Aktualisiert 05.08.2019 05:06

Viele Verletzte

YBs Rennen gegen die Zeit

In zwei Wochen kämpfen die Young Boys um den Einzug in die Champions League – vorher hat der Meister grosse personelle Sorgen.

von
Eva Tedesco
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Sandro Lauper hat sich im letzten Heimspiel der abgelaufenen Saison (4:0 gegen Luzern) das Kreuzband gerissen. Die Meisterfeier erlebte er an Krücken und wurde in der Sommerpause operiert. Er wird noch Monate ausfallen.

Sandro Lauper hat sich im letzten Heimspiel der abgelaufenen Saison (4:0 gegen Luzern) das Kreuzband gerissen. Die Meisterfeier erlebte er an Krücken und wurde in der Sommerpause operiert. Er wird noch Monate ausfallen.

kein Anbieter/Claudio de Capitani/freshfocus
Christian Fassnacht hatte mit Leistenbeschwerden zu kämpfen und musste die ersten Super-League-Spiele von der Tribüne aus verfolgen. Inzwischen ist der Offensivspieler ins Mannschaftstraining eingestiegen.

Christian Fassnacht hatte mit Leistenbeschwerden zu kämpfen und musste die ersten Super-League-Spiele von der Tribüne aus verfolgen. Inzwischen ist der Offensivspieler ins Mannschaftstraining eingestiegen.

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Miralem Sulejmani spürt eine Narbe aus einer alten Verletzung, wird aber wohl fit werden.

Miralem Sulejmani spürt eine Narbe aus einer alten Verletzung, wird aber wohl fit werden.

Keystone/Peter Klaunzer

Heute Montag (12 Uhr) wird in Nyon der Gegner ausgelost. Dann weiss der Schweizer Meister, gegen wen er am 20./21. August (Hinspiel) und 27./28. August (Rückspiel) antreten muss, um an die Honigtöpfe der Uefa zu gelangen. Mehr als 30 Millionen Franken liegen für die Young Boys auch in dieser Kampagne wieder drin, wenn sie die Playoffs überstehen und in die Gruppenphase einziehen. Aber ausgerechnet in dieser heiklen Phase der Saison haben die Berner mit einer Verletzungsmisere zu schaffen.

Die Liste der verletzten Leistungsträger ist lang: Sandro Lauper (Kreuzbandriss) erwischte es noch in der abgelaufenen Saison. Mohamed Camara erlitt am Freitag im Training einen Schienbeinbruch und wird wie Lauper wohl erst 2020 wieder eingesetzt werden. Christian Fassnacht ist nach Leistenbeschwerden zwar wieder ins Mannschaftstraining eingestiegen, ihm fehlt aber neben der Vorbereitung vor allem Spielpraxis. Ausserdem: Bleibt er bei YB? Miralem Sulejmani spürt eine Narbe aus einer alten Verletzung, wird aber wohl fit werden.

Und dann ist da noch Patient Guillaume Hoarau. Es wäre bitter, wenn der letztjährige Torschützenkönig passen müsste, denn «AirFrance» ist so etwas wie die Lebensversicherung der Berner auf europäischem Parkett. Der Franzose erzielte in 30 Europacup-Partien 18 Treffer. Hoarau laboriert an einer Muskelverletzung am Oberschenkel und soll laut Club-Bulletin «zwei bis drei Wochen» fehlen. Das wird knapp. Das Rennen gegen die Zeit hat begonnen.

Die Sorgenfalten werden tiefer

Gegen Lugano sprang Jean-Pierre Nsame als Doppeltorschütze für Hoarau in die Bresche. Trotz des 2:0-Sieges gingen die Sorgenfalten bei Trainer Gerry Seoane nicht weg. Im Gegenteil, sie wurden sogar noch tiefer. Denn kurz vor der Pause musste der YB-Coach Marvin Spielmann mit Verdacht auf eine Hirnerschütterung vom Platz nehmen. Der Neuzugang aus Thun und Numa Lavanchy waren mit den Köpfen zusammengerasselt. Immerhin kehrte Captain Fabian Lustenberger nach einem schweren Zusammenprall mit einem Turban zurück und konnte zu Ende spielen.

Und es reichte auf nationaler Ebene für die drei Punkte. Aber für den Einzug in die Königsklasse? Für Camara und Lauper wird es definitiv nicht reichen, bei den anderen Spielern darf Seoane hoffen, dass sie bis zu den Playoffs gesund zurückkehren. Oder legt YB auf dem Transfermarkt nach? Nach den Verkäufen von Djibril Sow (Gladbach) und Kevin Mbabu (Wolfsburg) und den Millionen aus der letztjährigen Champions League fehlt es YB nicht am Kleingeld.

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