Jugendliche leiden: Zahl der Einweisungen in Psychiatrie nimmt zu
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Jugendliche leidenZahl der Einweisungen in Psychiatrie nimmt zu

Die Corona-Pandemie beeinflusst die Psyche junger Menschen besonders stark. Gemäss einem Medienbericht zeigt sich dies beim Sorgentelefon von Pro Juventute sowie Kinder- und Jugendpsychiatrien.

von
Yasmin Rosner
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Mit der Pandemie würden bei Jugendlichen die Perspektiven schwinden und Einsamkeit zunehmen: Eine Party in einem Zürcher Club, das seine Türen vorerst schliessen musste.

Mit der Pandemie würden bei Jugendlichen die Perspektiven schwinden und Einsamkeit zunehmen: Eine Party in einem Zürcher Club, das seine Türen vorerst schliessen musste.

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Das soziale Leben ist während der Corona-Krise zum Erliegen gekommen.

Das soziale Leben ist während der Corona-Krise zum Erliegen gekommen.

20min/Sonja Mulitze

Darum gehts

  • Jugendliche leiden unter der Corona-Pandemie.

  • Dies belegen Zahlen von Pro Juventute und mehreren Kinder- und Jugendpsychiatrien.

  • Auch hätten teils Suizidversuche zugenommen.

Seit gut einem Jahr hat die Corona-Pandemie die Schweiz fest in Griff. Besonders Jugendliche, die mitten in der Ausbildung steckten oder sich Gedanken über ihre berufliche Zukunft machen wollten, hat sie besonders hart getroffen. Gemäss dem «SonntagsBlick» belegen dies unter anderem die Anruferzahlen des Sorgentelefons bei der Stiftung Pro Juventute. «Viel mehr Jugendliche äussern Ängste, berichten von Konflikten mit Eltern und Geschwistern, von häuslicher Gewalt und Einsamkeit», sagt Sprecher Bernhard Bürki.

Auch die Klinik für Kinder- und Jugendpsychiatrie der Universität Bern verzeichnet eine Zunahme von 50 Prozent bei den Notfällen. «Wir sind überfüllt und können bei weitem nicht alle aufnehmen», sagt Direktor Michael Kaess zur Zeitung. Es müsse gar triagiert werden. «Je nachdem gibt es dann Wartezeiten von mehreren Wochen oder gar Monaten für ein stationäres Bett.»

Resilienz hat auch zugenommen

Ein ähnliches Bild zeigt sich auch in Basel und in Zürich. An der Klinik für Kinder- und Jugendpsychiatrie und Psychotherapie der Universität Zürich kam es in den vergangenen 12 Monaten zu einer Zunahme von 40 Prozent. «Wir kommen an unsere Grenzen und mussten deshalb Jugendliche auf Erwachsenen-Stationen verlegen», sagt Direktorin Susanne Walitza.

Besonders beunruhigend sei die Zunahme von ernsthaften Suizidversuchen. In Bern würden Laut Direktor Michael Kaess «viel mehr suizidale Jugendliche» betreut werden. Von einer landesweiten Zunahme der Suizidversuche könne aufgrund fehlender Zahlen aber nicht gesprochen werden. Die Zürcher Kollegen Walitza ergänzt zudem, dass die Resilienz der Jugendlichen zugenommen habe. Sie würden sich mit der Situation arrangieren und «das Beste daraus» machen.

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Hier findest du Hilfe:

BAG-Infoline Coronavirus, Tel. 058 463 00 00

BAG-Infoline Covid-19-Impfung, Tel. 058 377 88 92

Dureschnufe.ch, Plattform für psychische Gesundheit rund um Corona

Branchenhilfe.ch, Ratgeber für betroffene Wirtschaftszweige

Pro Juventute, Tel. 147

Deine Meinung

657 Kommentare
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grig

22.02.2021, 23:38

es ist sehr traurig das es vielen Leuten schlecht geht. Hoffe das man in den Psychiatrischen Kliniken Hilfe bekommt?! Bei einem Besuch dort hatte ich nicht den Anschein. Viele werden mit Medikamenten ruhiggestellt weil die Pfleger im Stress sind. ich hoffe man kann dort was verändern. die zustände sind schlimm.

VollCoronaSchizzossss

22.02.2021, 15:00

ja die Massnahmen Befürworter merken langsam, dass es nicht Corona an sich ist. Das Problem

so könnte es gehen vor lauter Verordnungen

22.02.2021, 14:41

Wenn es so weitergeht, sind die Bundesräte auch nicht mehr arbeitsfähig und massnahmengeschädigt und weg vom Fenster.