Aktualisiert 22.12.2007 05:30

Zäch zahlt 958 000 Franken zurück

Der Arzt und ehemalige CVP-Nationalrat Guido A. Zäch scheidet per sofort aus allen Organen der Paraplegiker-Gruppe aus. Er hat nun vier Jahre Zeit der Stiftung geschuldete 958 000 Franken zu zahlen.

Der Stiftungsgründer war im vergangenen Frühling nach seiner Verurteilung wegen Veruntreuung als Präsident des Stiftungsrates zurückgetreten. Nun scheidet er aus allen Organen der Stiftung sowie ihrer Unternehmungen und Institutionen aus, wie die Paraplegiker-Stiftung am Freitag mitteilte.

Nur noch Geldbeschaffung

Zäch bleibt zwar Ehrenpräsident, wird aber keine organischen Funktionen mehr ausüben. Um seine Kompetenzen weiterhin nutzen zu können, wurde er für die Betreuung des Fundraisings am Sitz der Gönnervereinigung in Basel angestellt, wie die Stiftung schreibt.

Zudem wird er zu Handen des Stiftungsrates die Gesuche bearbeiten, in welchen Paraplegiker und Institutionen die Stiftung um Unterstützung ersuchen. Der Anstellungsvertrag ist auf ein Jahr befristet und kann verlängert werden.

Zäch zahlt fast eine Million

Zudem hat Zäch eine zivile Schuldanerkennung für 958 184 Franken unterzeichnet. Er war vom Gericht zur Rückerstattung von insgesamt 970 000 Franken verurteilt worden, die sich aus unrechtmässig bezogenem Gehalt von 830 000 Franken sowie umstrittenen Mietnebenkosten zusammensetzt.

Laut dem Präsident des Stiftungsrates, dem Schwyzer CVP-Ständerat Bruno Frick, hat Zäch 400 000 Franken bereits früher in die Stiftungen eingebracht. Die rund 960 000 Franken soll Zäch gemäss der Schuldanerkennung der Stiftung nun während den kommenden vier Jahren in Raten zurückerstatten.

Zäch legt Wert auf die Feststellung, dass er das Gerichtsurteil weiterhin nicht anerkennt. Das Bundesgericht hatte im vergangenen März die Verurteilung Zächs durch das basel-städtische Appellationsgericht bestätigt. Dieses hatte den ehemaligen Chefarzt des schweizerischen Paraplegikerzentrums im Oktober 2005 wegen Veruntreuungen in der Höhe von 1,3 Millionen Franken zu 16 Monaten Gefängnis bedingt verurteilt.

Laut dem Gericht bezog Zäch von der Stiftung jahrelang höhere Entschädigungen als vereinbart und liess die Nebenkosten seiner Villa in Zofingen vertragswidrig durch die Gönnervereinigung bezahlen. Zäch war bereits nach der erstinstanzlichen Verurteilung im Juli 2003 als Nationalrat (CVP/AG) zurückgetreten.

Wie die Paraplegiker-Stiftung weiter schreibt, wurden zwei neue Stiftungsräte verpflichtet. Es sind dies der Chef der Rettungsflugwacht Ernst Kohler und der Unternehmensberater Victor Schmid. (dapd)

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