Afghanistan: Zahl toter US-Soldaten verdoppelt
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AfghanistanZahl toter US-Soldaten verdoppelt

Die Zahl der in Afghanistan getöteten US-Soldaten hat sich gegenüber dem Vorjahr verdoppelt: Bis zum 30. Dezember verloren 304 Militärangehörige ihr Leben, 2008 waren es 151.

Die internationalen Truppen in Afghanistan haben 2009 eines der härtesten Jahre seit der US-Invasion vor acht Jahren erlebt. Die Zahl getöteter US-Soldaten verdoppelte sich gegenüber dem Vorjahr nach einer Zählung der Nachrichtenagentur AP bis zum 30. Dezember auf 304; 2008 waren es 151 gewesen. In der aktuellen Zählung sind die acht bei einem Anschlag in Chost am Mittwoch getöteten US-Zivilpersonen nicht enthalten.

Auch andere Staaten, die sich an der Internationalen Schutztruppe für Afghanistan (ISAF) beteiligen, erlitten schwere Verluste: Grossbritannien traf es mit 109 Toten am härtesten, Kanada beklagte 32 getötete Soldaten. Die anderen Truppensteller verloren insgesamt 59 Soldaten. Auch das Bundesverteidigungsministerium in Berlin sprach vom bislang härtesten und aufwendigsten Jahr seit Beginn der deutschen ISAF-Mission. Fünf Bundeswehrsoldaten seien getötet worden - zwei mehr als 2008.

Die Führung der US-Streitkräfte hat eingeräumt, dass der Aufstand von Taliban und anderen militanten Kräften stärker geworden ist und die Verluste auch nach der von Präsident Barack Obama angeordneten Verstärkung des Afghanistan-Kontingents um 30.000 Soldaten zunächst hoch bleiben dürften.

Taliban übernehmen Verantwortung für Anschlag in Chost

Die Taliban bekannten sich in einer Erklärung zu dem Anschlag in einem US-Stützpunkt in Chost, bei dem acht Amerikaner und ein Afghane getötet wurden. Ein afghanischer Selbstmordattentäter habe den Sprengsatz gezündet, den er am Körper getragen habe. Der Mann sei in einer afghanischen Heeresuniform in die Kaserne gelangt und habe sich in einer Turnhalle in die Luft gesprengt.

Nach Informationen der Nachrichtenagentur AP sind auch mehrere Mitarbeiter des US-Geheimdienstes CIA unter den Opfern. Das US-Aussenministerium erklärte, bei den Todesopfern handele es sich um Zivilpersonen. Das könnte sich neben Geheimdienstmitarbeitern auch auf Angehörige von Firmen beziehen, die für die US-Regierung arbeiten. Der Anschlag ereignete sich auf dem Stützpunkt Chapman am Rande der Provinzhauptstadt Chost nahe der Grenze zu Pakistan. Sechs Amerikaner seien verletzt worden.

In der Provinz Kandahar verloren fünf Kanadier bei einer Explosion ihr Leben. Der NATO zufolge handelt es sich um vier Soldaten und eine Journalistin. Die auf Gesundheitsthemen spezialisierte 34-Jährige war mit einer Patrouille unterwegs. In der Nähe der Taliban-Hochburg Kandahar fuhr ihr gepanzertes Fahrzeug auf eine Bombe.

(dapd)

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