Vor laufender Kamera: Youtuberin isst Fledermaus-Suppe – jetzt drohen ihr bis zu fünf Jahre Gefängnis

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Gegen zwei Gesetze verstossenYoutuberin isst Fledermaus-Suppe – jetzt drohen ihr bis zu fünf Jahre Gefängnis

Thailänderin Phonchanok Srisunaklua zeigte auf ihrem Kanal «Iss scharf und lecker», wie sie in Suppe gekochte Fledermäuse verspeist. Zuerst erntete sie einen Shitstorm von Zuschauern, die eine neue Pandemie befürchten. Nun wurde sie gar verhaftet.  

von
Fee Anabelle Riebeling

Phonchanok Srisunaklua findets fein: Sie rupft die Fledermäuse, tunkt sie in scharfe Sauce und erfreut sich an dem Gebiss der Tiere. Die Knochen seien «ganz weich». 

20min/sag

Darum gehts

Es ist nicht das erste Mal, dass Phonchanok Srisunaklua sich beim Essen filmt und das Video ins Internet lädt. Schliesslich beitreibt sie auf Youtube den Kanal «Gin Zap Bep Nua Nua» (Iss scharf und lecker), auf dem sie Rezepte teilt. Doch es ist das erste Mal, dass ein Clip von ihr um die Welt geht (siehe Video oben). Grund dafür ist die gezeigte Speise. Die hauptberufliche Lehrerin isst nämlich eine mit Fledermäusen bestückte Suppe. 

Was Srisunaklua in dem Clip als «köstlich» bezeichnet, kommt bei einigen ihrer Follower überhaupt nicht gut an: «Wenn du sterben willst, stirb allein. Niemand wird es dir übel nehmen. Aber wehe, du löst eine Pandemie aus», zitiert 20minutes.ch aus den Kommentaren des auf Youtube mittlerweile gelöschten Clips. Ein anderer schrieb: «Du bringst dich in Gefahr. Wenn du krank wirst, belästige nicht die Ärzte und Krankenschwestern.»

Tatsächlich kursierte zu Beginn der Pandemie die Behauptung, Sars-CoV-2, der Auslöser der Covid-19-Pandemie, sei beim Verzehr einer Fledermaussuppe auf den Menschen übertragen worden. Sie entpuppten sich jedoch – genauso wie ein angebliches Beweisvideo – als falsch.

«Man sollte sich nicht mit Fledermäusen anlegen»

Es kann jedoch nicht ausgeschlossen werden, dass tatsächlich einmal ein Virus auf diese Weise übertragen wird, wie der thailändische Wildtierarzt Pattaraphon Maneeon erklärt: «Das ist ein sehr gefährliches Verhalten, weil Fledermäuse viele Krankheitserreger in sich tragen.» Schon das Berühren von Speichel, Blut und Haut werde als riskant angesehen, zitiert 20minutes.ch. So etwas wie im Video «sollte weder in Thailand noch irgendwo sonst auf der Welt passieren.»

Ähnlich äussert sich Teerawat Hemajuta von der medizinischen Fakultät der Chulalongkorn-Universität in Bangkok. Gegenüber Theheiager.com warnte er: «Man sollte sich nicht mit Fledermäusen anlegen.» Wie Telegraph.co.uk schreibt, infizierten sich jährlich bis zu 400’000 Menschen in Südostasien und Südchina. 

Dass die Gefahr durchaus real ist, zeigt auch der Blick auf den Teller der Thailänderin: Bei der Fleischeinlage darin soll es sich um Exemplare der Art «Kleine Asiatische Hausfledermaus» (Scotophilus kuhlii) handeln, die sie auf einem Markt nahe der Grenze zu Laos im Norden Thailands gekauft hat. In der Region seien auch Fledermausarten zuhause, die enge Verwandten von Sars-CoV-2 in sich tragen.

Nicht nur die eigene Gesundheit und die anderer gefährdet

Srisunaklua hat das Video, an dem so viele Anstoss genommen haben, mittlerweile gelöscht und durch ein neues ersetzt. Darin entschuldigt sie sich bei «Gesellschaft, Ärzten, Journalisten, Kollegen, Familie und Freunden». Vergessen ist der Vorfall damit noch nicht. Ihr droht weiteres Ungemach.

Der Youtuberin wird nicht nur vorgeworfen, ihre eigene Gesundheit und die anderer zu gefährden, sondern auch gegen das Gesetz verstossen zu haben. Denn in Thailand gelten Fledermäuse als geschützte Tiere. Berichten zufolge wurde sie wegen Verstosses gegen das Gesetz zur Erhaltung und zum Schutz der Wildtiere und, weil sie das Video im Internet geteilt hat, wegen des Verstosses gegen den Computer-Related Crimes Act von 2007 verhaftet. Ihr drohen bis zu fünf Jahre Gefängnis oder eine Geldstrafe.

Hast du schon einmal eine Fledermaus aus der Nähe betrachtet?

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