Aktualisiert 30.10.2016 15:07

Super LeagueYB zerzaust Vaduz – Luzern dreht die Partie

Die Berner schlagen zuhause Vaduz 5:0. Luzern liegt in Lausanne lange 0:2 zurück, am Ende siegen die Zentralschweizer 3:2.

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Sonntag, 30. Oktober 2016Die Volksseele in der Ostschweiz kocht und zeigt das auf diversen Spruchbändern deutlich.

Sonntag, 30. Oktober 2016Die Volksseele in der Ostschweiz kocht und zeigt das auf diversen Spruchbändern deutlich.

Vor dem Anpfiff bleibt der Espenblock leer.

Vor dem Anpfiff bleibt der Espenblock leer.

FreshFocus/Marc Schumacher
Einige sehnen sich nach Jeff Saibene zurück.

Einige sehnen sich nach Jeff Saibene zurück.

FreshFocus/Marc Schumacher

Der vierte Sieg der Young Boys in Folge – das Europa-League-Spiel gegen APOEL Nikosia und den Cup-Match gegen die Grasshoppers eingerechnet – war hochverdient, wenn man es an den Spielanteilen und den Chancen misst. Auch das Offensivspektakel der letzten Heimspiele blieb in der zweiten Hälfte nicht aus.

Als Stürmer Yuya Kubo nach genau einer Stunde nach prächtiger Vorarbeit den Ball via Pfosten zum 2:0 ins Tor drückte, war dies die erste Szene, in der die Berner die Abwehr der Vaduzer überlaufen und aushebeln konnten. Damit waren der Bann für YB und der Widerstand von Vaduz gebrochen. Nur fünf Minuten danach erhöhte YBs Torschütze vom Dienst Guillaume Hoarau per Direktabnahme auf 3:0. Thorsten Schick leistete innert weniger Minuten zu beiden Toren die Vorarbeit. Der Österreicher hat sich auf der linken, bisweilen auch auf der rechten Seite hervorragend in die Mannschaft eingebracht. Wenn Miralem Sulejmani nach seiner Knieverletzung wieder fit sein wird, wird sich Trainer Adi Hütter mit einem Luxusproblem konfrontiert sehen.

Vaduz hielt gut mit

Die Young Boys mussten sich gegen Vaduz lange Zeit viel mehr abmühen, um zu dominieren und zu guten Chancen zu kommen als bei den beiden Kantersiegen gegen GC (4:0, 5:0). Das lag daran, dass die Defensive der Liechtensteiner zumindest zu Beginn wesentlich stärker war als die der Grasshoppers. Der Vaduzer Trainer Giorgio Contini setzte seinen besten Mann Philipp Muntwiler ins Abwehrzentrum. Die Rechnung ging recht lange auf.

Bis sie nach genau einer halben Stunde in Führung gingen, hatten es die Berner auf zwei knappe Fehlschüsse und auf eine weitere, zumindest halbe Chance gebracht. Das 1:0 trug die Handschrift von Guillaume Hoarau. Der Franzose verwertete dank seiner stupenden Schusstechnik ein flaches Zuspiel von Linksverteidiger Jan Lecjaks mit einer wunderbaren, halb geschlenzten Innenrist-Direktabnahme aus etwa 20 Metern. Trotz der haushohen Feldüberlegenheit der Berner kam das Tor eher überraschend. Die Führung zur Pause verdankten die Young Boys also Hoaraus individueller Klasse, die sie in den Wochen der vielen 0:0 nicht zur Verfügung hatten. Auf der anderen Seite kamen die Gäste nur sehr vereinzelt in den Strafraum der Berner.

Ihre Harmlosigkeit konnten die Liechtensteiner bis zuletzt nicht loswerden. Das Bemühen, sich in der Offensive mehr zu zeigen, war in der zweiten Halbzeit zu erkennen. Auswirkungen hatte es aber keine. Und indem sie die Defensive nur ein wenig lockerten, gewährten die Vaduzer den Young Boys die Räume für zügige Angriffe und Tore. Auch die eingewechselten Leonardo Bertone und Michael Frey reihten sich noch unter die Torschützen.

Luzern mit viel Kampfgeist

Vor der Luzerner Wende besassen die Waadtländer mehr vom Spiel und gingen durch Jordan Lotomba mit seinem ersten Saisontor bereits in der 6. Minute in Führung. Pak Kwang-Ryong wurde mit einem schnellen Konterball auf der linken Seite lanciert, Francesco Margiotta verpasste in der Mitte die flache Hereingabe des Nordkoreaners. Hinter ihm stand Lotomba jedoch goldrichtig und traf volley in die tiefe weite Ecke.

