5386 Menschen gestorben: Zahl der Cholera-Toten in Haiti steigt
Aktualisiert

5386 Menschen gestorbenZahl der Cholera-Toten in Haiti steigt

Seit dem erneuten Ausbruch der Krankheit im vergangenen Oktober haben sich mehr als 330 000 Menschen infiziert. Um die Versorgung zu bewältigen, sind zusätzliche Behandlungs-Zentren eröffnet worden.

Jeden Tag infizieren sich 1100 Menschen neu an der schweren Infektionskrankheit.

Jeden Tag infizieren sich 1100 Menschen neu an der schweren Infektionskrankheit.

In Haiti steigt die Zahl der Cholera-Toten weiter bedrohlich an und ist auf über 5400 gestiegen. Nach den jüngsten Angaben des Gesundheitsministeriums in Port-au-Prince sind bis zum 4. Juni 5386 Menschen an der Seuche gestorben.

Die Krankheit wütet seit Oktober des vergangenen Jahres in dem ärmsten Land Amerikas. Jeden Tag kommen nach diesen Angaben acht Tote und annähernd 1100 Infizierte hinzu.

Mehr als 330 000 bereits infiziert

Erst vor wenigen Tagen hatte auch die Hilfsorganisation Ärzte ohne Grenzen auf eine deutliche Zunahme der Cholera-Fälle in Haiti hingewiesen. Es seien mehrere Cholera-Behandlungszentren wieder eröffnet worden, weil die bestehenden Einrichtungen die Behandlung der neuen Patienten nicht mehr bewältigt hätten, hiess es in einer Mitteilung der Organisation.

Die Seuche war zum ersten Mal seit über einem Jahrhundert im Oktober des vergangenen Jahres in der zentralen Provinz Artibonite ausgebrochen. Seitdem haben sich nach den jüngsten Angaben mehr als 330 000 Menschen infiziert.

(sda)

Stichwort Cholera:

Die bakterielle Infektionskrankheit forderte insbesondere während des 19. Jahrhunderts zahlreiche Todesopfer. Doch auch heute gilt die Erkrankung noch nicht als besiegt. Besonders in Katastrophengebieten – so wie derzeit in Haiti - kommt es immer wieder zu Ausbrüchen des Leidens. Meist gelangt das Bakterium Vibrio cholerae durch Schmierinfektionen, kontaminiertes Trinkwasser oder verunreinigte Nahrungsmittel in den Organismus. Im Darm angekommen, vermehren sich die Keime und sondern ein Gift ab. Das Gift zwingt die Zellen der Darmschleimhaut zur Absonderung grosser Wassermengen. Der Erkrankte erleidet einen wässrigen Durchfall, in dessen Folge es zu einer Dehydrierung kommt. Dieser Flüssigkeitsmangel geht mit einem Verlust wichtiger Elektrolyte und Mineralstoffe einher – dem Betroffenen droht ein lebensbedrohliches Kreislaufversagen.

Deine Meinung