21.11.2020 08:05

Erster Einsatz mit dem BVBYoussoufa Moukoko könnte jüngster Bundesliga-Profi werden

Im Spiel gegen die Hertha steht Youssoufa Moukoko womöglich das erste Mal in der Startelf von Borussia Dortmund. Der Deutsch-Kameruner ist erst 16 Jahre alt.

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Feiert am 20. November seinen 16. Geburtstag: Youssoufa Moukoko.

Feiert am 20. November seinen 16. Geburtstag: Youssoufa Moukoko.

Foto: Max Maiwald (Getty Images)
Damit darf der Nachwuchsspieler von Borussia Dortmund nun auch in der Bundesliga der Profis auflaufen. 

Damit darf der Nachwuchsspieler von Borussia Dortmund nun auch in der Bundesliga der Profis auflaufen.

Foto: Max Maiwald (Getty Images)
Dort könnte er der jüngste Spieler werden. 

Dort könnte er der jüngste Spieler werden.

Foto: Max Maiwald (Getty Images)

Darum gehts

  • Youssoufa Moukoko ist 16 Jahre alt und spielte bislang in der Junioren-Bundesliga.

  • In 73 Spielen traf der Deutsch-Kameruner unglaubliche 127-mal.

  • Nun könnte er in der Bundesliga für Borussia Dortmund als jüngster Spieler der Geschichte sein Profi-Debüt geben.

  • Update: Hier liest du, wie sein Debüt gelaufen ist.

Am Freitag ist er 16 Jahre alt geworden. Und während andere Jugendliche in diesem Alter vor der PS sitzen, winkt dem vielerorts als «Wunderkind» gepriesene Youssoufa Moukoko der erste Bundesliga-Einsatz. Nur einen Tag nach seinem Geburtstag. So steht das Supertalent für das Spiel gegen Hertha BSC im Kader von Borussia Dortmund.

Das ist wohl gut so. In der Junioren-Bundesliga schien der Torjäger zuletzt nämlich unterfordert. In 73 Spielen der höchsten Klasse bei der U-17 und U-19 traf er unglaubliche 127-mal. Selbst für den deutschen Nationaltrainer Joachim Löw ist der Deutsch-Kameruner «eine Granate».

«Ich glaube, es geht fast kein Weg an ihm vorbei», kommentierte Hertha-Coach Labbadia generell einen möglichen Profi-Einsatz des Teenagers. Das, was er im Jugendbereich bis jetzt geleistet habe, sei top. «Von dem her finde ich es einfach schön, wenn ein junges Talent in der Bundesliga Fuss fassen kann. Jetzt hat er die Chance.»

Das sei mit 16 Jahren natürlich sehr, sehr früh, aber es gebe aussergewöhnliche Talente, und da scheine Moukoko dazuzugehören. «Er weiss einfach, wo das Tor steht. Da ist das Alter absolut egal, ob 16 oder 35.» Manche Spieler würden aber auch mehr Zeit brauchen und erst mit 20 oder 22 so weit sein, um in der Bundesliga zu spielen, meinte der 54 Jahre alte Labbadia.

Moukoko gibt sich ruhig und gelassen

«Es wird jungen Spielern oftmals vorgeworfen, sich darauf auszuruhen, aber er hat sich jedes Jahr konstant weiterentwickelt», sagte beim BVB Nachwuchschef Lars Ricken, der beim Dortmunder Champions-League-Sieg 1997 im Final traf. Moukoko sei teilweise schon um sieben Uhr morgens im Kraftraum. «Er hat alles für den Sprung in den Profibereich getan.»

Und Moukoko? Der sieht einem möglichen Debüt gelassen entgegen. «Ich lese, was die Medien schreiben. Aber ich mache mir gar keinen Druck», sagte der Torjäger schon am Dienstag dem vereinseigenen TV. «Ich mache mir keine Gedanken, ob ich spiele. Ich weiss, irgendwann werde ich auf jeden Fall mein Debüt geben», kommentierte Moukoko. Das Ausnahmetalent hofft, der grossen Erwartungshaltung gerecht werden zu können: «Ich habe dafür gearbeitet, dass ich hier bin. Jetzt muss ich mein Bestes geben. Ein Stürmer lebt von Toren.»

«Er hat als Spieler fantastisches Potenzial.»

BVB-Coach Lucien Favre

Lucien Favre äusserte sich am Freitag, angesprochen auf die Frage, ob Moukoko zum Einsatz komme, unbestimmt: «Wir werden sehen.» Gleichwohl hielt der Schweizer Elogen auf Moukoko. «Er hat als Spieler fantastisches Potenzial. Er ist schon sehr, sehr gut. Es macht Spass, mit ihm zu trainieren», sagte der BVB-Trainer. BVB-Sportchef Michael Zorc warnte zudem vor einem zu grossen Hype. «Wir erleben ihn seit dem Sommer als sehr erfrischend. Gleichwohl möchte ich einräumen, dass mir das, was medial gerade abgeht, ein Stück zu weit geht», befand Zorc. «Das gefällt mir nicht. Wir sollten alle ruhiger werden und die Dinge sich entwickeln lassen.»

Zeichen gegen Rassismus

Im Oktober war Moukoko noch bei einem Juniorenspiel gegen Schalke 04 von Zuschauern massiv beschimpft und rassistisch beleidigt worden, nachdem er beim 3:2-Sieg der Borussia alle drei Treffer erzielt hatte. «In der Vergangenheit haben wir das Thema bei unseren Jugendmannschaften aber immer mal wieder besprochen», sagte Talente-Trainer Otto Addo nach der Partie.

Eine Woche nach seinem Dreierpack beim Sieg auf Schalke, ging Moukoko nach seinem 1:0-Führungstor – einem verwandelten Penalty in der 17. Minute – auf das rechte Knie und reckte die linke Faust nach oben. Danach gelangen dem Angreifer, der seit Saisonbeginn bei den BVB-Profis mittrainiert, drei weitere Treffer.

Zeichen gegen Rassismus: Youssoufa Moukoko reckt die Faust.

Zeichen gegen Rassismus: Youssoufa Moukoko reckt die Faust.

Foto: Max Maiwald (Getty Images)

Mit dem von Moukoko gezeigten Zeichen protestierten im Zuge der «Black Lives Matter»-Bewegung zahlreiche Sportler nach dem gewaltsamen Tod des Schwarzen George Floyd bei einem Polizeieinsatz in den USA.

Bist du oder jemand, den du kennst, von Rassismus betroffen?

Hier findest du Hilfe:

Beratungsnetz für Rassismusopfer

GRA, Stiftung gegen Rassismus und Antisemitismus

Beratungsstellen der Opferhilfe Schweiz

Pro Juventute, Tel. 147

(dpa/erh/nih)

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6 Kommentare
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Brumm

21.11.2020, 11:06

Guter Junge. Hab auch schon mit 16 gearbeitet

Helooooo

21.11.2020, 09:54

Der junge war schon in denn 90er 16. Jetzt feiert er sein Comeback

Inge

21.11.2020, 09:51

16 jahren? Auf dem papier ja Aber eher wohl ca 23 jahre