Lausanne verzeichnete auch in der Folge die besseren Tormöglichkeiten und hätte zur Pause klarer führen können. Luzern bot sich erst in der 41. Minute die erste Torchance, als ein Schuss von Tomi Juric auf der Latte landete. Der Australier war bei der Schussabgabe noch von Elton Monteiro gefoult worden und musste nach dieser penaltyverdächtigen Szene verletzt ausgewechselt werden.

Luzern dank Penalty in der Nachspielzeit

Die vermeintliche Vorentscheidung für den Gastgeber fiel nach einer Stunde durch einen haltbaren Weitschuss von Pak. FCL-Goalie David Zibung sah beim Aufsetzer nicht gut aus und musste den Ball unter sich hindurch passieren lassen.

Dramatisch dann die Wende in der letzten Viertelstunde: Marco Schneuwly reagierte in einer unübersichtlichen Szene am schnellsten und köpfelte den Ball aus vermeintlicher Abseitsposition ins Netz. Bei dieser Szene lagen jedoch Benjamin Kololli und Cedric Itten hinter der Torauslinie am Boden und hoben so das Abseits auf. Nur knapp sechs Minuten später stand Marco Schneuwly nach einem Flankenball von Itten erneut richtig und schoss aus kurzer Distanz ein.

Nachdem Christian Schneuwly in der 91. Minute das 3:2 für die Gäste verpasst hatte, traf Markus Neumayr eine Minute später mittels Foulpenalty zum überraschenden Sieg für die Luzerner. Für Lausanne ist es die dritte Niederlage in Serie.

Young Boys - Vaduz 5:0 (1:0)

15'020 Zuschauer. – SR Schnyder.

Tore: 30. Hoarau (Lecjaks) 1:0. 60. Kubo (Schick) 2:0. 65. Hoarau (Schick) 3:0. 79. Bertone 4:0. 95. Frey 5:0.

Young Boys: Mvogo; Sutter, Nuhu, Von Bergen, Lecjaks; Zakaria; Ravet (81. Duah), Sanogo (68. Bertone), Schick (66. Frey); Hoarau, Kubo.

Vaduz: Siegrist; Grippo, Muntwiler, Bühler; Hasler, Stanko (70. Kukuruzovic), Ciccone, Zarate (70. Mathys); Brunner (84. Borgmann), Avdijaj, Costanzo.

Bemerkungen: Young Boys ohne Mbabu, Bürgy (beide gesperrt), Sulejmani, Gerndt, Benito, Wölfli, Wüthrich (alle verletzt), Vilotic, Gajic, Benito und Obexer (alle nicht im Aufgebot). Vaduz ohne Burgmeier, Strohmaier, Janjatovic, Felfel (alle verletzt), Baldinger (rekonvaleszent), Schürpf und Pfrunder (beide nicht im Aufgebot). Verwarnungen: 5. Sutter (Foul), 41. Sanogo (Foul).

Lausanne - Luzern 2:3 (1:0)

3570 Zuschauer. – SR Jaccottet.

Tore: 6. Lotomba (Pak) 1:0. 61. Pak (Margiotta) 2:0. 74. Marco Schneuwly (Thiesson) 2:1. 79. Marco Schneuwly (Itten) 2:2. 92. Neumayr (Foulpenalty) 2:3.

Lausanne: Martin; Diniz, Manière, Monteiro; Tejeda (85. Pasche); Lotomba, Campo (62. Margairaz), Araz, Kololli; Margiotta (71. Ben Khalifa), Pak.

Luzern: Zibung; Thiesson, Costa (78. Haas), Affolter, Lustenberger; Christian Schneuwly, Neumayr, Kryeziu, Oliveira (55. Hyka); Marco Schneuwly, Juric (45. Itten).

Bemerkungen: Lausanne ohne Custodio, Gétaz (beide gesperrt), Blanco (verletzt) und Maccoppi (krank). Luzern ohne Ugrinic und Puljic (beide verletzt). 41. Lattenschuss Juric. 51. Lattenschuss Margiotta. Gelb-Rot: 93. Manière (Reklamieren). Verwarnungen: 45. Manière (Foul), 70. Costa (Foul). 85. Christian Schneuwly (Foul). (sda)

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