Drittes Quartal: Zahl der Asylgesuche steigt um 45 Prozent
Aktualisiert

Drittes QuartalZahl der Asylgesuche steigt um 45 Prozent

Im dritten Quartal haben in der Schweiz deutlich mehr Menschen Asyl beantragt als bisher. Besonders viele Gesuche kommen von Flüchtlingen aus Eritrea und Syrien.

Asylsuchende in der Asylunterkunft Lindenfeld. Die Zahl der Asylgesuche in der Schweiz ist im dritten Quatal 2014 stark gestiegen.

Asylsuchende in der Asylunterkunft Lindenfeld. Die Zahl der Asylgesuche in der Schweiz ist im dritten Quatal 2014 stark gestiegen.

Zwischen Juli und September sind in der Schweiz total 7825 Asylgesuche eingereicht worden, das heisst 2441 oder rund 45 Prozent mehr als im zweiten Quartal 2014.

Grund dafür ist die anhaltende Welle von Flüchtlingen, die über das Mittelmeer in Italien eintrafen und danach nach Norden weitergereist sind.

In den ersten neun Monaten des laufendes Jahres trafen mehr als 140'000 Migrantinnen und Migranten in Süditalien ein, wie das Bundesamt für Migration (BFM) am Montag mitteilte. Während des ganzen Jahres 2013 kamen rund 43'000 Personen in Süditalien an.

2399 Gesuche im September

Entsprechend deutlich ist der Anstieg der Asylgesuche in der Schweiz. Allein im September wurden 2399 neue Asylgesuche registriert. Das sind zwar 116 weniger als im August, dennoch deutlich mehr als im Vergleich zu den Monaten im zweiten Quartal.

Im dritten Quartal waren fast die Hälfte der Gesuche von Personen aus Eritrea (3531 Gesuche) und Syrien (816 Gesuche). Im Vergleich zum Vorquartal haben sich die Gesuche von Personen aus Eritrea verdoppelt. Bei den Gesuchen aus Syrien ist eine leichte Abnahme zu verzeichnen. 369 Gesuche gingen zudem von Flüchtlingen aus Sri Lanka ein - 155 mehr als im zweiten Quartal.

Weniger Ausreisen als im zweiten Quartal

Gleichzeitig konnten 4 Prozent weniger Gesuche in erster Instanz erledigt werden. Ende September 2014 waren 17'710 Asylgesuche in erster Instanz hängig, rund 11 Prozent mehr als nach dem zweiten Quartal.

Auch die Zahl der Ausreisen oder Rückführungen ist im Vergleich zu den Monaten April bis Juni zurückgegangen - um rund 12 Prozent. 500 Gesuche wurden im Rahmen des Dublin-Verfahrens an den zuständigen Staat überstellt.

Laut dem BFM dürfte die Zahl der in der Schweiz gestellten Asylgesuche auch in den kommenden Monaten überdurchschnittlich bleiben. Die verschiedenen Krisen in Afrika, in der Ukraine und im Nahen Osten werde die Asylmigration in Richtung Europa im laufenden Jahr voraussichtlich auf über 500'000 Menschen ansteigen lassen. So viele Flüchtlinge wurden zuletzt während des Zerfalls Jugoslawiens festgestellt.

(sda)

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