Aktualisiert 30.05.2006 11:41

Ypsomed mir verlangsamtem Wachstum

Das Medizinaltechnik-Unternehmen Ypsomed hat im Geschäftsjahr 2005/06 wiederum ein hohes Umsatz- und Gewinnwachstum erzielt.

Nun tritt Ypsomed aber auf die Bremse und will seine Produktionsabläufe optimieren. Auch Übernahmen fasst die Burgdorfer Firma ins Auge.

Der Konzerngewinn kletterte per Ende März um 42 Prozent auf 55,6 Mio. Franken, der Betriebsgewinn um 31,1 Prozent auf 62,3 Mio. Franken. Insgesamt entstanden über 200 neue Stellen, im laufenden Geschäftsjahr sollen 150 weitere hinzukommen. Auch der Umsatz wuchs zweistellig, und zwar um 28,4 Prozent auf 310,6 Mio. Franken.

Dabei lief das Kerngeschäft mit den Pens, das sind kugelschreiberförmige Geräte, mit denen sich Diabetes-Patienten Medikamente selbst dosiert verabreichen können, überdurchschnittlich gut. Der Umsatz mit Pen-Systemen stieg um 44,7 Prozent auf fast 270 Mio. Franken.

Engpässe

«Aufgrund der enormen Nachfrage haben wir bei der Produktion Engpässe festgestellt», sagte Konzernchef Matthew Robin vor den Medien in Solothurn. Dies sei für das Management, die Mitarbeitenden sowie die Logistik zunehmend schwer zu bewältigen.

«Ziel ist es, weiterhin ein günstiges und qualitativ hoch stehendes Produkt herzustellen», ergänzte Ypsomed- Verwaltungsratspräsident und Mehrheitsaktionär Willy Michel. Daher dränge sich eine Konsolidierungsphase auf, die Kosten und zusätzliche Arbeit verursache.

Auswirken wird sich dieser Prozess auf das laufende Geschäftsjahr 2006/07. Ypsomed erwartet ein abgeschwächtes Umsatzwachstum von 10 bis 15 Prozent. Dabei werde das erste Halbjahr schwächer ausfallen und die Profitabilität etwas tiefer sein als im letzten Geschäftsjahr.

Die Investitionen hingegen bleiben mit rund 50 Mio. Fr. hoch. Dabei fasst Ypsomed auch Akquisitionen ins Auge. «Wir beobachten einige kleinere Konkurrenzfirmen mit UmsÃ?ätzen zwischen 50 und 100 Mio. Franken», sagte Michel. Man werde allerdings bei ZukÃ?äufen sorgffltig abwägen. Details zu möglichen Übernahmekandidaten nannte Michel nicht.

Kurseinbruch

Nach Bekanntgabe der Jahresergebnisse brach der Kurs der Ypsomed- Aktie um fast 15 Prozent auf 147 Fr. ein. Bis am frühen Nachmittag ging der Kurs weiter zurück auf 137,8 Franken.

Der Umsatz hat die Erwartungen zwar getroffen, auf Stufe Betriebs- und Reingewinn enttäuschte das Unternehmen gemäss Analysten jedoch. Zudem bemängelten sie den Ausblick.

Unklarheiten gibt es nach wie vor in Sachen Sanofi-Aventis. Ypsomed stellt für den Grosskunden den Opticlik-Pen zur Verabreichung des Insulins Lantus her. Da sich Lantus zum Marktrenner entwickelt hat, will der Pharmakonzern nun eigene Insulin-Pens herstellen.

Keine Angst vor Konkurrenz

Ypsomed gibt sich wegen der möglichen Konkurrenz gelassen. «Ich habe noch nie einen Pharma-Konzern gesehen, der in der Medizinaltechnik wirklich Fuss gefasst hat», sagte Michel. «Wir haben eine langjährige Erfahrung in der Entwicklung von Pens, Sanofi-Aventis nicht.»

(sda)

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