Aktualisiert 01.07.2011 15:55

Zürich

Zahlreiche Taxifahrer leben von Sozialhilfe

Wer in Zürich Sozialhilfe bezieht, soll kein Auto mehr besitzen dürfen. Ausser, er braucht es für den Job. Dazu gehören Taxifahrer – sie leben vermehrt von der Fürsorge.

von
lüs
Taxis am Zürcher HB.

Taxis am Zürcher HB.

Zürcher Sozialhilfebezüger sollen künftig kein Auto mehr besitzen dürfen, hat der Kantonsrat letzte Woche entschieden (20 Minuten berichtete). Eine Ausnahme wird gemacht, wenn sie das Fahrzeug für den Job brauchen – etwa zum Taxifahren. Zum Beispiel Ali X.: Er bekommt monatlich rund 5000 Franken vom Sozialamt und verfügt dank seinem Job über ein Auto, das er auch privat nutzen kann. Dass viele Zürcher Taxifahrer unfreundlich seien, könnte auch daran liegen, dass sie nicht auf Verdienst angewiesen seien, weil sie vom Sozialamt bezahlt würden, schreibt die «Weltwoche» in ihrem Bericht über den Fall Ali X. Auch Dolores Zanini, Präsidentin der IG Taxi, stellt fest, dass ihre Berufskollegen vermehrt Sozialhilfe beziehen. Wohl gebe es unter den Taxichauffeuren auch Sozialschmarotzer, dies sei aber die Ausnahme. Manchmal nehme man in einer Woche Taxifahren gerade mal 300 Franken ein. «Da bleibt vielen nichts anderes übrig, als zum Sozialamt zu ­gehen.»

Wie viele Taxifahrer sich unter den 18 000 Sozialhilfebezügern in Zürich befinden, konnte das Sozialdepartement gestern auf Anfrage nicht sagen. «Es gibt aber rund 200 Fälle von Personen, die Sozialhilfe beziehen, obwohl sie 80 Prozent oder mehr arbeiten – darunter dürften sich auch Taxifahrer befinden», sagt Guido Schwarz, Sprecher der Sozialen Dienste der Stadt. Diese könnten ihr Auto natürlich auch privat brauchen. «Ein teures Fahrzeug dürfen Sozialhilfebezüger aber auch dann nicht kaufen, wenn sie Taxi fahren.»

Fehler gefunden?Jetzt melden.