COVID-Zertifikat - Yogaverband kritisiert Bundesrat für «Impfzwang durch die Hintertür»
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COVID-ZertifikatYogaverband kritisiert Bundesrat für «Impfzwang durch die Hintertür»

Die Pläne des Bundesrats für ein COVID-Zertifikat in fast allen Innenräumen rufen heftige Kritik der Betroffenen hervor. Viele befürchten nun erneute Einnahmeverluste.

von
Fabian Pöschl
Marco Huber
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Der Bundesrat plant, dass künftig ein COVID-Zertifikat in zahlreichen Betrieben im Innern gelten soll.

Der Bundesrat plant, dass künftig ein COVID-Zertifikat in zahlreichen Betrieben im Innern gelten soll.

20min/Celia Nogler
Ob im Restaurant, Kino oder Fitnesscenter – ohne Zertifikat käme man dann nicht mehr rein.

Ob im Restaurant, Kino oder Fitnesscenter – ohne Zertifikat käme man dann nicht mehr rein.

20min/Celia Nogler
Das gab Bundesrat Alain Berset am Mittwoch bekannt.

Das gab Bundesrat Alain Berset am Mittwoch bekannt.

20min/Stefan Lanz

Darum gehts

  • Der Bundesrat plant ein COVID-Zertifikat für zahlreiche Innenbetriebe.

  • Das stösst auf Unverständnis bei den betroffenen Betrieben.

  • Der Yogaverband hält den Entscheid für verwerflich.

Der Bundesrat gab am Mittwoch bekannt, dass er strengere Regeln im Kampf gegen das Coronavirus plant. Er schlägt vor, dass es eine Zertifikatspflicht für den Zutritt zu fast allen Innenbereichen gelten soll, ob im Restaurant, Kultur- oder im Freizeitbetrieb.

Noch sind die massiv verschärften Pläne nicht Tatsache. Der Bundesrat will bis 30. August die Meinung der Kantone einholen. Die Betroffenen reagieren allerdings heftig auf die Pläne. Viele fürchten die Einführung der Zertifikatspflicht.

«Da kommt mir die Galle hoch», sagt Roland Haag, Präsident des Schweizer Yogaverbands. Er hält die Pläne des Bundes für «verwerflich und deplatziert». Faktisch bedeute dies den Impfzwang durch die Hintertür. «Yoga ist doch gut für die Gesundheit der Bevölkerung», sagt Haag, doch mit dem 3-G-Prinzip könne es sein, dass Ungeimpfte nicht mehr in die Stunde kämen.

Theaterszene befürchtet weiteren Einnahmeverlust

Auch die Kulturbetriebe fürchten, dass nun weniger Besucherinnen und Besucher kommen. Sandra Künzi, Co-Präsidentin von Theaterschaffende Schweiz, sieht das Hauptproblem darin, dass die Tests ab Oktober kostenpflichtig werden. «Einige Menschen im Publikum sind nicht geimpft und werden dann nicht mehr kommen. Für die jetzt schon arg gebeutelte Theaterszene bedeutet das einen weiteren Einnahmeverlust.»

Künzi hält zudem fest, dass viele kleinere Theaterbühnen Angestellte wie etwa Theaterleitung, Technikerinnen oder Techniker beziehungsweise das Barpersonal beschäftigen. «Wer dann die Kosten für deren Tests übernimmt, ist mir schleierhaft.»

Auch Claude Ammann vom Schweizerischen Fitness- und Gesundheitsverband setzt ein Fragezeichen hinter die neuesten Massnahmen des Bundes. Er spricht von einer «erneuten Beschneidung des Geschäfts». Zudem hält er fest, dass in Gyms bereits Luftmessungen stattfinden und damit das Möglichste für eine gute Luft-Zirkulation getan werde.

Gastro-Verband warnt vor Spaltung der Gesellschaft

Gastrosuisse-Präsident Casimir Platzer gab im Anschluss an die Bekanntgabe des Bundesrats eine Pressekonferenz. Dabei warnte er vor einer Spaltung der Gesellschaft, falls das COVID-Zertifikat auch im Gastgewerbe zur Pflicht wird. Für die Gastronomie wären massive Umsatzeinbussen die Folge, weil dann viele Gäste nicht mehr kämen. Der Branchenverband will sich dagegen wehren und hofft, dass der Bundesrat Alternativen zum Zertifikat prüfe.

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