Ylenia: St. Galler Polizei wird in Spanien aktiv
Aktualisiert

Ylenia: St. Galler Polizei wird in Spanien aktiv

Während die Ostschweizer Polizeikorps in der Region nur noch punktuell nach der vermissten Ylenia suchen, ist seit heute Spanien in den Fokus der Schweizer Ermittler gerückt.

Laut Polizei trafen am Freitag zwei St. Galler Polizisten, ein Untersuchungsrichter und ein Ermittler der Bundeskriminalpolizei in Spanien ein, um dort das Haus des mutmasslichen Entführers von Ylenia zu durchsuchen. Gleichzeitig will sich die Polizei ein Bild davon machen, wie der 67-jährige Auslandschweizer gelebt hat.

Die Suche nach dem Mädchen in den Wäldern um Oberbüren blieb auch am Freitag ohne Erfolg. Das Durchkämmen der Wälder wird nun beendet, wie die Polizei mitteilte. Nach wie vor sind punktuelle Einsätze aufgrund von Hinweisen geplant. Allein bei der St. Galler Polizei gingen bisweilen über 1000 Hinweise ein, wie es heisst.

Seit elf Tagen vermisst

Die Polizei ruft Besitzer von Ferienhäusern, Alp- und Forsthütten sowie Weidställen auf, in ihren Gebäuden Nachschau zu halten und verdächtige Feststellungen zu melden. An der Suche nach Ylenia beteiligten sich diese Woche neben der Polizei auch Feuerwehrleute und an zwei Tagen über 100 Angehörigen der Armee.

Ylenia verschwand am 31. Juli beim Hallenbad in Appenzell. Als ihr mutmasslicher Entführer gilt ein 67-jähriger Schweizer, der seit 1990 mit seiner Frau in Benimantell in Spanien lebte und zuvor im Thurgau daheim gewesen war. Er nahm sich am Tag der Entführung in einem Wald bei Oberbüren SG mit einem Kopfschuss das Leben.

Ganz in der Nähe fand die Polizei das Rucksäcklein, das Kickboard und den Velohelm des Mädchens. An den Effekten Ylenias befanden sich DNA-Spuren des 67-Jährigen, der vor seinem Suizid in einem anderen Wald bei Oberbüren einen 46-Jährigen anschoss und schwer verletzte. Der Mann, der im Wald schlafen wollte, überlebte.

Rechtshilfegesuch

Mitte dieser Woche befragte die Polizei ein erstes Mal die Frau des mutmasslichen Kidnappers; zum Inhalt der Befragung macht die Polizei keine Angaben. Gleichzeitig ersuchte das Bundesamt für Justiz Spanien um Rechtshilfe; auch hier macht die Polizei keine Angaben zum Inhalt des Gesuchs - das Verfahren ist am Laufen.

Am Donnerstag wurde in Appenzell, unweit dem Wohnort Ylenias, ein Mahnfeuer angezündet. Rund 200 Pesonen kamen und gedachten der vermissten Ylenia. Die Mutter hatte ihr Einverständnis gegeben.

(sda)

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