Aktualisiert 27.01.2011 18:40

IrakZahlreiche Tote bei Anschlag an Beerdigung

In den vergangenen Wochen sind im Irak fast 200 Menschen bei Anschlägen ums Leben gekommen. Der neueste Angriff traf Trauergäste in Bagdad. Eine Autobombe tötete mindestens 48 Menschen.

Bei einem Anschlag auf ein Zelt mit Trauergästen in der irakischen Hauptstadt Bagdad sind am Donnerstag mindestens 48 Menschen getötet worden. Nach Angaben des Innenministeriums wurden bei der Explosion einer Autobombe im nördlichen Stadtteil Schula zudem 121 Menschen verletzt.

Zunächst war von 37 Todesopfern und 78 Verletzten die Rede gewesen. Die Bombe detonierte um die Mittagszeit im vorwiegend von Schiiten bewohnten Stadtteil.

Polizisten mit Steinwürfen vertrieben

Am Tatort eingetroffene Polizisten wurden von aufgebrachten Anwohnern mit Steinwürfen vertrieben. Zur Verstärkung rückten später Soldaten an. Im Irak stellen die Menschen nach dem Tod eines Familienmitglieds mangels Platz in ihren Häusern häufig für mehrere Tage ein Zelt auf, in dem sie Beileidsbekundungen entgegennehmen und Besucher empfangen.

Nach Angaben des Innenministeriums wurden am Donnerstag bei mindestens vier weiteren Anschlägen und Explosionen in Bagdad mindestens fünf Menschen getötet und 21 weitere verletzt.

Attentatsserie

In den vergangenen Wochen sind im Irak fast 200 Menschen bei Anschlägen ums Leben gekommen. Erst am Montag starben in der Stadt Kerbela fast 50 schiitische Pilger bei einem Doppelanschlag.

In der Woche davor waren bei Bombenanschlägen in der rund 90 Kilometer südlich von Bagdad gelegenen Stadt 56 Menschen ums Leben gekommen. Die Behörden vermuten hinter den Anschlägen auf Schiiten zumeist die sunnitische Terrororganisation Al-Kaida.

Auch die irakischen Sicherheitskräfte sind im Visier der Terroristen: So starben am 18. Januar bei einem Anschlag auf Polizeirekruten in Tikrit, der Heimatstadt des früheren Diktators Saddam Hussein, etwa 50 Menschen. Das Attentat in Tikrit war der erste grosse Anschlag seit Antritt der neuen Regierung von Ministerpräsident Nuri al-Maliki am 21. Dezember.

(sda)

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