Ylenia: Nun beginnen sogar Privatpersonen zu suchen
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Ylenia: Nun beginnen sogar Privatpersonen zu suchen

Der Fall Ylenia bewegt die Bevölkerung nach wie vor stark. Im Billwilerwald organisieren nun Private eine Nach-Suchaktion. Nicht nur zur Freude der Polizei.

Die Polizei sucht mit Unterstützung der Armee immer neue Waldstücke ab. Heute suchen rund 70 Mann im Bischofszeller Wald. Doch noch immer fehlt von Ylenia jede Spur. Bei vielen Privaten regt sich deshalb der Wunsch, bei der Suche zu helfen. «Wir hatten verschiedene Angebote von Vereinen, die wir dankend ablehnen mussten», sagt Kapo-Sprecher Hans Eggenberger. «Für eine Suche nach unseren Vorgaben haben wir genug Fachleute.»

Doch Tanja Leu (27) aus Rickenbach will nicht länger die Hände in den Schoss legen. Am Sonntag begegnete sie im Billwilerwald einem Appenzeller Pendler, der dort schon seit einiger Zeit mit Hacke und Schaufel auf eigene Faust nach Ylenia sucht. «Als mir klar wurde, wo ich war, und mir der Mann erzählte, dass die Polizei gar nicht den ganzen Wald durchsucht hat, musste ich handeln», sagt sie. Zusammen mit ihrer Mutter Regula Leu (47) hängte sie gestern in der ganzen Ostschweiz Plakate auf mit einem Aufruf zu einer privaten Suchaktion am Sonntag.

Die Polizei ist damit nicht ganz glücklich: «Einerseits heiligt der Zweck die Mittel, wenn Ylenia so gefunden wird», sagt Eggenberger. «Andererseits ist das Gelände nicht ungefährlich. Einen Volksaufmarsch wünschen wir uns nicht.»

Gaudenz Looser

Fall Ylenia: TV-Ausstrahlung

Der Fall Ylenia wird am Donnerstag auch in der Sendung «Aktenzeichen XY... ungelöst» im ZDF vorgestellt. Gezeigt werden Bilder von Ylenia, ihrem Entführer, den Tat- und Fundorten. Offenbar ist für Hinweise zur Klärung des Verbrechens oder zum Fund von Ylenia neuerdings eine Belohnung von 13 000 Euro ausgeschrieben. Andreas Künzle, Kommandant der Kapo Innerrhoden, will dazu erst am Donnerstag Stellung nehmen.

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