Unruhen in Südafrika - Zahl der Todesopfer steigt, erste Gerichtsanhörungen
Aktualisiert

Unruhen in SüdafrikaZahl der Todesopfer steigt, erste Gerichtsanhörungen

Mehrere Demonstranten, darunter ein ehemaliger Fernsehmoderator, sind in Südafrika verhört worden. Ihnen wird Anstiftung zu Gewalt vorgeworfen.

Die Lage in den Provinzen KwaZulu-Natal sowie Gauteng sei nun «stabil», teilte die Regierung am Mittwoch mit.

Die Lage in den Provinzen KwaZulu-Natal sowie Gauteng sei nun «stabil», teilte die Regierung am Mittwoch mit.

Foto: AFP

Die Zahl der Todesfälle durch die gewaltsamen Ausschreitungen in Südafrika stieg um 61 auf 337. Die Polizei habe ihre Angaben zu den Todesfällen korrigiert, erklärte die Regierung am Donnerstag. In der Provinz Gauteng liege die Zahl der bestätigten Todesfälle nun bei 79, in KwaZulu-Natal bei 258. In einigen Fällen handele es sich um Menschen, die an Verletzungen gestorben seien, die sie sich während der Unruhen zugezogen hätten.

Die Ausschreitungen hatten nach der Inhaftierung des früheren südafrikanischen Präsidenten Jacob Zuma Anfang Juli begonnen. Tagelang kam es in der Provinz Gauteng mit der Wirtschaftsmetropole Johannesburg sowie in Zumas Heimatprovinz KwaZulu-Natal zu massiven Plünderungen, Einkaufsstrassen wurden verwüstet. Der materielle Schaden wird auf rund 3,4 Milliarden Dollar (über 3 Millionen Franken) geschätzt.

Tausende Soldaten in betroffene Regionen geschickt

Als Reaktion auf die heftigsten Unruhen in Südafrika seit dem Ende der Apartheid ordnete Präsident Cyril Ramaphosa die Entsendung von Soldaten in die betroffenen Regionen an. Den Verantwortlichen für die Ausschreitungen warf er vor, einen «Aufstand» geplant zu haben. Sechs Menschen wurden wegen des Vorwurfs der Anstiftung zur Gewalt festgenommen. Tausende weitere befinden sich wegen Plünderung und Brandstiftung im Gewahrsam. Die ersten Verdächtigen, darunter ein ehemaliger Fernsehmoderator, erschienen am Mittwoch vor Gericht. Ihnen wird unter anderem Anstiftung zu Gewalt vorgeworfen.

Zuma hatte am 8. Juli eine 15-monatige Haftstrafe wegen Missachtung der Justiz angetreten. Während viele Südafrikaner die Inhaftierung des Ex-Staatschefs als Erfolg für die Rechtsstaatlichkeit des Landes feierten, gingen Unterstützer Zumas aus Protest auf die Strasse. Am Donnerstag durfte Zuma das Gefängnis in der Stadt Estcourt kurzzeitig verlassen, um an der Beerdigung seines Bruders Michael teilzunehmen. Dieser war wenige Tage nach Zumas Inhaftierung an den Folgen einer langen Krankheit gestorben.

(AFP/sys)

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