Gerardo Seoane: YB will gegen Valencia die Nullen ausradieren
Aktualisiert

Gerardo SeoaneYB will gegen Valencia die Nullen ausradieren

Die Young Boys haben gegen Valencia Grosses vor. Die Punkte- und Torbilanz soll aufgebessert werden.

von
E. Tedesco
Bern

Das sagt Gerardo Seoane vor dem Spiel in der Champions League gegen Valencia und zum Duell gegen ein Team aus seinem Herkunftsland. (Video: 20 Minuten)

Mit Valencia wartet auf YB die vermeintlich einfachste Aufgabe in der Gruppe mit Manchester United und Juventus Turin. Auf dem Papier zumindest. Wie YB haben die Spanier in der aktuellen Champions-League-Kampagne noch keinen Treffer erzielt. Aber anders als die Berner kommt Valencia in der Liga nicht auf Touren. Der letztjährige Tabellenvierte liegt auf Rang 14, hat in 9 Runden erst einmal gewonnen und 7 Tore geschossen. YB erzielte 37 Treffer in 11 Partien.

«Das sind auch junge Sportler, die mit Vertrauen in Höchstform kommen», sagt Gerardo Seoane. Das fehle ihnen nach dem schwachen Saisonstart. «Aber von der Qualität her sind das unglaubliche Topstürmer, die jederzeit ein Spiel entscheiden können.» Die Spieler wüssten von den Stärkeverhältnissen. Mit Konzentration und Aggressivität sollen die ersten Punkte in der Champions League her.

Zagreb bisher das schlechteste Team in einer Gruppenphase

Wenn nicht, droht YB der wenig ruhmreiche Eintrag in die Liste jener Teams (siehe Box), die bisher am schlechtesten in einer Gruppenphase der Königsklasse abschnitten. Null Punkte «schafften» einige Teams, aber keine Punkte und null Tore gelang bisher nur Dinamo Zagreb (in der Saison 2016/17). Spartak Moskau (2002/03), Levski Sofia (2006/07), Tel Aviv (2015/16) und Benfica Lissabon (2017/18 mit dem FCB in einer Gruppe) erzielten wenigstens einen Treffer in der Gruppenphase. Das und mindestens einen Punkt schafften auch die anderen Schweizer Clubs (GC, FCZ, Thun, FCB), die in der Vergangenheit in der Champions League vertreten waren.

«Wir setzen uns nicht unter Druck», sagt Seoane. «Wir haben einige Lehren aus den Niederlagen gegen ManUnited und Juve gezogen, aber die Umsetzung geht meistens nicht so schnell», sagt der YB-Trainer. Dennoch zeigen sich die Berner zuversichtlich. «Wenn es uns gelingen sollte, den ersten Treffer zu erzielen, gibt uns das bestimmt das nötige Selbstvertrauen auch in der Champions League», erklärt Djibril Sow.

«Wir setzen uns nicht unter Druck»

YB-Mittelfeldspieler Djibril Sow vor dem 3. Gruppenspiel in der Champions League gegen Valencia. (Video: 20 Minuten)

Djibril Sow vor dem Gruppenspiel in der Champions League gegen Valencia. (Video: 20 Minuten)

Erinnerungen an die Aktivzeit in Spanien

Die nächsten Spiele gegen die Spanier sind für YB wichtig. Dann wird man sehen, ob die Berner Chancen haben, europäisch zu überwintern. Für YB-Trainer Seoane hat das Duell gegen die Spanier zusätzlich einen «speziellen Geschmack». Denn es geht für ihn gegen eine Mannschaft aus der Heimat seiner Eltern und aus jenem Land, in dem er einst spielte.

Die Eltern des YB-Trainers kamen aus Galizien und liessen sich in der Zentralschweiz nieder. Noch keine 20 Jahre alt, wechselte Seoane 1998 in die Primera División zu La Coruña. Vorgestellt wurde Seoane vor 3000 Fans als neuer Guardiola. Doch die Clubpolitik des damaligen Präsidenten Augusto César Lendoiro war für die Entwicklung des jungen Seoane Gift: Der Boss kaufte Stars. Die Talente dahinter versauerten.

Für die erste Mannschaft bestritt Seoane nur zwei Spiele im Cup und bekam trotz guter Leistungen keine weitere Chance. Er spielte meist im Team B. Seoane blieb vier Jahre in Galizien. Nach der Rückkehr in die Schweiz schaffte es der Mittelfeldspieler zum Leistungsträger und absolvierte bei Aarau, GC und Luzern über 200 Super-League-Partien.

Seoane verbindet dennoch schöne Erinnerungen an seine Zeit in Spanien – sagt er. Nur darüber reden mag er nicht gross. «Das ist kalter Kaffee», sagt der YB-Trainer, «jetzt geht es in der Champions League gegen Valencia und wir freuen uns darauf.»

Die schlechtesten Teams der Gruppenphasen

Die schlechtesten Teams der Gruppenphasen

2011/12

Dinamo Zagreb: 0 Punkte, 3:22 (-19) Tore

2002/03

Spartak Moskau: 0 Punkte, 1:18 (-17)

2006/07

Levski Sofia: 0 Punkte, 1:17 (-16)

2010/11

MSK Zilina: 0 Punkte, 3:19 (-16)

2016/17

Dinamo Zagreb: 0 Punkte, 0:15 (-15)

2015/16

Tel Aviv: 0 Punkte, 1:16 (-15)

2007/08

Dynamo Kiew: 0 Punkte, 4:19 (-15)

2009/10

Debrecen: 0 Punkte, 5:19 (-14)

2017/18

Benfica: 0 Punkte, 1:14 (-13)

2004/05

Anderlecht: 0 Punkte, 4:17 (-13)

2016/17

FC Brügge: 0 Punkte, 2:14 (-12)

2011/12

Villarreal: 0 Punkte, 2:14 (-12)

2005/06

Rapid Wien: 0 Punkte, 3:15 (-12)

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