Yukos-Affäre: Russen enttäuscht über die Schweiz
Aktualisiert

Yukos-Affäre: Russen enttäuscht über die Schweiz

Russland bedauert, dass die Schweiz in der Yukos- Affäre keine Rechtshilfe gewährt.

Das Bundesgericht habe die von russischer Seite vorgelegten Dokumente ignoriert, sagte ein Vertreter der russischen Botschaft am Freitag in Bern.

«Wir bedauern den Entscheid des Bundesgerichts», erklärte der anonym bleiben wollende Diplomat auf Anfrage der Nachrichtenagentur SDA. Die russische Justiz habe der Schweiz seit 2003 «zahlreiche ausführliche Dokumente über die kriminellen Aktivitäten der Beschwerdeführer» geliefert.

Das Bundesgericht habe diese Beweise nicht gewürdigt und sie praktisch ignoriert, kritisierte der russische Diplomat. «Wir werden nun die russische Staatsanwaltschaft über den Entscheid informieren und schauen, was wir noch machen können.»

Zu den 200 Millionen Franken, die im Rahmen der Yukos-Affäre noch auf Schweizer Konten blockiert sind, wollte sich der russische Vertreter nicht äussern. Er versicherte aber, dass die Zusammenarbeit mit der Schweiz in Justizfragen grundsätzlich nicht in Frage gestellt sei.

Die Schweizer Bundesanwaltschaft hatte im vergangenen Dezember die Rechtshilfe in der Affäre gutgeheissen. Das Bundesgericht hiess nun sechs Beschwerden von Angeschuldigten gegen die Rechtshilfe gut. Die Lausanner Richter werfen dem Kreml vor, aus politischen Gründen gegen die Angeschuldigten vorzugehen.

Hintergrund der Affäre bilden die Vorwürfe, die der russische Staat gegen die Ex-Oligarchen Michail Chodorkowski, Platon Lebedew und Leonid Nevzlin erhebt. Sie sollen Gewinne aus dem Handel mit dem Düngemittel Apatit zu Unrecht eingesteckt haben.

(sda)

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