Hugh Hefner: Kritik am Playboy-Gründer - Die Schweizerin Yolanda Risi lebte mit ihm und erinnert sich
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Nach Vorwürfen an Hugh HefnerYolanda Risi erzählt von ihrem Jahr in der Playboy Mansion

Während Hugh Hefner seinen Traum lebte, schien es für einige seiner Frauen der Horror schlechthin gewesen zu sein. Risi tut es leid, was ihre Kolleginnen erlebt haben sollen.

von
Toni Rajic
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Als einzige Schweizerin überhaupt lebte Yolanda Risi-Egger (61) während eines Jahres mit Hugh Hefner in der Playboy Mansion. «Es war die beste Zeit meines Lebens», sagt sie.

Als einzige Schweizerin überhaupt lebte Yolanda Risi-Egger (61) während eines Jahres mit Hugh Hefner in der Playboy Mansion. «Es war die beste Zeit meines Lebens», sagt sie.

Instagram/yolanda.risiegger
1984 zierte sie das Cover des Männermagazins und wurde zum Playmate des Jahres ernannt.

1984 zierte sie das Cover des Männermagazins und wurde zum Playmate des Jahres ernannt.

Playboy
Heute arbeitet Risi-Egger als Unternehmerin und Chefredaktorin des «Sette»-Magazins.

Heute arbeitet Risi-Egger als Unternehmerin und Chefredaktorin des «Sette»-Magazins.

Instagram/yolanda.risiegger

Darum gehts

Luxus, Glamour, schöne blonde Frauen: In seiner weltberühmten Playboy Mansion lebte Hugh Hefner (91) seinen wahr gewordenen Traum. Doch dieser scheint für einige Frauen ein regelrechter Albtraum gewesen zu sein. Immer mehr erheben in der, im Januar erscheinenden TV-Doku «Secrets of Playboy» schwere Vorwürfe gegen den 2017 verstorbenen «Playboy»-Gründer.

Darunter auch die Zwillinge Kristina und Karissa Shannon (32), die während drei Jahren als Freundinnen an der Seite von Hefner lebten: «Wir sind mental von ihm kaputt gemacht worden. Er hatte Schilder überall im Haus hängen, die sagten, was wir tun, essen oder trinken durften. Wir durften nicht mal mit anderen Männern reden und wurden gezwungen, zu lächeln.»

Zum Sex gezwungen

Das Schlimmste: Sie seien zum Sex genötigt worden. «Niemand weiss, was wir durchgemacht haben und wie es sich anfühlt, ein 18-jähriges Mädchen mit einem 83 Jahre alten Mann zu sein. Und mit ihm und deiner Zwillingsschwester Oralsex zu haben. Das ist etwas, was du nicht vergessen kannst.» Die beiden hätten noch immer unter dem Erlebten zu kämpfen und leiden seither an einer posttraumatischen Belastungsstörung.

Ähnliches berichtete Holly Maddison (41) im Podcast «Call Her Daddy»: So habe Hefner ihr ein Schlafmittel angeboten, das er stets als «Schenkelöffner» bezeichnet habe. Holly lehnte dies ab, war aber «voll betrunken und high», weil sie zuvor einen Joint geraucht hatte. So landete sie in Hefners Schlafzimmer und hatte dann auch Sex mit dem Hausherren sowie anderen Frauen: «Ich war bereits so weggetreten, dass ich nicht wirklich mehr Kontrolle über die Situation hatte.»

Laut Madison hatten viele der Bewohnerinnen oft heimliche Liebhaber: «Wenn Hef das herausfand, wurde er super eifersüchtig. Es gab eine Ausgangssperre. Ab 21 Uhr durften wir die Villa nicht mehr verlassen. Wer nur fünf Minuten später nach Hause kam, dem machte Hef Vorwürfe.»

Bist du oder ist jemand, den du kennst, von sexualisierter, häuslicher, psychischer oder anderer Gewalt betroffen?

Hier findest du Hilfe:

Polizei nach Kanton

Beratungsstellen der Opferhilfe Schweiz

Lilli.ch, Onlineberatung für Jugendliche

Frauenhäuser in der Schweiz und Liechtenstein

Zwüschehalt, Schutzhäuser für Männer

Agredis, Gewaltberatung von Mann zu Mann, Tel. 078 744 88 88

LGBT+ Helpline, Tel. 0800 133 133

Dargebotene Hand, Sorgen-Hotline, Tel. 143

Pro Juventute, Beratung für Kinder und Jugendliche, Tel. 147

Schweizerin im Playboy-Himmel

Von derartigen Erlebnissen weiss Yolanda Risi-Egger nichts: «Ich habe nie etwas von Geboten, Verboten oder gar Zwängen mitbekommen. Keine von uns musste mit Hugh Sex haben, wenn sie nicht wollte. Es gab weder Sexpartys noch Drogen. Er hatte damals eine feste Freundin und auch sie hat nie etwas Schlechtes berichtet», erzählt sie im Gespräch mit 20 Minuten. 1984 wurde Risi als erste Schweizerin zum «Playmate des Jahres» erkoren, was ihr die Tore und Türen in die Playboy Mansion zu Hugh Hefner öffnete. Während eines Jahres lebte die heute 61-Jährige mit dem Hausherrn auf dem Anwesen. «Es war die beste Zeit meines Lebens. Wenn man dort wohnt, kriegt man alles gestellt, man muss sich um nichts kümmern und lebt einen Traum», erinnert sie sich.

Risi bezeichnet sich selbst als freiheitsliebenden Menschen, sie hätte es sich nicht gefallen lassen, sich in ihrem Tun und Denken einschränken zu lassen. «Ich war damals mit Frank Stallone in einer Beziehung und durfte jederzeit mit dem zur Verfügung gestellten Privat-Car zu ihm fahren. Ausgangssperren waren nie ein Thema.» Sie sei gar eine der wenigen gewesen, die ganz auf dem Anwesen gelebt hätte, da sie nicht so einfach zwischen Beverly Hills und der Schweiz pendeln konnte.

Noch heute bereue Yolanda, nicht länger geblieben zu sein. «Während meiner Zeit ist nie etwas falsch gelaufen. Wir Frauen sind Hef damals mit Anstand und Respekt begegnet und er uns. Doch Menschen verändern sich manchmal mit den Jahren. Ob das aber auch auf ihn zutrifft, kann ich nicht sagen, wir hatten nach meinem Auszug keinen Kontakt mehr. Was aber meine Nachfolgerinnen erzählen, tut mir leid.»

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