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Musik-Clips im InternetYouTube ist das neue MTV

Die Video-Plattform präsentiert die 100 populärsten Musik-Videos in einer Hitparade. Der Clou: Die Top-20-Videos lassen sich in einer Playlist Song für Song anschauen.

von
owi
YouTube Top-100-Charts: Da kommt MTV-Feeling auf.

YouTube Top-100-Charts: Da kommt MTV-Feeling auf.

Letzte Woche hat Google klammheimlich YouTube 100 lanciert. Der neue Dienst präsentiert die 100 beliebtesten Musik-Videos auf YouTube. Was technisch eine kleine Sache ist, könnte für die Zukunft der Musik-Clips von unschätzbarer Bedeutung sein. Als Musik-Sender wie MTV oder VIVA begannen, statt Musik-Videos das Leben des abgetakelten Rockmusikers Ozzy Osbourne oder die Villen von Rap-Grössen wie P. Diddy zu zeigen, verloren Musik-Videos viel ihres früheren Glanzes. Weniger Sendezeit führte zu geringeren Budgets. Statt aufwändiger Produktionen dominierten billige Filmchen, die auf Mund-zu-Mund-Propaganda angewiesen waren, um auf den Video-Plattformen nicht vollends unterzugehen.

In jüngster Zeit aber haben die Plattenfirmen den Wert des Internets als Werbeplattform entdeckt. Stars wie Lady Gaga trumpfen mit kostspieligen Videos in Spielfilmqualität auf, die nun allerdings grösstenteils online – und nicht mehr im Fernsehen – geschaut werden.

Videos in der Endlosschleife

Mit den Top 100 bringt YouTube das Musik-Video-Erlebnis zurück, da sich die Clips nun in einer Playlist Titel für Titel abspielen lassen. Der grosse Unterschied zum Musik-Fernsehen: Auf YouTube bestimmt das Publikum, welche Songs in der Rotation auftauchen. Qualitätsmässig bewegen sich die YouTube-Charts auf einem ähnlich seichten Niveau, wie man es von den Musik-Sendern gewohnt ist. Die Top 10 dominieren die ewig junge Jennifer Lopez, Twitter-Königin Lady Gaga und Popsternchen Katy Perry. Wer abwechslungsreichere Musik sucht, ist auf spezialisierten sozialen Netzwerken für Musikliebhaber wie last.fm weiterhin besser aufgehoben.

Momentan sind für Schweizer Nutzer sämtliche Videos der aktuellen Top 10 der YouTube-Hitparade abrufbar. Wie lange dies so bleibt, ist allerdings nicht klar. In Deutschland ist anscheinend von den beliebtesten zehn Videos nur gerade ein einziger Song zu sehen, schreibt der Blog basicthinking.de. Bei allen anderen Clips schauen die Fans in die Röhre. Statt Musikgenuss gibt es aufgrund rechtlicher Probleme nervige Hinweise wie «Dieses Video ist in deinem Land nicht verfügbar».

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