Brennendes Auto: Youtube-Video lässt Tesla-Aktie tauchen
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Brennendes AutoYoutube-Video lässt Tesla-Aktie tauchen

Ein Video eines brennenden Tesla Model S verbreitete sich rasant im Internet. Die Aktie des US-Elektroautobauers stürzte ab. Es gibt Zweifel an den Batterien des Wagens.

von
laf

Es brauchte nur ein Youtube-Video, um die Aktie des US-Elektroauto-Herstellers Tesla zum Tauchen zu bringen. Zu sehen: Ein Model S, der auf der Route 167 im US-Staat Washington lichterloh brennt. Schon seit einiger Zeit befürchteten Investoren, dass es bei dem Auto Probleme mit der Entzündlichkeit der Lithium-Ionen-Batterie geben könnte - eben jener Technik, die auch den berühmten Dreamliner-Flieger von Boeing für mehrere Monate ausser Gefecht setzte. Die Kritiker fühlten sich durch das Video bestätigt, Investoren wurden panisch, der Aktienkurs sank um fast sieben Prozent. «Das sieht nicht gut aus», kommentierten Börsenhändler auf dem Kurznachrichtenportal Twitter. «Ich sehe hier keinen Unfall, es muss an der Batterie liegen.»

Dem Brand sei sehr wohl ein Unfall vorausgegangen, heisst es nun von Tesla. Der Wagen sei «mit einem grossen metallischen Objekt kollidiert», so der Konzern laut dem Wirtschaftsportal Business Insider. Das Sicherheitssystem des Wagens habe den Fahrer angewiesen, an den Strassenrand zu fahren und das Auto zu verlassen, was er getan habe, ohne sich zu verletzen. Das Feuer sei danach ausgebrochen, auch die Batterie habe gebrannt. Die weiteren Ursachen wolle man nun in Ermittlungen herausfinden.

Tesla vertraut der eigenen Technik

Schon im Frühjahr hatte sich Tesla zum Thema der Lithium-Ionen-Batterien geäussert. Man sei sich bewusst, dass es bei einigen Batterien eine höhere Brandgefahr geben könne. Doch in der eigenen Technologie habe man Lösungen für das Problem gefunden. Auch die Analysten der Deutschen Bank glauben daran. Sie schreiben in einem Brief an Investoren zwar: «Irgendwann musste so etwas mal passieren.» Sie gehen daher in Folge des Videos davon aus, dass die Aktie es in nächster Zeit schwer haben dürfte. Doch gleichzeitig heisst es in dem Schreiben, dass man langfristig an die Rentabilität und Verlässlichkeit des Unternehmens glaube.

Nach 83 Millionen gefahrenen Meilen, 12 schweren Unfällen und extremen Crash-Tests der US-Sicherheitsbehörden sei das der erste Brand eines Model S. Ausserdem sei er nicht ausgebrochen, als das Auto in einer Garage geparkt war, sondern nachdem es eine Kollision hinter sich hatte. Die Sicherheitssysteme, die den Fahrer schützen sollten, hätten einwandfrei funktioniert. Die Investoren sollen Tesla laut den Analysten also «mal eine Atempause gönnen», heisst es.

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