Aktualisiert 04.06.2015 08:31

PewDiePie vs. «Drei»

Youtube-Star macht Schweizer Entwickler reich

Der erfolgreichste Youtuber hat das Game «Drei» des Schweizer Etter Studios in einem Video vorgestellt – und bei den Entwicklern für Aufruhr gesorgt.

von
Ill-FiL
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Am 28. Mai hat Youtube-Überflieger PewDiePie das Schweizer Indie-Game «Drei» vor laufender Kamera probegezockt. Das sorgte bei den Entwicklern des Etter-Studios nicht nur für Freude.

Am 28. Mai hat Youtube-Überflieger PewDiePie das Schweizer Indie-Game «Drei» vor laufender Kamera probegezockt. Das sorgte bei den Entwicklern des Etter-Studios nicht nur für Freude.

Youtube/PewDiePie
Sorgen bereitete den Zürcher Designern vor allem die Überlastung der Server: «Wir hatten die Lage glücklicherweise ziemlich schnell im Griff, dachten wir zumindest», sagt Christian Etter auf Anfrage von 20 Minuten. Im Bild: Innenaufnahme des Etter-Studios.

Sorgen bereitete den Zürcher Designern vor allem die Überlastung der Server: «Wir hatten die Lage glücklicherweise ziemlich schnell im Griff, dachten wir zumindest», sagt Christian Etter auf Anfrage von 20 Minuten. Im Bild: Innenaufnahme des Etter-Studios.

Etter Zürich
Dennoch war der Ansturm nach PewDiePies «Lets Play» auf den US-Server der Schweizer Entwickler zu gross. Das Problem ist mittlerweile behoben. Gemäss Etter ist unterdessen auch ein Server für Asien und die US-Westküste aufgeschaltet worden.

Dennoch war der Ansturm nach PewDiePies «Lets Play» auf den US-Server der Schweizer Entwickler zu gross. Das Problem ist mittlerweile behoben. Gemäss Etter ist unterdessen auch ein Server für Asien und die US-Westküste aufgeschaltet worden.

Youtube/PewDiePie

Unter dem Namen Felix Kjellberg kennen ihn die wenigsten. Bekannter ist der Youtuber als PewDiePie. Mit seinen unkonventionellen Game-Tests – sogenannten «Let's Play»-Videos – hat er sich in die Herzen von rund 36 Millionen Gamebegeisterten gespielt. Sein Kanal zählt mehr Fans als diejenigen von Justin Bieber, Jay Z, Miley Cyrus und Rihanna zusammen.

PewDiePie ist der erfolgreichste Youtuber aller Zeiten. Doch was passiert, wenn der Youtube-Star aus Schweden ein Schweizer Indie-Game vor Millionenpublikum testet? Wird der Titel tatsächlich zu einem Big-Seller und die Entwickler ob der gesteigerten Verkäufe schwerreich?

«Statt Freude war Entsetzen da»

Genau das ist am 28. Mai passiert. PewDiePie zockte in einem «Let's Play»-Video das Multiplayer-Game «Drei» des Zürcher Etter Studios. Doch damit nicht genug: Für Kjellberg ist das iOS-Spiel nicht nur ein Knobelgame wie viele andere, er bezeichnet das Spiel aus der Schweizer Schmiede als «coolstes Puzzle-Game aller Zeiten».

«Drei», das coolste Puzzle-Game aller Zeiten. (Video: Youtube/PewDiePie)

Die Reaktionen aus der Community waren entsprechend: Bis heute (3. Juni 2015) haben sich über 2,3 Millionen Interessierte den Clip angesehen. «Wir erhielten plötzlich unzählige Mails, wann wir denn eine Android-Version von ‹Drei› machen würden. Dann erwähnte eine Mail PewDiePie. Somit war die Lage klar», erzählt Studiogründer Christian Etter, wie die Entwickler vom grossen Auftritt ihres Spiels auf Youtube erfuhren. «Aber statt Freude war eher Entsetzen da, weil wir wussten, dass wir unsere Server-Struktur wegen der vielen Spieler so schnell wie möglich nach oben skalieren mussten.»

Erfolgsgarant PewDiePie

Trotzdem war die Etter'sche Infrastruktur dem Ansturm der Gamer nicht gewachsen. «Schon einen Tag später hat es unseren US-Server geschmolzen, weil es einfach zu viele Spieler waren», so der Studio-Boss. Mittlerweile habe man die Situation aber wieder im Griff.

Für Christian Etter besteht kein Zweifel daran, welche Auswirkungen ein «Let's Play» von PewDiePie hat: «Es bringt einiges mehr als beispielsweise ein Apple Feature oder ein Bericht in populären Medien.» Dies gelte vor allem für «Drei», dessen Spielmechanismen nur mit Text und Bild kaum zu erklären seien: «Ein Video ist das beste Mittel, unser Spiel zu kommunizieren», ist sich der Entwickler sicher.

«Die Zahlungsmoral ist tief»

Trotz des durch den schwedischen Game-Promi ausgelösten Erfolgs versucht Etter, auf dem Boden zu bleiben. Man sei sich bewusst, dass der Youtube-Auftritt ein Einzelfall sei, der auf einer Kombination aus Glück und harter, konstanter Arbeit seitens des Studios gründe. Obwohl man mit dem Game jetzt «sehr gut» verdiene, seien die Verkaufszahlen dennoch unter den Erwartungen. «Die Zahlungsmoral ist tief, gerade in den App Stores.»

Vielleicht ändert sich das ja mit der für Herbst geplanten Veröffentlichung von «Drei» auf Android, PC und Konsolen. Dann wird der Titel für noch mehr Gamer zugänglich sein. «Es wird neue Levels, neue Welten und neue Charaktere geben», verspricht Etter. Zudem soll PewDiePies Lieblings-Puzzle-Game auch über eine Crossplay-Funktion verfügen, sodass etwa iPhone-Gamer mit Playstation-Zockern zusammenspielen können.

Und wer weiss: Eventuell findet «Drei» auch wegen dieses populär-medialen Artikels noch ein paar Fans mehr.

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