Ausbruch dauert an: Zahl der Ebola-Toten steigt auf 19 – Uganda riegelt Hot-Spot-Distrikte ab

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Ausbruch dauert anZahl der Ebola-Toten steigt auf 19 – Uganda riegelt Hot-Spot-Distrikte ab

Der Ebola-Ausbruch in Uganda dauert an. Die Zahl der nachweislich infizierten Personen stieg zuletzt auf 58 an. Neben dem betroffenen Land haben auch die USA bereits Massnahmen ergriffen. Das ist der aktuelle Stand.

von
Fee Anabelle Riebeling
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Mitte September 2022 meldete Uganda den ersten Ebola-Fall des aktuellen Ausbruchs. 

Mitte September 2022 meldete Uganda den ersten Ebola-Fall des aktuellen Ausbruchs. 

REUTERS
Mitte Oktober weiss das ugandische Gesundheitsministerium von 19 Toten. (Im Bild: Mitarbeitende des Roten Kreuzes transportieren eine vermutlich am Ebolavirus verstorbene Person ab, Mubende, Oktober 2022)

Mitte Oktober weiss das ugandische Gesundheitsministerium von 19 Toten. (Im Bild: Mitarbeitende des Roten Kreuzes transportieren eine vermutlich am Ebolavirus verstorbene Person ab, Mubende, Oktober 2022)

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Die Zahl der Infizierten ist auf 58 gestiegen. (Im Bild: Eine Person, die vermutlich mit dem Ebolavirus infiziert ist, wartet im Madudu Health Center darauf, auf die Isolationsstation in Mubende verlegt zu werden, September 2022.) 

Die Zahl der Infizierten ist auf 58 gestiegen. (Im Bild: Eine Person, die vermutlich mit dem Ebolavirus infiziert ist, wartet im Madudu Health Center darauf, auf die Isolationsstation in Mubende verlegt zu werden, September 2022.) 

AFP

Darum gehts

Im ostafrikanischen Uganda ist nach einem Ebola-Ausbruch die Zahl der bestätigten Todesfälle auf 19 gestiegen. Insgesamt seien 58 Menschen mit der tödlichen Krankheit infiziert worden, teilte Präsident Yoweri Museveni während einer TV-Ansprache mit. Zwanzig Menschen seien bislang genesen. Museveni verhängte ein Ein- und Ausreiseverbot aus den am stärksten betroffenen Distrikten Mubende und Kassanda im Zentrum des Landes. Vor drei Tagen hatte das ugandische Gesundheitsministerium noch von 17 Todesfällen, 48 bestätigten Infektionen und 14 Patienten unter Beobachtung gesprochen.

Der Ausbruch war bekannt geworden, nachdem ein 24-jähriger Mann Mitte September gestorben war. Nach seinem Tod wurde bei dem Patienten die seltene Sudan-Variante des Virus nachgewiesen, gegen die es derzeit  – anders als beim Zaire-Ebolavirus – keine zugelassene Impfung oder Therapeutika gibt (siehe Box). Zunächst war von 23 Verstorbenen die Rede gewesen, zwischenzeitlich laut der Nachrichtenagentur AFP sogar von 29. Die Zahl wurde jedoch nach unten korrigiert.

Erste Testmedikamente im Einsatz 

USA ordnen Screening von Uganda-Reisenden an

Die EU-Gesundheitsbehörde ECDC empfiehlt, den Ausbruch genau im Blick zu behalten. Aufgrund der geringen Fallzahlen geht die Behörde allerdings nur von einem lokalen Infektionsgeschehen aus. Eine Einreisekontrolle von Reisenden aus Uganda empfahl die ECDC daher nicht. Allerdings sollten sich alle Reisenden nach Uganda an die Sicherheitsvorkehrungen des ugandischen Gesundheitsministeriums halten, um eine Infektion zu verhindern.

Die USA gehen bereits einen Schritt weiter: So erklärte die US-Gesundheitsbehörde CDC am 6. Oktober, dass sämtliche aus Uganda einreisenden Personen zu einem von fünf US-Flughäfen – John F. Kennedy International Airport, Newark, Atlanta, Chicago O’Hare oder Washington Dullesum – umgeleitet werden, wo sie auf das Virus untersucht werden können. Zudem wurden Ärztinnen und Ärzte aufgefordert, auf mögliche Fälle zu achten und im Verdachtsfall sofort Massnahmen einzuleiten. Etwa eine Isolation, bis der Verdacht geklärt ist.

Verdachtsfall in Israel

Empfehlungen im Land

Ausserhalb Ugandas sind keine weiteren Ebola-Fälle bekannt. Allerdings ist mittlerweile auch in der Hauptstadt Kampala mit über 1,5 Millionen Einwohnerinnen und Einwohnern ein Fall dokumentiert, wie bei einem Notfalltreffen von Vertretern von elf afrikanischen Ländern, des ugandischen Gesundheitsministeriums und der Weltgesundheitsorganisation WHO erklärt wurde. Der Betroffene hatte sich im Bezirk Mubende, dem Epizentrum des Ausbruchs, angesteckt und wurde ins Spital eingeliefert. Von dort floh der Mann jedoch und schlug sich mit falschem Namen bis ins rund 150 Kilometer entfernte Kampala durch. Dort verstarb der Mann wenig später.

«Unser Hauptaugenmerk liegt jetzt auf der raschen Kontrolle und Eindämmung dieses [#Ebola]-Ausbruchs und dem Schutz der benachbarten Distrikte und Länder», erklärte WHO-Generaldirektor Tedros Adhanom Ghebreyesus. Dementsprechend rief der ugandische Präsident Yoweri Museveni dazu auf, sich bei mutmasslichen Ebola-Infektionen nicht an traditionelle Heiler zu wenden: «Hexendoktoren, traditionelle Heiler und Kräuterkundige sollten keine kranken Menschen aufnehmen. Betroffenen sollte geraten werden, medizinisches Personal zu rufen, damit sie sicher in Spitäler gebracht werden können», so Museveni in einer Ansprache an die Nation. Andernfalls «könnten sie sich bei den Infizierten mit Ebola anstecken».

Auch die ugandische Gesundheitsministerin Jane Ruth Aceng Ocero sprach sich gegen eine private Versorgung von Betroffenen aus:

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