Zahl der Schweizer Tsunami-Opfer sinkt
Aktualisiert

Zahl der Schweizer Tsunami-Opfer sinkt

Fast zwei Monate nach der Flutkatastrophe in Südostasien hat sich die Zahl der vermissten oder toten Schweizer auf 141 verringert.

Bestätigt sind inzwischen nur noch 16 statt 23 Schweizer Opfer. Sieben vermeintliche Schweizer Tote waren im Ausland wohnhaft, wie fedpol-Sprecher Guido Balmer am Dienstag auf Anfrage sagte.

Die sieben Opfer der verheerenden Wellen in Südostasien hätten gar keinen Wohnsitz in der Schweiz gehabt, so dass das Bundesamt für Polizei (fedpol) deren Dossiers an die entsprechenden ausländischen Behörden abgetreten habe. Daher sind laut Balmer erst 16 in der Schweiz wohnhafte Menschen definitv als Tsunami-Opfer identifiziert worden. Allerdings sind nur fünf von ihnen durch die Expertenteams des fedpol in Asien auf rechtsmedizinisch gesicherte Art und Weise durch Vergleich von Post- und Ante-mortem-Daten identifiziert worden. Die restlichen wurden von den Angehörigen wiedererkannt, was als weniger zuverlässig gelte und nicht wissenschaftlich sei.

Die Zahl der eindeutig Vermissten ist auf noch 98 gesunken, 27 weitere gelten als möglicherweise vermisst. Die Differenz zu früheren Zahlen ergibt sich gemäss Balmer daraus, dass weitere Vermisste wieder aufgetaucht seien oder Dossiers wegen fehlendem Wohnsitz in der Schweiz an ein anderes Land abgetreten wurden. Diese Kategorie werde nun laufend abgebaut, indem die bei den Leichen in Thailand genommenen DNA-Proben mit denjenigen von vermissten Schweizern verglichen würden.

Die Zahl der möglicherweise Vermissten, in deren Fällen das fedpol aber mit Ausnahme eines Namens über keine weiteren Anhaltspunkte verfügt, hat sich inzwischen auf 27 reduziert. In den restlichen Fällen sei inzwischen klar geworden, dass diese Personen wohlauf seien oder gar nicht existierten. Das fedpol will in Zukunft in regelmässigen Abständen über die weiteren Fortschritte bei der Opfersuche informieren.

Softwareprobleme in Thailand

Von in der Sonntagspresse verbreiteten Informationen über Probleme bei der Feststellung der DNA bei Opfern sei dem fedpol nichts bekannt. Die Experten würden nicht nur Fleischproben entnehmen, sondern sich auch auf Zähne und Knochen stützen, bei denen die Gefahr des Verfaulens nicht bestehe.

Weiter bestätigte Balmer Softwareprobleme bei der Erfassung der einzelnen Vermisstendossiers. Die in den meisten europäischen Ländern verwendete Version des Datenverwaltungsprogramms sei mit der älteren Version, welche die thailändischen Behörden verwendeten, nicht kompatibel. Schweizer Personal vor Ort beteilige sich daher am manuellen Abschreiben aller Dossiers. Balmer bezeichnete den Fall als ein typisches Koordinationsproblem bei solchen grossen und unvorhergesehenen internationalen Aktionen. (dapd)

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