Zahl der hilfesuchenden Jugendlichen nimmt zu
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Zahl der hilfesuchenden Jugendlichen nimmt zu

Die Zahl der Kinder und Jugendlichen, die bei Pro Juventute professionelle Hilfe und Beratung suchen, steigt stetig: Gegenüber 105 000 Anrufen im Jahr 2003 wurden bei der Telefonhilfe 147 letztes Jahr bereits 174 000 Telefonate verzeichnet.

«Was soll ich tun, ich halte es nicht mehr aus.» Wenn sie den Hörer abnehmen, müssen die Beraterinnen und Berater der pro- juventute-Telefonhilfe 147 immer damit rechnen, einen jungen Menschen am Draht zu haben, der nicht mehr weiterleben möchte, wie pro juventute am Samstag mitteilte.

Kostenlos und anonym

In der Schweiz unternehmen pro Jahr rund 500 Kinder und Jugendliche einen Selbstmordversuch. Über die Telefonnummer 147 (ohne Vorwahl) und www.tschau.ch bietet pro juventute verzweifelten jungen Menschen rund um die Uhr kostenlos und anonym Hilfe und Beratung an.

Letztes Jahr drückten 739 der jungen Anruferinnen und Anrufer fehlenden Lebensmut aus und äusserten Selbstmordgedanken. Das heisst, dass wie in den Vorjahren pro Tag etwa zwei Beratungen zu diesem Thema stattfinden.

Auch an die Online-Beratungsplattform www.tschau.ch wenden sich mehrmals wöchentlich Jugendliche, die sich in einer tiefen Sinnkrise befinden. Die Zahl der schriftlich gestellten Fragen verdoppelte sich 2005 nahezu und stieg auf 8500.

Beliebt ist auch die umfangreiche Sammlung von öffentlich zugänglichen Fragen und Antworten. Jeden Tag registriert tschau.ch 4000 Zugriffe. An tschau.ch schätzen die Nutzerinnen und Nutzer laut pro juventute am meisten die Anonymität, aber auch die Möglichkeit, sich selbst zu informieren und kompetenten Rat zu holen, ohne mit jemandem reden zu müssen.

Sowohl die Telefonhilfe 147 als auch tschau.ch sind Erstanlaufstellen. Die Fachleute unterstützen Kinder und Jugendliche hauptsächlich in der Lösungssuche. Bei tiefer gehenden Problemen vermitteln sie geeignete Adressen von Fachstellen oder veranlassen direkte Hilfe.

(sda)

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