Aktualisiert 06.08.2018 09:18

Umweltabgabe und Kerosinsteuer

Zahlen Schweizer für Flugtickets bald viel mehr?

Nachtzug statt Billigflieger: Eine Umweltallianz fordert vom Bundesrat, dass er Massnahmen ergreift, um die Klimaziele von Paris zu erreichen.

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Flugtickets sollen deutlich teurer werden. Das fordert eine Umweltallianz vom Bundesrat.

Flugtickets sollen deutlich teurer werden. Das fordert eine Umweltallianz vom Bundesrat.

Keystone/Christian Beutler
Die Schweiz soll unter anderem das Kerosin mit einer Steuer belegen.

Die Schweiz soll unter anderem das Kerosin mit einer Steuer belegen.

Keystone/Salvatore Di Nolfi
Schweizer fliegen laut der Umweltallianz viel zu oft und über 80 Prozent der Flüge aus der Schweiz hätten einen Zielort innerhalb von Europa. Hier könne oft auch der Zug genommen werden.

Schweizer fliegen laut der Umweltallianz viel zu oft und über 80 Prozent der Flüge aus der Schweiz hätten einen Zielort innerhalb von Europa. Hier könne oft auch der Zug genommen werden.

kein Anbieter/Keystone/dpa/Patrick Pleul

Die Schweiz sollen Flugticketabgaben und eine Kerosinsteuer erheben und klimafreundliche Transportmittel wie Nachtzüge fördern. Dies verlangt eine breite Umweltallianz in einem offenen Brief.

Adressiert ist der Brief an Verkehrsministerin Doris Leuthard, verfasst wurde er von der Koalition Luftverkehr, Umwelt und Gesundheit (Klug) und vom Verein umverkehR. Mitunterzeichnet haben das Schreiben zahlreiche Umwelt- und Verkehrsorganisationen sowie die SP, die Juso und die Grüne Partei.

Nachtzug statt Billigflieger

(Video: Tamedia/SDA)

Nachtzug statt Billigflieger: Eine breite Umweltallianz fordert eine Umweltabgabe auf Flugtickets und eine Kerosinsteuer. (Video: Tamedia/SDA)

Schweizer sind laut den Unterzeichnenden doppelt so viel mit dem Flugzeug unterwegs wie die Einwohner der Nachbarländer. Dabei haben über 80 Prozent der Flüge aus der Schweiz einen Zielort innerhalb von Europa. Hier bestehe ein grosses Einsparpotenzial, heisst es im Brief, der am Montag dem Informationschef des Eidg. Departements für Umwelt, Verkehr, Energie und Kommunikation (Uvek) überreicht wurde.

Eine klimafreundliche Alternative zum Flugzeug wären laut den Umweltschützern für Strecken bis zu 1500 Kilometer Nachtzüge. Doch die leiden unter den Spottpreisen für Flugreisen. Weil sich der Betrieb von Nachtzügen immer weniger rentiert, ist das Angebot in den vergangenen Jahren immer kleiner geworden.

18 Prozent des Klimaeffekts

Die Allianz ruft in Erinnerung, dass die Vielfliegerei verheerende Auswirkungen auf das Klima hat. Der Luftverkehr sei in der Schweiz bereits für über 18 Prozent des menschengemachten Klimaeffekts verantwortlich – Tendenz steigend. Laut Prognosen werde er bis 2030 zum grössten Treiber des Klimaeffekts anwachsen.

Fliegen müsse deshalb teurer werden, die Alternativen müssten attraktiver sein. Konkret fordert die Allianz, dass die Schweiz künftig eine Flugticketabgabe erhebt. Zudem soll sie sich für eine Kerosinsteuer einsetzen. Gleichzeitig soll die Verkehrsverlagerung zum nachhaltigeren Schienenverkehr stärker gefördert werden.

Bundesrätin Leuthard solle diese Massnahmen unterstützen, vorantreiben und aktiv kommunizieren, fordern die Verfasser.

(SDA)

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