er, dass die Mannschaft eingespielt und defensiv stabil sei.

Nach Daums Abgang: Alle Macht für Kocaman

Einen weitaus glamouröseren Namen als VSC Debrecen und Levadia Tallinn trägt der Gegner der Young Boys, Fenerbahce Istanbul. Die Berner hätte es an der Auslosung in Nyon nicht härter treffen können. Dynamo Kiew oder Sporting Braga beispielsweise wären wohl die tieferen Hürden gewesen. Fenerbahce verfügt auf internationalem Parkett über viel Erfahrung. Im April 2008 wurde der reichste (und mit Galatasaray Istanbul erfolgreichste) Klub der Türkei in der Champions League erst in den Viertelfinals gestoppt. Man musste sich damals nach einem Höhenflug Chelsea knapp geschlagen geben.

Die letzte Saison allerdings, die mit einem relativ lockeren Ausschalten des FC Sion in der Europa-League-Qualifikation begonnen hatte, endete mit einer grossen Enttäuschung. In der Schlussrunde der «Süperlig» verschenkte Fenerbahce den Titel an das überraschende Bursaspor. Man einigte sich daraufhin mit dem deutschen Trainer Christoph Daum auf die Vertragsauflösung. Dieser soll eine Abfindung in der Höhe von 3,5 Millionen Franken kassiert haben. Daums Nachfolger ist Aykut Kocaman, der zuletzt Sportdirektor war und nun die Equipe in einer Doppelfunktion nach englischem Vorbild betreuen soll, wobei ihm einiges an Macht übertragen wird.

Die Säulen im Team von «Fener» bilden der türkische Nationalgoalie Volkan Demirel, der Captain des WM-Vierten Uruguay, Diego Lugano, der umstrittene Mittelfeld-Regisseur Emre Belözoglu, der frühere brasilianische Internationale Alex und Daniel Güiza, der beinahe den Sprung in Spaniens Weltmeister-Kader geschafft hätte. Güiza soll jedoch Gerüchten zufolge vor dem Abgang stehen. Neu verpflichtet wurde der slowakische WM-Teilnehmer Miroslav Stoch.

Die Schweizer Europacup-Bilanz gegen türkische Vertreter ist nicht sonderlich gut. Von 23 Duellen konnten lediglich deren 5 gewonnen werden. 14 Mal gab es Niederlagen. Für das letzte Erfolgserlebnis sorgte Sion mit einem 3:2 gegen Galatasaray (im September 2007 nach 3:0-Führung).

YB-Trainer Vladimir Petkovic freut sich auf stimmungsvolle Spiele: «Fenerbahce ist ein starker, unangenehmer Gegner. Gelingen uns zwei perfekte Spiele, haben wir Chancen, die nächste Runde zu erreichen.»

Luzern mit hoher Wahrscheinlichkeit gegen Utrecht

Die Innerschweizer Überraschungsmannschaft der letzten Saison trifft in der zweitletzten Qualifikationsrunde der Europa League voraussichtlich auf den FC Utrecht. Die Holländer besiegten Tirana im Heimspiel 4:0 - gelingt es den Albanern, diesen Rückstand im Heimspiel wettzumachen, werden sie sich dem FC Luzern entgegen stellen.

Übersteht Lausanne (1:0-Sieg im Heimspiel) die Reise nach Bosnien zu Borac Banja Luka treffen die Romands auf den Sieger des Aufeinandertreffens von ND Gorica oder FC Randers. Die Dänen gewannen das erste Spiel auswärts 3:0.

Vaduz, das nach einer 3:0-Niederlage gegen Bröndby kaum mehr auf ein Weiterkommen hoffen darf, würde in der nächste Runde entweder auf die Asarbaidschaner aus Baki oder auf Budunost Podgorica aus Montenegro treffen.

Champions-League. Auslosung der 3. Quali-Runde:

Levadia Tallinn (Est)/Debrecen (Un) - FC BASEL.

Liepajas Metalurg (Lett)/ Sparta Prag - Inter Baku (Aser)/Lech Poznan (Pol).

Aktobe (Kas)/ Olimpi Rustawi (Geor) - Hapoel Tel-Aviv/Zeljeznicar Sarajevo.

Scheriff Tiraspol (Mol)/Dinamo Tirana (Alb) - Dinamo Zagreb/Koper (Sln).

Litex Lovetsch (Bul)/Rudar Pljevlja (Mont) - Birkirkara (Malta)/Zilina (Slk).

AIK Stockholm/Jeunesse Esch (Lux) - Linfield (NIrl)/Rosenborg Trondheim (No).

