Medikamentenabgabe Statt Apotheken-Nachtbetrieb: Zäpfchen kommt per Taxi
Aktualisiert

Medikamentenabgabe Statt Apotheken-NachtbetriebZäpfchen kommt per Taxi

Die Bahnhof-Apotheke in Winterthur stellt auf Ende Jahr den Nachtbetrieb ein. Die nächtliche Medikmenten-Notfallversorgung übernimmt das Pharma-Taxi, das zwischen 22 und 7 Uhr Medikamente direkt ans Krankenbett liefert.

Grund für die Einstellung des Apotheken-Nachtbetriebs sei die schwache Frequentierung, heisst es in einer Mitteilung der Vereinigung der Apotheken in Winterthur (VAW). Mit der Medikamentenlieferung werde der Service verbessert. Zudem erhoffe man eine bessere Kostendeckung.

Auf ärztliche Verordnung liefert das Pharma-Taxi Notfallmedikamente kostenlos direkt nach Hause. Für andere Bestellungen erfolgt die Lieferung zu einem reduzierten Tarif von 35 statt 55 Franken, wie die VAW schreibt. Die Differenz werde von den Winterthurer Apotheken getragen.

Die Bellevue-Apotheke in Zürich bleibt damit die einzige Apotheke im Kanton Zürich, die rund um die Uhr geöffnet ist. Die Winterthurer Bahnhof-Apotheke hatte die 24-Stunden-Betrieb vor sechseinhalb Jahren aufgenommen.

Medikamentenabgabe für Ärzte verboten

Grund war die damals zur Diskussion stehende Regelung, wonach Ärzte in all jenen Gemeinden Medikamente selbst abgeben dürfen, wo keine 24-Stunden-Apotheke existiert.

Noch immer ist in Zürich und Winterthur die Selbstdispensation der Ärzte generell verboten. Das kantonale Stimmvolk hat jedoch vor einem Jahr an der Urne beschlossen, die Medikamentenabgabe für alle Ärzte im Kanton zu erlauben.

Wegen Beschwerden des kantonalen Apothekerverbandes sowie eines Adliswiler Gemeinderates verzögert sich die Umsetzung jedoch noch. Eine Inkraftsetzung auf Anfang 2010 sei «eher unwahrscheinlich», hiess es am Dienstag bei der kantonalen Gesundheitsdirektion.

(sda)

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