Gewalt in Syrien: Zahl der Widerstands-Opfer steigt auf 3500
Aktualisiert

Gewalt in SyrienZahl der Widerstands-Opfer steigt auf 3500

Trotz Friedensvereinbarung sterben in Syrien täglich zahlreiche Menschen. Allein am Opferfest Eid al-Adha sind 19 Menschen ums Leben gekommen.

Der Aufstand gegen den syrischen Präsidenten Baschar Assad hat nach UN-Angaben bisher mindestens 3500 Menschen das Leben gekostet. Das Hochkommissariat für Flüchtlinge (UNHCR) erklärte am Dienstag, bei dieser Zahl handele es sich um eine vorsichtige Schätzung, die auf glaubwürdigen Quellen vor Ort beruhe. Mehr als 60 Menschen seien getötet worden, seit Syrien einer Friedensvereinbarung der Arabischen Liga zugestimmt habe.

UNHCR-Sprecherin Ravina Shamdasani sagte in Genf, in der Zahl enthalten seien auch 19 Todesopfer, die am Sonntag während des muslimischen Opferfestes Eid al-Adha getötet worden seien. Die syrische Regierung hat das Land für ausländische Journalisten weitgehend abgeriegelt. Immer wieder erscheinen jedoch Amateur-Videos im Internet, die das Vorgehen der Regierungstruppen gegen Regimekritiker dokumentieren.

Damaskus hatte einem Plan der Arabischen Liga zugestimmt, demzufolge die Regierung ihre Panzer aus den Städten abzieht, politische Gefangene freilässt und Menschenrechtsorganisationen ins Land reisen lässt. Shamdasani erklärte, vor dem Opferfest seien tatsächlich mehr als 500 Häftlinge auf freien Fuss gekommen. Allerdings seien zehntausende weiter in Haft, während Dutzende willkürlich festgenommen und inhaftiert würden. Das UNHCR sei tief besorgt, dass die Gewalt unverändert weitergehe.

Zwei Todesopfer am Dienstag

Aktivisten zufolge töteten syrische Regierungstruppen am Dienstagmorgen wieder zwei Menschen in Homs. Bei den Todesopfern habe es sich um einen Mann und eine Frau gehandelt, sagte der Aktivist Salim al Homsi aus dem Stadtteil Baba Amr. Nach dem Rückzug der Deserteure hätten Regierungstruppen die Kontrolle über grosse Teile des Bezirks übernommen. Seit einer Woche gebe es kein fliessendes Wasser und keinen Strom. Auch die Telefonleitungen seien unterbrochen. Al Homsi kündigte an, die Proteste würden dennoch weitergehen.

Der oppositionelle Syrische Nationalrat hatte die Stadt, ein Zentrum des Widerstands gegen Assad, am Montag zu einem Katastrophengebiet erklärt. Er forderte ein internationales Eingreifen zum Schutz von Zivilisten. (dapd)

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