Partizan Belgrad/Pjunik Jerewan (Arm) - Ekranas (Lit)/HJK Helsinki (Fi).

BATE Borissow (WRuss)/ Hafnarfjördur (Isl) - FC Kopenhagen.

Bohemians Dublin/ Llantsantffraid (Wales) - Anderlecht (Be).

Omonia Nikosia (Zyp)/ Renova Cepciste (Maz) - Salzburg/HB Torshavn (Färöer).

YOUNG BOYS - Fenerbahçe Istanbul.

Dynamo Kiew - Gent (Be).

Ajax Amsterdam - PAOK Thessaloniki.

Sporting Braga (Por) - Celtic Glasgow.

Unirea Urziceni (Rum) - Zenit St. Petersburg.

Spieldaten:

27./28. Juli und 3./4. August. - Auslosung Playoffs (17./18. und 24./25. August) am 6. August.

Europa-League-Qualifikation. Auslosung 3. Runde:

FC Utrecht/KF Tirana - LUZERN. Gorica (Sln)/Randers (Dä) - LAUSANNE/Borac Banja Luka (Bos).

FK Baku (Aser)/Buducnost Podgorica (Mont) - Bröndby Kopenhagen/VADUZ (Lie).

Odense (Dä) - Zrinjski Mostar (Bos)/Tre Penne (San Marino).

Stabaek (No)/Dnjepr Mogilew (WRuss) - WIT Georgia Tiflis (Geor)/Banik Ostrava (Tsch).

Liverpool - Rabotnicki Skopje (Maz)/Mika Aschtarak (Arm).

Maritimo Funchal (Por)/Sporting Fingal (Irl) - Honka Espoo (Fi)/Bangor City (Wales).

Beroe Stara Zagora (Bul) - Suduva Marijampole (Lit)/Rapid Wien.

Timisoara (Rum) - MyPa Anjalankoski (Fi)/Sant Julia (And).

CSKA Sofia - Cliftonville (NIrl)/Cibalia Vinkovci (Kro). KR Reykjavik (Isl)/Karpaty Lwiw (Ukr) - Zestafoni (Geor)/Dukla Banska Bystrica (Slk).

Shamrock Rovers (Irl)/Bnei Yehuda Tel Aviv (Isr) - Juventus Turin.

Elfsborg (Sd)/ Iskra Rabnita (Mold) - Ventspils (Lett)/Teteks Tetovo (Maz).

Nordsjaelland (Dä) - Sporting Lissabon.

Videoton (Un)/Maribor (Sln) - Hibernian Edinburgh.

Roter Stern Belgrad - Slovan Bratislava.

Inter Turku (Fi) - Genk (Be).

La Valletta (Malta)/Ruch Chorzow (Pol) - Austria Wien/Siroki Brijeg (Bos).

Plzen (Tsch) - Besiktas Istanbul/Vikingur Göta (Färöer).

Besa Kavaja (Alb)/Olympiakos Piräus - Maccabi Tel Aviv/Mogren Budva (Mont).

Siauliai (Lit)/Wisla Krakow (Pol) - Portadown (NIrl)/ Karabach (Aser).

Sturm Graz - Gefle (Sd)/Dinamo Tiflis.

Anorthosis Famagusta (Zyp)/Sibenik (Kro) - Cercle Brügge/TPS Turku.

Molde (No)/ Jelgava (Lett) - VfB Stuttgart.

Maccabi Haifa (Isr) - Dinamo Minsk/ Sillamäe (Est).

Sibir Nowosibirsk (Russ) - Apollon Limassol (Zyp).

Olimpia Balti (Mold)/Dinamo Bukarest - Hajduk Split (Kro).

AZ Alkmaar (Ho) - IFK Göteborg.

Differdange (Lux)/Spartak Zlatibor (Ser) - Dnjepr Dnjepropetrowsk (Ukr).

Atyrau (Kas)/Györ (Un) - Montpellier (Fr).

Aalesund (No) - Motherwell (Scho)/Breidablik (Isl).

Kalmar (Sd)/Dacia Chisinau (Mol) - Levski Sofia/Dundalk (Irl).

Galatasaray Istanbul - OFK Belgrad/Torpedo Schodino (WRuss). Jagiellonia Bialystok (Pol)/Aris Thessaloniki.

Tauras Taurage (Lit)/ APOEL Nikosia (Zyp) - Jablonec (Tsch).

Spieldaten: 29. Juli und 5. August. - Auslosung Playoffs (19. und 26. August) am 6. August. (si)

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