Buschbrände: Zahl der Toten steigt auf über 200
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BuschbrändeZahl der Toten steigt auf über 200

Die verheerenden Buschbrände in Australien haben nach jüngsten Erkenntnissen weit mehr als 200 Menschen das Leben gekostet. Die Polizei ermittelt inzwischen wegen Brandstiftung.

Für die Ermittlungen wegen Brandstiftung wurde am Dienstag eine Task Force eingesetzt. Ihr Leiter Dannye Moloney kündigte an, dass seine Beamten das Phantombild eines Verdächtigen vorbereiteten – in diesem Fall geht es um ein Feuer, dem 21 Menschen zum Opfer fielen. Mehrere zerstörte Ortschaften wurden zu Tatorten erklärt und für die Ermittlungen abgesperrt. Die Möglichkeit, dass bei der Katastrophe Brandstiftung im Spiel gewesen sei, «macht uns sprachlos», sagte Ministerpräsident Kevin Rudd.

Die Brände in der Nähe von Melbourne zerstörten mehr als 750 Häuser und machten 5000 Menschen obdachlos, wie die Feuerwehr im südostaustralischen Staat Victoria mitteilte. Insgesamt wurde eine Fläche von 2850 Quadratkilometern verkohlt – das ist grösser als das Tessin.

Der Regierungschef des Staates Victoria, John Brumby, teilte am Dienstag mit, es seien 50 weitere Leichen identifiziert worden. Diese seien bei der offiziell bestätigten Zahl von bislang 181 Toten noch nicht berücksichtigt.

Am Dienstag waren noch mehr als ein Dutzend Brände ausser Kontrolle. Allerdings war es nicht mehr so heiss wie am Samstag, dem Tag mit den schwersten Bränden. Für die zweite Wochenhälfte sind erneut steigende Temperaturen angekündigt.

Opposition kritisiert Umweltpolitik

Das Ausmass der Katastrophe setzte die australische Öffentlichkeit unter Schock. Die Behörden verteidigten sich gegen Kritik, räumten aber ein, dass die Richtlinien zur Evakuierung geändert werden sollten. Bislang steht es den Betroffenen frei, der Aufforderung zum Verlassen ihrer Häuser Folge zu leisten.

Die australische Feuerwehr besteht zum grössten Teil aus Freiwilligen. Auch hat sie nicht die Mittel, um jedes Haus zu schützen. Daher versuchen viele Hausbesitzer, ihr Anwesen selbst zu retten.

In Victoria, dem am schwersten betroffenen australischen Staat, gibt es kein Warnsystem mit SMS-Mitteilungen oder Telefonanrufen. Die Bewohner werden lediglich über Radiodurchsagen oder im Internet über die Bedrohungslage informiert. Der Ministerpräsident von Victoria, John Brumby, sagte, er habe der Regierung in Canberra schon vor Monaten die Einrichtung eines nationalen Warnsystems bei Buschbränden vorgeschlagen.

Der konservative Oppositionsabgeordnete Wilson Tuckey kritisierte, die Umweltpolitik der Regierung stelle den Schutz von Bäumen über den der Menschen. Der Abgeordnete Jamie Briggs schlug die Errichtung von feuersicheren Bunkern in gefährdeten Regionen vor.

US-Präsident Barack Obama telefonierte am Montagabend mit Rudd und sprach ihm sein Beileid aus. Obama bot Australien die Hilfe der USA im Kampf gegen die Brände an.

Videobeitrag über die Waldbrände in Australien vom Montag

$$VIDEO$$(Video: AP Video/dga, 20 Minuten Online)

(dapd)

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