Aktualisiert 22.02.2019 09:36

Werbe-Boykott

Youtube löscht über 400 Kanäle nach Pädo-Skandal

Youtube hat auf den Pädophilie-Skandal reagiert und 400 Channels gelöscht sowie die Kommentare von Millionen Videos deaktiviert.

von
swe
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Diese Mitteilung veröffentlichte Youtube. Man arbeite intensiv daran, das schreckliche Verhalten auf der Plattform auszumerzen. Auch nach dem Löschen von Channels und dem Deaktivieren von Kommentaren habe man noch viel zu tun.

Diese Mitteilung veröffentlichte Youtube. Man arbeite intensiv daran, das schreckliche Verhalten auf der Plattform auszumerzen. Auch nach dem Löschen von Channels und dem Deaktivieren von Kommentaren habe man noch viel zu tun.

Screenshot
Der Youtuber Matt Watson («MattsWhatItIs») hatte Anfang Woche ein Video veröffentlicht, in dem er zeigt, wie Pädophile Youtube nutzen können.

Der Youtuber Matt Watson («MattsWhatItIs») hatte Anfang Woche ein Video veröffentlicht, in dem er zeigt, wie Pädophile Youtube nutzen können.

Screenshot Youtube
Diese können über die Kommentarfunktion Videos finden, in denen junge Mädchen in sexuell aufreizenden Posen zu sehen sind.

Diese können über die Kommentarfunktion Videos finden, in denen junge Mädchen in sexuell aufreizenden Posen zu sehen sind.

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Am Mittwochabend hat Youtube nach einer Kontroverse über Kinderausbeutung bekannt gegeben, dass mehr als 400 Kanäle gelöscht und die Kommentarfunktion bei Millionen Videos deaktiviert wurden. Zudem wurden illegale Kommentare den Behörden gemeldet. Zuvor hatten grosse Marken wie Disney, AT&T, Nestlé und Fortnite ihre Werbung auf dem Videoportal gestoppt.

Der Youtube-Nutzer Matt Watson hatte in einem Video ein «Wurmloch zu einem Softcore-Pädophilen-Ring» beleuchtet. Darin zeigte er auf, wie man mit wenigen Klicks auf der Video-Plattform in einen Algorithmus gerät, bei dem man nach der Betrachtung von wenigen dieser Filmchen fast nur noch Inhalte mit Minderjährigen angeboten bekommt.

Momente markiert

Die Filme per se verstossen nicht gegen geltende Gesetze. Sie zeigen herumtollende Kinder, Minderjährige bei Turnübungen oder beim Glace-Essen. Gruselig dagegen sind die Kommentare, die man darunter findet. Besonders stossend findet Matt Watson das sogenannte Time-Stamping, bei dem vereinzelte User spezielle Momente in den Videos markieren. So gerät man zu Standbildern, bei denen die Kinder die Beine spreizen oder sich sonstwie verrenken.

Watson wies darauf hin, dass viele dieser Videos monetarisiert wurden. Die Werbungen von grossen Firmen wurden also direkt neben den genannten Kommentaren angezeigt. Nachdem das Video von Watson viral ging, breitete sich der Hashtag #YouTubeWakeUp auf Social Media aus, um Druck auf Youtube auszuüben, damit etwas passiert.

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