Ylenia-Suche: Neue Spuren zu alten Fällen
Aktualisiert

Ylenia-Suche: Neue Spuren zu alten Fällen

Bei der Suche nach Ylenia sind unter anderem auch ein Rechen und eine Schaufel in einem Wald im Thurgauischen Istighofen entdeckt wurden. Alte Kindsentführungen aus den Achtzigerjahren erhalten so neue Aktualität.

Das Verschwinden von Ylenia Lenhard Ende Juli hat in der Bevölkerung eine beispiellose Suchaktion ausgelöst. Bei der Kantonspolizei St. Gallen gingen rund 1500 Hinweise ein, Zivilpersonen machten sich auf die Suche nach dem kleinen Mädchen - mit dem bekannten, traurigen Ende.

Hinweise werden geprüft

Die Suche nach Ylenia ist mittlerweile beendet. Die Suche nach Zusammenhängen um die unheimliche Entführungs- und Tötungsserie aus den Achtzigerjahren aber läuft weiterhin auf Hochtouren. Auf der interkantonalen Soko Rebecca, die nach dem Tötungsdelikt an der Achtjährigen Rebecca Bieri aus Gettnau in Luzern im Jahr 1982 ins Leben gerufen wurde, sind seit dem Fall Ylenia einige Hinweise eingegangen, die nun einer genaueren Prüfung unterzogen werden, wie ein Sprecher gegenüber 20minuten.ch sagte. «Wir klären ab, ob die Hinweise zu einem Entführungsfall aus den Achtzigerjahren passt und werden dann die kantonalen Polizeibehörden informieren.» Diese müssen die Ermittlungen vor Ort vornehmen. Von konkreten neuen Erkenntnissen zu sprechen sei momentan aber noch zu früh, teilt die Soko Rebecca mit.

Rechen und Schaufel im August gefunden

Ein konkreter Hinweis ging derweil bei der Kantonspolizei Thurgau ein, der laut «SonntagsZeitung» mit dem Verschwinden von Kindern und Jugendlichen vor 22 Jahren stehen könnte. Eine Frau aus der Nähe von Weinfelden gab an, sie habe damals in einem Wald bei Istighofen ein ausgehobenes Grab entdeckt, das wenig später zugeschüttet gewesen wäre. Die Kapo Thurgau stellte an diesem Ort in diesem August einen Rechen und eine Schaufel sicher. Ob die Gegenstände tatsächlich aus jener Zeit stammen und ob sie allenfalls in Zusammenhang mit einem der Entführungsfälle aus den Achtzigerjahren stehen, werde zurzeit abgeklärt, sagte Christof Gremminger von der Kapo Thurgau. Mehr Infos werden voraussichtlich nächste Woche bekannt werden. Die Polizei will an besagtem Fundort weitere Grabungen anstellen, sobald die Landeigentümer informiert sind. Wann das sein wird, wollte die Polizei nicht bekannt geben. Gremminger gibt sich vorsichtig: «Es ist einer von dutzenden Hinweisen, die wir aus der Bevölkerung erhalten haben und abgeklärt werden.»

Bisher keine Verbindung zu Urs Hans Von Aesch

Das Tötungsdelikt an Ylenia Lenhard zieht also weitere Kreise nach sich. Konkrete Hinweise, ob der Entführer und mutmassliche Mörder von Ylenia, Urs Hans Von Aesch, in weitere Fälle aus den Achtzigerjahren verwickelt ist, gibt es bisher aber nicht.

Marius Egger, 20minuten.ch

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