Bundesamt für Statistik – Zahl der Konkurse und Betreibungen stieg 2021 wieder deutlich an
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Bundesamt für StatistikZahl der Konkurse und Betreibungen stieg 2021 wieder deutlich an

2021 nahm die Gesamtzahl der eröffneten Firmen- und Privatkonkursverfahren gegenüber dem Vorjahr um 9,1 Prozent zu, vermeldet das Bundesamt für Statistik. Es wurden auch mehr Betreibungen eingeleitet als im Vorjahr.

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Die Schweizer Konkursämter hatten 2021 wieder mehr zu tun.

Die Schweizer Konkursämter hatten 2021 wieder mehr zu tun.

Nicole Pont / Tamedia AG
Auch Betreibungen wurden mehr als im Vorjahr eröffnet.

Auch Betreibungen wurden mehr als im Vorjahr eröffnet.

Marc Dahinden/ Der Landbote

Darum gehts

  • Nach einem Rückgang im Vorjahr nahm die Zahl der Konkurse 2021 wieder um über neun Prozent zu. Negativer Spitzenreiter mit einem Plus von über 24 Prozent war der Kanton Aargau.

  • Auch Betreibungen wurden wieder mehr ausgesprochen.

  • Der Rückgang der Konkurse im Jahr 2020 ist laut dem Bund wohl auf die wegen Corona ergriffenen Massnahmen zurückzuführen.

«2021 ist die Zahl der Eröffnungen von Firmen- und Privatkonkursverfahren gemäss Bundesgesetz über Schuldbetreibung und Konkurs (SchKG) um 1169 auf 14’081 (+9,1 Prozent) angestiegen. Der Anstieg folgt auf einen Rückgang im Vorjahr, der mit den im Rahmen der Covid-19-Pandemie vom Bundesrat ergriffenen Massnahmen zur Abwendung einer Konkurswelle zusammenhängen dürfte», schreibt das Bundesamt für Statistik in einer aktuellen Mitteilung.

In allen Grossregionen wurde demnach eine Zunahme der Konkurseröffnungen beobachtet. Die Spanne reichte dabei von 4,9 Prozent in der Genferseeregion bis 15,2 Prozent in der Ostschweiz. 22 Kantone registrierten eine höhere Anzahl Konkurseröffnungen als im Vorjahr. Insbesondere im Kanton Aargau mit 180 Fällen mehr (+24,6 Prozent) und im Kanton Zürich mit 238 zusätzlichen Fälle oder einem Plus 12,5 Prozent war der Anstieg der Konkurse am deutlichsten. Nur in drei Kantonen verlief die Entwicklung umgekehrt: Genf, Jura und Appenzell Innerrhoden verzeichneten eine leicht tiefere Anzahl Konkurseröffnungen.

Die finanziellen Verluste aus ordentlichen und summarischen Konkursverfahren einschliesslich der aufgrund von Auflösungen gemäss Art. 731b OR beliefen sich 2021 auf 4,2 Milliarden Franken. Wie im Vorjahr sei dieser hohe Wert hauptsächlich auf drei einzelne Konkursverfahren mit einer Verlustsumme von über 1,7 Milliarden Franken zurückzuführen.

Nachdem die Gesamtzahl der Betreibungsvorgänge zwischen 2019 und 2020 um zwölf Prozent zurückgegangen war, nahm auch diese Zahl um fast fünf Prozent zu. Die Zahl der Pfändungsvollzüge lag 2021 auf dem durchschnittlichen Niveau der letzten fünf Jahre, nahm aber im Vorjahresvergleich um 7,8 Prozent auf über 1,6 Millionen zu. Die Zahl der Zahlungsbefehle stieg um vier Prozent an, während die der Verwertungen mit einem Plus von 0,5 Prozent relativ stabil blieb.

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(trx)

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