Aktualisiert

Prämienschock«Zahlen wir jährlich bald zwei Monatslöhne für die Krankenkasse?»

Der Anstieg der Krankenkassenprämien macht der 20-Minuten-Community zu schaffen. Es könnte auch anders gehen, finden viele Leser*innen – und fordern Einheitskassen oder höhere Franchisen.  

von
Gabriela Graber
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Schweizerinnen und Schweizer werden nächstes Jahr tiefer in die Tasche greifen müssen für die Krankenkassenprämien. 

Schweizerinnen und Schweizer werden nächstes Jahr tiefer in die Tasche greifen müssen für die Krankenkassenprämien. 

20min
Dabei gibt es grosse kantonale Unterschiede. 

Dabei gibt es grosse kantonale Unterschiede. 

Screenshot 
Diese zeigen sich auch bei den verschiedenen Altersgruppen.

Diese zeigen sich auch bei den verschiedenen Altersgruppen.

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Darum gehts 

Die Krankenkassenprämien fürs 2023 werden im Schnitt um 6,6 Prozent auf 335 Franken steigen. Dies verkündete Gesundheitsminister Alain Berset an der Medienkonferenz am Dienstagnachmittag. Die Gründe für den Anstieg seien vor allem auf die Covid-19-Pandemie, die das Gesundheitssystem stark beansprucht habe, und auf einen Nachholeffekt – etwa medizinische Eingriffe, die wegen der Pandemie verschoben mussten – zurückzuführen, so Berset. Auch die zunehmende Alterung der Bevölkerung sei ein Kostentreiber. Viele Mitglieder der 20-Minuten-Community zeigen sich beunruhigt über die drohende Verteuerung – und fordern Lösungen, damit die Gesundheitskosten nicht weiter steigen.

«Als Alleinerziehende fällt es mir jetzt schon schwer, meine Rechnungen zu bezahlen»

In einer nicht-repräsentativen Umfrage von 20-Minuten geben 59 Prozent der Leser*innen an, dass ihnen der Prämienschock weh tut, 26 Prozent behaupten gar, hart davon getroffen zu werden –  etwa, weil sie in Verzug mit den Zahlungen geraten. Eine davon ist Userin snuff89: «Sie sind jetzt schon super teuer – und jetzt sollen die Prämien noch teurer werden? Als Alleinerziehende fällt es mir trotz Job jetzt schon schwer, meine Rechnungen zu bezahlen.» 

Leser Pirene findet: «Zum teureren Strom und den teureren Lebensmitteln geht jetzt noch der Krankenkassenpreis rauf. Nur der Lohn bleibt immer gleich!» –  «Wo soll das noch hinführen? Zahlen wir bald jährlich zwei Monatslöhne für die Krankenkasse? Wir sind in einem Hamsterrad, in dem wir langsam nur noch arbeiten, um alles zu finanzieren, was Staat und Unternehmen vermasseln», kommentiert Nifu.

Leser*innen haben diverse Lösungsvorschläge, um die Kosten zu deckeln: «Wieso kann man die Krankenkassen nicht verstaatlichen, anstatt verschiedene Kassen zu haben? Eine Einheitskasse wäre sicher eine gute Lösung!», so Dani_ZH. Auch User hugohabicht pflichtet dem bei: «Zu viele private Gesellschaften verdienen sich mit Altenpflege und Gesundheitsdienstleistungen eine goldene Nase, finde ich. Leider ist die Lobby der Profiteure in unseren Räten sehr stark verankert!»

«Alle mit 2500 Franken Selbstbehalt!»

Imadeyoureadthis ist anderer Meinung: «Eine staatliche Einheitskasse rettet uns nicht vor steigenden Prämien. Wenn ich aber sehe, wie viele Leute unnötig beim Arzt oder gar im Notfall sitzen, sollten wir vielleicht eher damit beginnen, unser Verhalten zu verändern?»

Mehrere User sind der Ansicht, dass Krankenkassenzahler*innen zu oft und ohne triftigen Grund die Notfallstationen aufsuchen: «Ich finde, dort müsste man zuerst mal 100 Franken hinblättern, dann würden nicht so viele wegen Bagatellen wie Husten oder Kinder mit Erkältung vorbeigehen», so Kasperlitheater. Carolina962 schlägt dagegen eine andere Massnahme gegen zu häufige Arztbesuche vor: «Monatsprämie um 200 Franken senken, dafür alle mit 2500 Selbstbehalt. Auf diese Weise gehen die Menschen nicht mehr wegen jeder Kleinigkeit zum Arzt und die Gesundheitskosten gehen massiv zurück!»

«Unser System macht viele krank»

«Medikamente sind in der Schweiz massiv überteuert.« kommentiert hingegen Freddie56.  Dieselben Arzneimittel würden im angrenzenden Ausland massiv weniger als in der Schweiz kosten. «Ich rede hier nicht von Generika! Das passiert – obwohl es bestens bekannt ist – seit Jahren. Dass nichts unternommen wird, ist eine Schande!»


Leserin TanjaGood plädiert dafür, herauszufinden, wieso so viele Menschen krank werden: «Die Psychiatrien sind überfüllt mit langen Wartezeiten. Gemäss meiner Ärztin kommen bei vielen Arztpraxen laufend neue Patienten dazu. Unser System macht viele krank, weshalb die Kosten logischerweise explodieren.» 

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