Duell um den Titel: YB wie Basel oder Basel wie der FCZ?
Aktualisiert

Duell um den TitelYB wie Basel oder Basel wie der FCZ?

Im Kampf um den Meistertitel hat der FCB erstmals die Nase vorn und YB wird vom Gejagten zum Jäger. Der psychologische Vorteil liegt nun bei den Baslern. Hoffnung müssen die Berner jetzt aus der eigenen Geschichte schöpfen.

Erholt sich YB von seiner Baisse oder zeigt Carlitos bald den Meistersprung?

Erholt sich YB von seiner Baisse oder zeigt Carlitos bald den Meistersprung?

Ende August betrug der Vorsprung von YB auf den FC Basel bereits unglaubliche 13 Punkte. Zu Beginn der Rückrunde waren es nur noch sieben Zähler. Fünf Runden vor Schluss ist die ganze Reserve der Berner weg und aufgrund des schlechteren Torverhältnisses liessen sich die Young Boys sogar erstmals seit der dritten Meisterschaftsrunde von der Tabellenspitze verdrängen. Der YB-Titelfluch, der die Berner seit dem Cupgewinn 1987 regelmässig heimsucht, scheint auch in diesem Jahr seine Fortsetzung zu finden. Wieder droht YB im Kampf um Titel und Trophäen leer auszugehen.

Nach der gelungenen Aufholjagd ist der FCB psychologisch klar im Vorteil. Die Basler haben sich in den letzten Wochen in einen Rausch gespielt. Trotz den Ausfällen von Streller und Frei fielen die Tore praktisch von selbst. Dem breiten Kader sei dank: Almerares, Stocker, Shaqiri, Huggel oder Carlitos sprangen für die verletzten Stürmer in die Bresche. Ganz anders die Situation bei YB: Die Berner haben deutlich mehr Mühe, die Ausfälle von Stammkräften wie Abwehrchef Dudar gleichwertig zu ersezten. In der Defensive ist YB viel zu anfällig und vorne braucht auch Topskorer Doumbia in letzter Zeit die eine oder andere Chance zu viel. Spielmacher Yapi läuft seit der Bekanntgabe seines Wechsels zum FCB seiner Vorrunden-Form weit hinterher.

YB und die verpatzte Finalissma

Auch wenn momentan alles für den FC Basel spricht, entschieden ist noch nichts. Hoffnung kann YB aus der eigenen Vergangenheit schöpfen. 2008 lagen die Berner in der Winterpause sechs Punkte hinter Leader Basel. Bis zum viertletzten Spieltag machten die Young Boys diesen Rückstand aber weg und setzten sich, dank dem besseren Torverhältnis, an die Tabellenspitze. Ganz Bern träumte plötzlich vom Titel, ein Sieg in der Finalissima in Basel hätte schliesslich gereicht. Doch die Berner konnten den psychologischen Vorteil nicht nutzen und der FCB sicherte sich den zwölften Meistertitel.

Auch in diesem Jahr treffen YB und Basel im letzten Saisonspiel aufeinander. Wenn es zur Finalissima kommt und der Meister am letzten Spieltag erkoren wird, stehen die Vorzeichen jedoch anders. In dieser Saison dominierten die Young Boys, der FCB musste sich immer wieder an den Leader rankämpfen. Das kostet viel Kraft und diese könnte den Baslern trotz psychologischem Vorteil sowie einfacherem Restprogramm zum Schluss fehlen. Hinzu kommt, dass YB bei einer allfälligen Finalissima zu Hause spielen könnte. Beim begeisterungsfähigem Berner Publikum wäre dies sicher ein grosser Vorteil.

FCZ-Triumph in letzter Sekunde

Dass aber auch der Underdog in einer Finalissima oben aus schwingen kann, zeigte 2006 der FC Zürich. Punkt für Punkt rückten die Zürcher, die in der Winterpause noch acht Zähler hinter Leader Basel lagen, näher an die Tabellenspitze heran. Vor dem letzten Spieltag betrug der Rückstand noch drei Zähler. In der Finalissima von Basel sicherte Iulian Filipescu dem FCZ in den Schlusssekunden den Sieg und warf die Hierarchie, die sich während der gesamten Saison herausgebildet hatte, komplett über den Haufen.

Und wie endet der Kampf um den Titel 2010? Retten sich die Young Boys wie der FCB vor zwei Jahren doch noch über die Ziellinie oder schwingen die Basler am Schluss obenaus? Noch ist beides möglich. YB sollte aber schleunigst wieder punkten, um den FCB nicht noch der dem letzten Spieltag ganz aus den Augen zu verlieren.

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